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Mehr als 5.000 Überwachungspunkte
Das gesamte Daten- und Kommunikationsnetzwerk umfasste insgesamt 5.500 IP-Adressen, die es zwecks ständiger Verfügbarkeit zu überwachen galt. Vor allem die über SNMP gesteuerten Abfragen der Switches, RockNet-Geräte, die MediorNet Switches, Firewalls usw. ließen stets ein genaues Bild über den Zustand des Gesamtnetzwerks erkennen. Allein durch die Überwachung der 80 Drucker per SNMP konnte immer die Füllmenge der Toner und der jeweilige Papierstand zusammenfassend gesehen werden.
Nach Abschluss der Veranstaltung wurde der Traffic nochmals analysiert. Die Daten, die dabei gewonnen wurden, werden von Riedel als Referenz für künftige Veranstaltungen dieser Größenordnung verwendet.
Ein anderes Beispiel zum Einsatz von SNMP waren die Abfragen auf den APs. Dadurch war Riedel immer in der Lage, die Anzahl der Clients, die sich mit einem der APs verbunden hatten, zu sehen.
PRTG Network Monitor von Paessler
Dazu setzten die Techniker von Riedel auf die Überwachungslösung PRTG Network Monitor der Paessler AG, die bei Großveranstaltungen schon zum festen Repertoire des Wuppertaler Event-Experten zählt. Auf Grund der enormen Größe dieser Infrastruktur nutzte Riedel eine Unlimited Site-Lizenz von PRTG Network Monitor, die die Überwachung beliebig vieler Punkte im Netzwerk ermöglichte. Insbesondere das Monitoring des Steuernetzwerkes war ein wesentlicher Aufgabenbereich der Paessler-Lösung. Bereits während der Aufbauphase der Infrastruktur half die Software den Verantwortlichen bei den Tests und der Fehleranalyse, sodass sie, falls nötig, frühzeitig Korrekturen vornehmen konnten.
Das Signalnetzwerk bestand dabei vornehmlich aus den MediorNet- und RockNet-Systemen, zwei Lösungen aus dem von Riedel selbst entwickelten Portfolio. Bei MediorNet handelt es sich um eine integrierte Echtzeit-Netzwerklösung, die Signaltransport (Video/Audio/Kommunikation/Daten), Routing sowie Signalbearbeitung und -konvertierung miteinander verbindet. Beispielsweise wickelte Riedel die Bearbeitung aller Kamerasignale über MediorNet ab. Dazu richteten die Techniker 63 Frames ein, die einen redundanten, doppelten Fiber-Ring bildeten.
Mit Hilfe einer sechsfachen Ethernet-Karte erweiterten die Experten von Riedel zudem die Anschlussoptionen von MediorNet und erreichten auf diese Weise sechs 1Gbit-Ethernet-Ports inklusive transparentem Tunneling. Die freie Skalierbarkeit der Ports ermöglichte zudem eine bestmögliche Fiber-Ausnutzung. Jedes Eingangssignal konnten die Audiotechniker mit Hilfe des integrierten Signal-Routing auf einen oder mehrere Ausgänge verteilen – ganz unkompliziert per Mausklick oder auch noch komfortabler via Router-Steuersystem.
MediorNet und RockNet
Um die Audiosignale zu verteilen, nutzte Riedel eine Kombination aus MediorNet und RockNet. Hinter der Lösung RockNet verbirgt sich ein Echtzeit-Audionetzwerk, das speziell für Tour- und Festinstallationen konzipiert wurde. Dabei verbindet es die komplexe digitale Signalübertragung mit der einfachen Bedienung sowie der Widerstandsfähigkeit analoger Lösungen. Die Techniker können hier zwischen zwei Betriebsarten wählen: Entweder überträgt RockNet auf einer CAT-5-Leitung parallel 160 Kanäle bei 24bit/48kHz oder 80 Kanäle bei 24bit/96kHz. Alle RockNet-Ringe, die die Techniker in der Düsseldorfer Arena installierten, waren mit den MediorNet-Systemen verbunden. Auf diese Weise konnte das Audionetzwerk ca. 1.200 Audiosignale von den unterschiedlichsten Formaten aufnehmen und dem jeweiligen Abnehmer zuleiten. Um dies bei der Größe der Infrastruktur bewältigen zu können, fanden 200 RockNet-Komponenten Verwendung.
„Bei dieser Veranstaltung haben wir besonders viel mit dem Maps-Feature von PRTG gearbeitet, vor allem weil das Areal und die Menge an Material keine übersichtlichere Ansicht bot als die Ansicht über die Maps“, erklärt Jonathan Salim, Systemadministrator bei Riedel. „Die Maps haben wir an diversen Standorten dem jeweiligen Operator zur Verfügung gestellt. Mit Flat Screens und den PRTG-Maps der Arena und des Pressezentrums haben wir bei den beteiligten Technikern sicherlich Eindruck gemacht und wieder die zentrale Überwachung einer ganzen TV-Produktion in den Mittelpunkt stellen können.“
PRTG wachte über die Funktionalitäten
Auf alle Verbindungen dieser einzelnen Bereiche sowie auf sämtliche IT-Funktionen hatte PRTG kontinuierlich ein Auge. Die Software fungiert als zentrale Kontrolleinheit und sichert auch bei möglichen Ausfällen die stetige Übertragung der Daten. Die Besonderheit eines PRTG-Netzwerk-Monitorings besteht darin, dass es sich in Form einer so genannten Failover-Cluster-Solution anlegen lässt. Hierbei bilden bis zu fünf PRTG-Server-Installationen als Netzknotenpunkte („Nodes“) ein ausfallsicheres Failover Monitoring System.
Auf diese Weise läuft die Überwachung auch bei Systemstörungen oder -Crashs weiter, da eine Backup-Installation die Position des Hauptservers einnimmt. Abgesehen davon meldet sich PRTG nicht erst bei Ausfällen, sondern auch schon bei drohenden Störungen, sodass die Verantwortlichen rechtzeitig einschreiten können, um Probleme zu vermeiden. Dazu alarmiert die Lösung beim Erreichen festgelegter Schwellenwerte, beispielsweise in der Bandbreitenbelastung oder bei anderen Parametern, den Administrator.
Fazit
„Durch die enorme Größe der Infrastruktur sowie der mehrstündigen Übertragungsdauer war PRTG sehr hohen Anforderungen ausgesetzt, die es aber ohne Probleme erfüllen konnte“, fasst Jonathan Salim zusammen. „Wir arbeiten bereits seit einiger Zeit mit der Paessler-Lösung und sind äußerst zufrieden mit diesem Tool. PRTG war uns sowohl beim Einrichten auch als im laufenden Betrieb eine große Hilfe und gab uns einen präzisen Einblick in das weit verzweigte Netzwerk für den ESC. Dementsprechend haben wir ein durchweg positives Feedback vom NDR und dem Betreiber der Arena erhalten.“
Für die Signal- und Netzwerkinfrastruktur gab es ein Lob von Mitgliedern der den ESC produzierenden European Broadcasting Union (EBU, Europäische Rundfunkunion), einem Zusammenschluss von knapp 75 Rundfunkanstalten in insgesamt 56 Ländern in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Neben den Siegern aus Aserbaidschan gab es somit noch ein zweites Gewinner-Duett: „Zwölf Punkte für Riedel und PRTG!“
Über die Autorin
Julia Manderbach arbeite als freie Journalistin
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