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Dämpfer für die Fans des Apple-Tablets Neues iPad hat in Deutschland keinen LTE-Empfang

| Redakteur: Harry Jacob

Die in Deutschland verwendeten Frequenzbänder für LTE werden vom neuen iPad nicht unterstützt. Ob sich das schnell ändern wird ist fraglich.

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Das neue iPad wird in Deutschland zunächst kein LTE empfangen können, da die hiesigen Funkfrequenzen nicht unterstützt werden.
Das neue iPad wird in Deutschland zunächst kein LTE empfangen können, da die hiesigen Funkfrequenzen nicht unterstützt werden.

Apple-Chef Phil Schiller verkündete am Mittwoch bei der Vorstellung der dritten Generation des iPad voller Stolz: „Das iPad unterstützt mehr Frequenzen als jemals zuvor“. Bei den 3G-Standards werden nämlich nun sowohl GSM- als auch CDMA-Netze unterstützt.

Das war beim iPhone 4S, das im November präsentiert wurde, noch nicht der Fall. Das ist standardmäßig nur mit GSM versehen, lediglich Anbieter mit CDMA-Netzen dürfen eine entsprechend erweiterte Version des iPhone 4S vertreiben. Mit LTE hat das iPad nun auch 4G-Mobilfunk an Bord. „World-ready“ sei das iPad damit.

Allerdings sind es leider nicht genug Frequenzen, die das iPad unterstützt. Den LTE-Funk „versteht“ das jüngste Apple-Tablet ausschließlich auf den Frequenzen 700 und 2.100 MHz, die beispielsweise in den USA und Kanada zum Einsatz kommen. In Deutschland sind jedoch andere Frequenzen üblich, die sich nicht auf zwei, sondern insgesamt drei Blöcke verteilen.

Ob Apple schon von Anfang an mit einem angepassten iPad auf den Europäischen Markt kommt, konnte die Pressestelle auf Anhieb nicht beantworten. Langfristig wird es wohl regionale Varianten geben müssen, denn bei LTE gibt es weltweit ein breites Spektrum an verwendeten Frequenzen.

Globales Frequenz-Wirrwarr

Die LTE-Netze in Deutschland befinden sich derzeit noch im Aufbau. Genutzt werden können die Frequenz-Bereiche 800, 1.800 und 2.600 MHz. Die vier Mobilfunkprovider Telekom, Vodafone, Telefónica und E-plus haben im Mai 2010 entsprechende Frequenzblöcke ersteigert. Hier finden Sie die Details zu den verwendeten Frequenzen.

Die ersten LTE-Pilotversuche fanden hierzulande auf den Frequenzen 800, 1.800 und 2.600 MHz statt. Diese drei Bänder scheinen sich in Europa als gemeinsamer Nenner zu etablieren. In Amerika sind es die Frequenzen 700, 2.100 und ebenfalls 2.600 MHz, die hauptsächlich genutzt werden. Im asiatisch-pazifischen Raum ist das Feld noch breiter gestreut: 700, 800, 2.100, 2.300 und 2.600 MHz sind dort im Einsatz. Afrika konzentriert sich dagegen hauptsächlich auf 2.100 und 2.600 MHz, der Mittlere Osten auf 900 und 1.800 MHz.

Standard adé

Je kürzer die Frequenz, um so größer ist die Reichweite, je höher die Frequenz, um so kleiner ist die abgedeckte Fläche. Daher werden 700- und 800-MHz-Netze hauptsächlich für die Flächenversorgung verwendet, Frequenzen im Bereich 1.800 bis 2.300 MHz in Gebieten mit dichter Besiedlung und die 2.600-MHz-Frequenz oft nur als Ergänzung in begrenzten Bereichen. Deshalb ist auch nicht damit zu rechnen, das sich beispielsweise das 2.600-MHz-Band als weltweite Universalfrequenz etabliert.

Für die Hersteller von LTE-tauglichen Kommunikationsmodulen ist die Lage vertrackt: sie können die Sende- und Empfangstechnik nicht für beliebig viele Frequenzen auslegen. Qualcomm bietet zwar „World/Multimode LTE“-Module, die sind aber noch sehr teuer. Für die Hersteller von Smartphones und Tablets ist die Idee eines „Weltstandards“ zumindest eine Kostenfrage. Was den 4G-Standard betrifft, werden sie sich überlegen müssen, zumindest im Low-Budget-Segment regional angepasste Geräte zu vertreiben.

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