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Damit der (Flug-)Betrieb nicht stillsteht Netzwerk-Monitoring am Flughafen Münster/Osnabrück

Autor / Redakteur: Samira Liebscher / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Um seine IT stets im Blick zu behalten, hat sich der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) vor ein paar Jahren für das Netzwerk-Monitoring-Tool PRTG entschieden. Aufgrund der wachsenden IT-Landschaft wurde das Tool vor kurzem auf 10.000 Sensoren erweitert.

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Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) setzt in Sachen IT-Monitoring auf PRTG von Paessler.
Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) setzt in Sachen IT-Monitoring auf PRTG von Paessler.
(Bild: Paessler)

Damit Sie sich als Fluggast entspannt auf Ihren Platz im Flugzeug setzen können und der Kapitän den finalen Satz „Ready for departure“ sagen kann, muss zuvor alles reibungslos funktionieren: vom Check-In und der Sicherheitskontrolle über die Gepäckabfertigung bis hin zur Reinigung, Beladung und Betankung des Flugzeugs.

Doch was würde passieren, wenn während dieses regen Betriebs IT-Systeme des Flughafens ausfallen? Schnell wäre der gesamte Airport lahmgelegt, denn ohne eine zuverlässige IT können Flugzeuge weder starten noch landen oder sonstige Prozesse abgewickelt werden. Von der Online-Buchung über den Bordservice bis hin zum Check-In und zur Koordination von Start und Landung durch die Fluglotsen: Inzwischen läuft auf einem internationalen Flughafen nichts mehr ohne die IT.

Daher steht das IT-Team des FMO täglich vor der Herausforderung, das verteilte und komplexe Netzwerk rund um die Uhr genau im Blick zu behalten. Dazu zählen neben mehreren WANs auch über 70 VLANs, virtuelle und physische Server und IoT-Umgebungen.

„Mit der steigenden Anzahl unserer Fluggäste erweitern sich natürlich auch unsere IT-Infrastrukturen. Wir haben schon vor längerer Zeit erkannt, dass es uns ohne ein gute und zuverlässige Monitoring-Software nicht möglich ist, die Anforderungen an die IT-Sicherheit des Flughafens und eine bestmögliche Verfügbarkeit unserer Systeme zu garantieren“, sagt Dr. Francisco Rodriguez, Leiter IT & Kommunikationsmanagement am Flughafen Münster/Osnabrück.

Denn IT-Systeme können jederzeit ausfallen; sei es durch die Überhitzung eines Geräts, einen Hardware-Fehler oder auch einen Hackerangriff. Besteht also irgendwo in diesem komplexen Netzwerk ein Problem, ist es ohne entsprechendes Monitoring-Tool sehr schwierig, den Fehler schnell zu lokalisieren und zu beheben. Diese Situation war für die IT-Verantwortlichen des Airports Auslöser dafür, über den Einsatz eines Monitoring-Tools nachzudenken.

Go-Around für das Netzwerk-Monitoring

Vor ein paar Jahren entschieden sich die damaligen Projektverantwortlichen daher, ihre Netzwerkinfrastrukturen mit dem Netzwerkmanagementsystem SNMPc 7 zu visualisieren, zu monitoren und zu verwalten. Ergänzend dazu setzten sie den Microsoft Operations Manager (heute SCOM) ein, um die Leistung der Netzwerkumgebung zu überwachen sowie Ereignismeldungen und -auswertungen zu erhalten. Doch dieser Lösungsweg lieferte im Arbeitsalltag nicht die gewünschte Erleichterung. Daher ging die Suche nach einem passenden Tool weiter.

Nach den gesammelten Erfahrungen hatte die IT-Abteilung des FMO bereits konkrete Anforderungen an die neue Monitoring-Software: Sie sollte einfach zu verwalten sein, zuverlässige sowie anwenderfreundliche Meldungen erstellen und natürlich ein übersichtliches und koordiniertes Monitoring des gesamten Netzwerks ermöglichen. Auch die Ausbaufähigkeit sowie eine VMware- und DataCore-Unterstützung spielte bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

Während der Evaluierungsphase wurden daher verschiedene Lösungen, unter anderem PRTG Network Monitor und das Open-Source-Tool Nagios, im Livesystem getestet und die Ergebnisse durch die IT-Administratoren des FMO beurteilt. Aufgrund der Einfachheit bei der Integration und Handhabung sowie der Übersichtlichkeit, aber auch wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses entschieden sich die Projektverantwortlichen für die Monitoring-Lösung PRTG Network Monitor von Paessler.

