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Standard Linux Kernel, Fabric Services Plattform und Router Nokia Data Center Fabric Solution am Start

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Eine neue Ära für Cloud-native Rechenzentrumsnetzwerke soll die jetzt vorgestellte Nokia Data Center Fabric Solution einläuten. Hierfür setzt der Hersteller auf Router mit offenem und erweiterbarem Linux, ein NetOps Development Kit sowie eine auf Kubernetes basierende Plattform mit Sandbox.

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Mit dem NDK liefert Nokia einen Werkzeugkasten, mit dem Switches auch Anwendungen Dritter ausführen – in der Demo etwa die Monitoringlösung „fumble“.
Mit dem NDK liefert Nokia einen Werkzeugkasten, mit dem Switches auch Anwendungen Dritter ausführen – in der Demo etwa die Monitoringlösung „fumble“.
(Bild: Nokia/ YouTube)

Die Nokia Data Center Fabric Solution soll einen weiteren Schritt in Richtung offener und skalierbarer Netzwerke für Betreiber von Rechenzentren und Cloudinfrastrukturen gehen. Nokia verspricht ein flexibel konsumierbares Framework für Betrieb und Automatisierung. Hierfür liefert der Anbieter einen kompletten Technologiestack, beginnend bei Routern über ein offenes Netzwerkbetriebssystem (NOS) bis hin zu einer aufsetzenden Fabric.

Der Hersteller bezeichnet sein nun vorgestelltes Angebot als Lösung dritter Generation – und will sich somit nicht nur vom geschlossenen, proprietären Netzwerkbetriebssystem (erste Generation) abheben. Zudem lasse sich die Lösung auch leichter anpassen, integrieren und automatisieren als aktuell auf dem Markt verfügbare Lösungen, die oftmals bereits auf Linux basieren (zweite Generation).

In der Fabric vereint Nokia folgende drei Produktkategorien...

1. Interconnect Router

Zu diesen zählen zunächst die Interconnect Router (IXR) der Serien Nokia 7250 IXR sowie Nokia 7220 IXR. Die Systeme basieren auf „merchant silicon“ sowie „common hardware design“ und bedienen laut Hersteller ein breites Anwendungsspektrum, inklusive Top of Rack (ToR), Leaf, Spine oder Super-Spine. Dabei bieten die Router Schnittstellen von 1GE bis 400GE und sollen gleichermaßen umfassende wie robuste Layer-3- und Layer-2-Funktionen mitbringen. Hierzu zählt der Anbieter MP-BGB, EVPN, VXLAN, QoS, skalierbare Telemetrie, Security sowie ein modellgetriebenes Management.

2. Erweiterbares SR Linux

Auf der Hardware läuft Nokia Service Router Linux (SR Linux) – das auf einem Standard-Linux-Kernel fußt. Das Netzwerkbetriebssystem soll mit erprobten Protokoll-Stacks nicht nur eine solide Basis für Netzwerke liefern, sondern sich auch flexibel nutzen und anpassen lassen. Sicherstellen sollen das ein offenes sowie skalierbares Telemetrie-Framework, sowie ein Zugriff auf Pyhton-CLI und NetOps Development Kit (NDK).

Wie man sich das konkret vorzustellen hat, demonstriert Bruce Wallis ab Minute 4:30 auf dem unter dem Artikel verlinkten YouTube-Video. Dabei zeigt der Director of Product Management einerseits, wie Netzwerkverantwortliche per Python-Skript individuelle Health Checks ihrer Systeme implementieren – denn welche Parameter eine reibungslos funktionierende Netzwerklandschaft beschreiben, könne von Infrastruktur zu Infrastruktur verschieden sein. Ein Skript ersetze zahlreiche Abfragen und entlaste Netzwerkverantwortliche zudem bei Auswertung und Fehlersuche. Längere Befehle könnten überdies per Aliasing abgekürzt werden.

Andererseits können per NDK auch komplette Anwendungen Dritter auf SR Linux laufen. Hierzu gehöre dann auch eine konsistente Konfiguration per YANG, Telemetriesupport oder Lifecycle Management. Selbst die Implementierung eigener Netzwerkprotokolle sei denkbar. In der Demo zeigt Wallis allerdings eine „fumble“ genannte Monitoringlösung, welche Paketverluste überwacht. YAML, YANG und Programmcode wurden dabei per RPM aufs System gebracht; alternativ seien auch andere Packaging Mechanismen möglich, inklusive Container.

3. Fabric Services Platform

Als umspannendes Layer nennt Nokia schließlich die Fabric Services Platform. Die auf Kubernetes basierende Lösung liefere ein deklaratives, Intent-basiertes Toolkit für Automatisierung sowie Betrieb und lasse sich bequem in bestehende Cloud-Infrastrukturen implementieren.

Per Digital Sandbox könnten Kunden dabei auch den „virtual digital twin“ eines produktiven Netzwerkes erstellen. Mit solch einem Zwilling ließen sich Data Center Fabrics und Application Workloads emulieren – ganz gleich ob für komplett neue Netzwerkdesigns (Day 0), Deployments (Day 1) oder Change Management und Fehlersuche bei bestehenden Infrastrukturen (Day 2+).

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