Verfügbarkeit des Netzwerks verbessern Netzwerkautomatisierung und Cloud – passt das zusammen?

Autor / Redakteur: Marco Speckert / Elke Witmer-Goßner

Die Pandemie ist sicherlich einer der Treiber, die den Einsatz von Cloud Computing auch bei denjenigen vorantreibt, die bisher diesem IT-Paradigma zögernd oder gar skeptisch gegenüberstanden. Dabei sollte eine wichtige Komponente nicht vergessen werden.

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Über Netzwerkautomatisierung lassen sich Störungen, Flaschenhälse und Fehler schneller finden, deren Ursachen identifizieren und beseitigen.
Über Netzwerkautomatisierung lassen sich Störungen, Flaschenhälse und Fehler schneller finden, deren Ursachen identifizieren und beseitigen.
(Bild: © jirsak – stock.adobe.com)

Die Experten des Marktforschungsunternehmens Forrester gehen davon aus, dass der weltweite Public-Cloud-Markt auf ein Volumen von mehr als 400 Mrd. US-Dollar ansteigen wird. Als jährliche Wachstumsrate nennen die Marktforscher zwischen 2018 und 2022 21 Prozent. Die Treiber sind der wachsende Markt des IoT (Internet of Things oder bald auch IoE, Internet of Everything) sowie die steigende Nutzung von Telemedizin und Homeschooling, aber auch die vermehrte Nutzung der Services durch den öffentlichen Sektor. Amazon, Microsoft und Google sind dabei die drei Anbieter, die den Markt am meisten prägen.

Die Vorteile des Cloud Computing sollen hier nicht weiter diskutiert werden, sind diese doch hinlänglich bekannt. Doch ein nicht ganz unwichtiger Punkt fristet in der Diskussion bisher eher ein Schattendasein: Das Management und im nächsten Schritt die Automatisierung der Netzwerkverbindungen. Was auf den ersten Blick banal erscheint, ist jedoch eine entscheidende Komponente des Cloud Computing: Der – möglichst – störungsfreie Betrieb des Netzwerks. Funktioniert dieser nur eingeschränkt oder gar nicht, sind alle Überlegungen hinfällig, alle Vorteile plötzlich dahin. Was also tun?

Schnelles Handeln durch Automatisierung

Einfach nur zu hoffen, dass das Netzwerk einwandfrei funktioniert, ist hier sicherlich nicht der beste Ansatz. Weitaus sinnvoller ist es, Vorkehrungen zu treffen, die im Falle einer Störung das Problem sehr schnell finden, analysieren und sodann auch beheben können. Das funktioniert im besten Falle automatisiert, sodass typische Verzögerungen, die im Falle einer händischen – also menschlichen – Behebung einfach nicht vermieden werden können, weitestgehend eliminiert werden können. Der durch eine Störung hervorgerufene Schaden wird somit durch eine Verkürzung der Ausfallzeit minimiert.

Dieser Ansatz ist für einige der NetOps nicht ganz neu, reflektiert er doch die Vorgehensweise bei der Beseitigung von Störungen und dem Beheben von Netzwerkausfällen: Erkennen, Identifizieren und Beheben. Jede Phase hat dabei ihre eigenen Herausforderungen:

Erkennen
Hier ist davon auszugehen, dass mittlerweile wohl nahezu jedes Unternehmen entsprechende Lösungen implementiert hat, um Störungen sofort zu erkennen. Schon an dieser Stelle zeigen die Monitoring-Lösungen die Überlegenheit in Sachen Schnelligkeit, Fehler zu melden.

Identifizieren
Ist der Fehler erkannt, gilt es dessen Ursache zu identifizieren. Ohne entsprechend intelligente Systeme im Hintergrund kann das erheblich Zeit in Anspruch nehmen. Einer der Gründe dafür ist, dass häufig keinerlei Anhaltspunkte vorhanden sind, wo sich der Fehler wirklich befindet. Daher muss eine Analyse breit angelegt sein und unterschiedlichste Aspekte beleuchten. Nur damit lässt sich sicherstellen, den Grund der Störung schnellstmöglich zu erkennen. Bei Störungen an Unternehmensnetzwerken, in denen noch keine intelligente Netzwerkautomatisierung zum Einsatz kommt, dauert dieser Schritt am längsten. Somit ist die Identifizierung – auch und gerade aufgrund der eingeschränkten Produktivität der betroffenen Mitarbeiter und Systeme in dieser Zeit – die teuerste Phase der Störung.

Beheben
Ist die Fehlerursache erst gefunden, geht deren Beseitigung häufig sehr schnell. Sind die Störung und deren Ursache bekannt, kann die Netzwerkautomatisierung möglichweise direkt eigenständig über hinterlegte Skripts den Fehler beheben und somit die Ausfallzeit minimieren.