Rollout im Flughafennetzwerk

Um eine schnelle Integration zu ermöglichen und alle technischen Voraussetzungen sicherzustellen, arbeitete das IT-Team des FMO zu Beginn mit den Experten des Systemhauses P&W Netzwerk zusammen. Auf diese Weise konnte die Installation von PRTG während des laufenden Betriebs innerhalb eines Tages erfolgen. Zu Beginn wurden insgesamt 4.350 Sensoren eingerichtet.

Dass die Projektverantwortlichen gleich zu Beginn auch auf die Skalierbarkeit der Lösung achteten, hat sich inzwischen ausgezahlt: PRTG wurde bis zum Jahr 2020 auf 10.000 Sensoren erweitert, um die gewachsenen Infrastrukturen und mehr als 900 Geräte weiterhin zuverlässig zu monitoren. Dazu zählen inzwischen neben dem Netzwerk-Monitoring des gesamten Airports unter anderem die Verfügbarkeit der Webseite, das Monitoring von Cisco- und VMware-Produkten, Windows-Servern, Videoanlagen, IoT-Umgebungen sowie der Netzwerkbandbreite.

Remote Probes in PRTG ermöglichen den IT-Verantwortlichen das Monitoring mehrerer, verteilter Netzwerke mit nur einer Lizenz. Der FMO hat elf dieser Remote Probes im Einsatz, um seine Monitoring-Daten statt ausschließlich auf dem PRTG Core Server auf ein oder mehrere Remote-Probe-Systeme zu verteilen. Darüber hinaus werden Netzwerke, auf die kein direkter Zugriff besteht, in das Monitoring einbezogen. Dazu wird ein Port freigegeben, über den der PRTG-Server mit dem entsprechenden Remote Probe kommuniziert.

Um die Monitoring-Daten aus PRTG auch für andere Bereiche nutzbar zu machen, verfügt das Tool über diverse Schnittstellen. Die IT-Abteilung des FMO nutzt die API, um Daten zu exportieren und für die verwendete SIEM-Lösung LogPoint lesbar zu machen. Die Integration und Analyse der Monitoring-Daten trägt in diesem Fall dazu bei, Anzeichen für Sicherheitsgefährdungen oder auch einen Angriff auf das Flughafennetzwerk zu finden.

Übersichtliche Zahlendarstellung

Um auf die PRTG-Daten zuzugreifen und eine übersichtliche Darstellung der Infrastruktur zu erhalten, nutzen die IT-Verantwortlichen des FMO das Web-Interface, die Enterprise Console sowie die iOS App von PRTG. So haben sie jederzeit einen präzisen Einblick in den aktuellen Status ihres Netzwerks – egal, ob sie am Rechner sitzen oder auf dem Flughafengelände unterwegs sind.

Auf diese Weise monitoren die IT-Mitarbeiter des Airports zum Beispiel klassische IT-Systeme und behalten unter anderem Festplatten-, RAM- und CPU-Auslastung im Auge. Dies hat sich laut Angaben der IT-Abteilung besonders bewährt, um Festplatten-Freikapazitäten zu überwachen.

Aber auch spezifische Dienste, die jederzeit laufen müssen, damit bestimmte Prozesse des Flughafens reibungslos funktionieren, werden 24/7 gemonitort. Dazu zählen beispielsweise einige Windows-Dienste, die für die Kommunikation zwischen dem Airport-Managementsystem und der Gepäckförderanlage erforderlich sind. Können beispielsweise Windows-Updates nicht richtig ausgespielt werden und dadurch Sicherheitslücken in den Systemen entstehen, erhalten die IT-Verantwortlichen eine entsprechende Meldung und können sich schnellstmöglich um das Problem kümmern.

Erfolgreiche Landung

Mit PRTG verfügt die IT-Abteilung des Flughafens Münster/Osnabrück über ein geeignetes Monitoring-Tool, um die komplexen Infrastrukturen rund um die Uhr im Blick zu behalten und Probleme bei Störungen schnell zu identifizieren. „Durch die verschiedenen detaillierten Ansichten haben wir einen präzisen Einblick in unser Netzwerk und alle zusammenhängenden Strukturen“, sagt Dr. Francisco Rodriguez. „PRTG Network Monitor liefert uns einen Echtzeitüberblick über alle Systeme und benachrichtigt uns, sobald eine Auffälligkeit erkannt wurde. Anhand der verschiedenen Sensoren und der übersichtlichen Darstellung können wir genau lokalisieren, wo das Problem liegt. Auf diese Weise haben wir die Arbeit in unserer Abteilung optimiert und die Wahrscheinlichkeit von kostenverursachenden Ausfällen enorm reduziert.“

Über die Autorin

Samira Liebscher ist freie Journalistin.

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