Hilfsmittel fleißig nutzen

So weit, so gut. Solange man sich im eigenen Netzwerk befindet, scheint diese Vorgehensweise nicht sonderlich kompliziert umzusetzen. Sobald man sich jedoch auch auf Netzwerke außerhalb des direkten eigenen Wirkungskreises verlassen muss, wird es unter Umständen schnell kompliziert. Schließlich befinden sich diese Netzwerkkomponenten nicht unter der eigenen Kontrolle im eigenen Netzwerk.

Aber die Anbieter der Cloud-Services bieten hier entsprechende Transparenz, sodass die Netzwerkautomatisierung daher auf „fremde“ Systeme ausgedehnt werden kann. So sind die NetOps mit modernen Tools wie NetBrain in der Lage, auch diesen Bereich des Netzwerks zu überwachen und Störungen zu beseitigen.

Komponenten der Public Cloud in der Automatisierung

Dazu kann eine solche Lösung beispielsweise alle Instanzen und die darin enthaltenen Netzwerk-Komponenten einer virtuellen Umgebung auf AWS oder Microsoft Azure erkennen, um nur die zwei größten Anbieter zu nennen. Dies berücksichtigt auch neu hinzugefügte Elemente. Zudem zeigt das System den NetOps auch die Grenzen der unterschiedlichen Umgebungen. Diese Transparenz ermöglicht im Störungsfall sehr schnell nicht nur den Fehler zu erkennen, sondern, falls dieser außerhalb des eignen Einflussbereichs liegt, die entsprechend zuständigen NetOps beim Partner zu alarmieren. Das kann beispielsweise bei einem physischen Problem der Fall sein, selbst wenn das Unternehmen die Rechte zum (virtuellen) Management der Komponenten besitzt.

Und noch ein wichtiger Aspekt spielt hier eine Rolle: Vielfach ist den NetOps die Architektur der Cloud-Services gar nicht bekannt, die Kontrolle muss aber dennoch stattfinden. Der Anspruch an die Lösung der Netzwerkautomatisierung muss folglich lauten: Diese zu erkennen und so darzustellen, dass es für die NetOps eine sinnvolle Übersicht in der Ergänzung des eigenen Netzwerks darstellt – und zwar End-to-End.

Letztendlich muss eine moderne Lösung zur Netzwerkautomatisierung damit in der Lage sein, sämtliche Netzwerke eines Unternehmens und deren Komponenten zu erkennen, zu überwachen, zu analysieren und eine gegebenenfalls auftretende Störung zu beseitigen. Dies umfasst:

  • Das eigene Netzwerk,
  • Remote-Verbindungen zu den Mitarbeitern (im Homeoffice),
  • Traditionelle Rechenzentren,
  • Software-defined Data Center (SDDC),
  • und Public-Cloud-Infrastrukturen.

Hinzu kommt, um etwa die Verfügbarkeit von Anwendungen in der Cloud sicherzustellen, die sogenannte Application Assurance, dass die NetOps (und hier auch die Administratoren der anderen IT-Bereiche) Bescheid wissen, wo welche Anwendungen liegen und wie deren Anbindung über welche Netzwerkpfade realisiert wird.

Weitere Daten, die die Netzwerkautomatisierung liefern muss, umfassen unter anderem Basisdaten der Netzwerkknoten der Public Clouds sowie Informationen über CPU- und Memory-Status. Kann sie das nicht, müssen die IT-Teams für das Troubleshooting schon allein zum Auffinden der Fehlerquelle erheblich mehr Zeit aufwenden, von den daran anschließenden Schritten ganz zu schweigen.

Transparenz stärkt das Netzwerk

Moderne Lösungen zur Netzwerkautomatisierung sind somit in der Lage, nicht nur die Verfügbarkeit des eigenen Netzwerks zu verbessern, sondern liefern auch eine End-to-End-Transparenz über das gesamte Netzwerk hinweg, zeigen anschaulich die Grenzen der unterschiedlichen Netzwerke, erleichtern der gesamten IT-Abteilung die Erkennung, warum manche Anwendungen unter Umständen zu einem gegebenen Zeitpunkt auf Client-Seite mangelnde Performance zeigen und damit auch, in welchem der betroffenen Netzwerke diese mangelnde Performance ihren Ursprung hat.

So lassen sich Störungen, Flaschenhälse und Fehler automatisiert schneller finden, deren Ursachen identifizieren und beseitigen. Letztendlich trägt die Netzwerkautomatisierung auch in der Cloud auf diese Weise dazu bei, die Produktivität der Mitarbeiter in modernen Arbeitsumgebungen mittels leistungsfähiger, vernetzter Infrastruktur zu erhalten.

Über den Autor

Marco Speckert ist Senior Pre-Sales Engineer bei NetBrain Technologies. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört die technische Beratung von Kunden und Partnern in allen Bereichen der von NetBrain angebotenen Lösung. Gemeinsam mit diesen erarbeitet er Konzepte zur adaptiven Netzwerkautomatisierung inklusive Integrationsmöglichkeiten und Mehrwertgewinnung im Bereich Network Operating.

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