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Umschalten auf IP Moderne Videoüberwachung durch zukunftsweisende Netzwerktechnik

| Autor / Redakteur: Luke Harley / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In einer zunehmend unsicherer werdenden Welt ist die Überwachung durch Videotechnik zur Abwehr von Sicherheitsbedrohungen, Verhinderung von Diebstahlsdelikten und dem Schutz von Immobilien, und Arbeitsstätten unerlässlich geworden. Neue Technologien für die Videoüberwachung der Zukunft bieten mit neuen Features nun wachsende Einsatzmöglichkeiten.

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Moderne Überwachungstechnik erfordert leistungsfähige Netzwerke.
Moderne Überwachungstechnik erfordert leistungsfähige Netzwerke.
(Bild: © borislav15 - stock.adobe.com)

Der globale Markt für Videoüberwachung expandiert so schnell, dass er einer Studie von Research and Markets zufolge bis 2026 einen Umsatz von 106,98 Milliarden US-Dollar erwirtschaften wird – eine durchschnittliche Wachstumsrate von 15,4 Prozent.

Zum Glück sind die Tage langsamer, klobiger und verschwommene Bilder liefernder Überwachungskameras gezählt. Mit zunehmender Digitalisierung des privaten und beruflichen Lebens hat auch die Notwendigkeit fortschrittlicher digitaler Sicherheit massiv zugenommen und zu einem gestiegenen Kaufinteresse an anspruchsvolleren Netzwerkkameras geführt.

Es ist inzwischen bereits 23 Jahre her, seit die erste netzwerkfähige Überwachungskamera vorgestellt wurde und der Markt ist inzwischen an einem Wendepunkt angelangt. Heute machen IP-Kameras rund zwei Drittel des gesamten Volumens an Sicherheitskameras aus. Da für Verbraucher jetzt IP-Haussicherheitskameras wie Ring und Blink im Handel erhältlich sind, ist es eindeutig an der Zeit, dass Netzwerkadministratoren und Systemintegratoren die Zukunft der IP-Überwachung in Angriff nehmen.

Die neuen Power-over-Ethernet-Überwachungskameras (PoE) liefern die nächste Generation von Sicherheitsfunktionen – einschließlich HD-Bildqualität selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Sie bieten die Möglichkeit, aufgenommenes Bildmaterial zu schwenken, zu neigen, zu zoomen und zu speichern, ohne, dass hierfür ein Lagerraum zur Aufbewahrung von Bändern benötigt wird.

Mit IP-Überwachungskameras können intelligente Analysen und Warnhinweise direkt an mobile Endgeräte wie Smartphones gesendet werden. Unternehmen sind auf diese Weise stets über ungewöhnliche Aktivitäten oder Bewegungen informiert, der Einsatz eines großen, kostenintensiven Sicherheitsteams entfällt. Einige Kameras bieten sogar eine Objekterkennung an, bei der das System zwischen einem potenziellen Einbrecher und einer streunenden Katze, die an der Kamera vorbeiläuft, intelligent unterscheiden kann.

Stillstand vermeiden – Flexibilität schaffen

Doch was passiert, wenn Probleme innerhalb des Überwachungsnetzes auftreten? Unternehmen haben zurecht Bedenken, ihr gesamtes System herunterzufahren, um einen Kamerafehler zu beheben oder ein Software-Update aufzuspielen. Die hohe Erwartung, im eigenen Netzwerk arbeiten zu können, ohne die Kamerasysteme auszuschalten, ist heute jedoch nicht mehr so einfach zu erfüllen – egal ob es sich um ein kleines Büro oder campusweite Netzwerke handelt.

Die einfachste Möglichkeit, dies zu gewährleisten, besteht im Hinzufügen zusätzlicher IP-überwachungsspezifischer Netzwerkswitches, mit denen Überwachungsnetzwerke auch ohne ein umfangreiches Support-Team gewartet werden können. Solche Switches sind in der Lage, den Status jeder Kamera zu überwachen, jedes Gerät eines Drittanbieters automatisch neu zu starten oder Upgrades zu installieren – ohne die Stromversorgung der Kameras oder des Systems zu unterbrechen. Doch so sehr IP-Überwachungskameras den Sicherheitsprozess auch einfacher, schneller und zuverlässiger machen, deren erfolgreicher Einsatz ist dennoch nicht frei von Herausforderungen.

Die Anforderungen der IP-Sicherheit bewältigen

Da neue Kameras immer komplexer werden, benötigen sie mehr Strom. Dies kann dazu führen, dass die Grenzen der normalen Ethernet-Verkabelung gegebenenfalls nicht mehr ausreichen. Um diese zu erweitern, fügen Netzwerkadministratoren traditionell Booster zum Kameranetzwerk hinzu, da ein Netzwerk mit wachsender Distanz zur Stromquelle über immer weniger elektrische Leistung verfügt. In großen Unternehmensgebäuden oder Hotelresorts bevorzugen Systemintegratoren jedoch Netzwerke mit größerer Reichweite – ohne sich zusätzlichen Equipments zu bedienen.

Um dem entgegenzuwirken, sind IP-Überwachungsswitches, die die Flexibilität von PoE-Leistungsbereichen bieten, ohne dass eine elektrische Verkabelung installiert werden muss, von Vorteil. Diese ermöglichen für PoE-Geräte eine weitaus größere Reichweite von bis zu 250 Metern und eröffnen die Möglichkeit, von 15,4 W (802.3af) auf 30 W Leistung (802.3at) zu skalieren, was einer Reihe von Geräten ein Plus an Flexibilität bietet. Dies reduziert die Kosten für den Systemadministrator und bietet mehr Leistung für Schwenk-, Kipp- und Zoomkameras oder für nächste Gerätegeneration.

Der Flut an Daten Herr werden

Angesichts der Qualität und Größe von HD-Material ist die Datenspeicherung ein weiteres großes Thema. Die Weiterentwicklung der IP-Technologie hat dazu geführt, dass Sicherheitsteams oft Bilder mehrerer Überwachungskameras mit ihrem großen Datenvolumen – etwa in Einkaufszentren oder Bürogebäuden – gleichzeitig streamen. Einzelhändler und Banken speichern das Filmmaterial oft bis zu sechs Monate lang im Archiv, um es jederzeit sichten zu können. Aber wo speichert man all diese Daten am besten?

Sicherheitsintegratoren sollten darauf achten, eine Überwachungsinfrastruktur basierend auf Switches mit hoher Bandbreite zu implementieren. Diese Switches sind für die Migration des Filmmaterials in die Cloud zuständig. Cloud-Speicherlösungen ermöglichen es Sicherheitsteams, den Bedarf an kostspieligen On-Site-Servern vor Ort und die IT-Wartung zu reduzieren. Durch die Verlagerung von sicherheitsrelevantem Bildmaterial in die Cloud können Disaster Recovery, automatisches Backup und Software-Updates im gesamten Netzwerk remote verwaltet werden.

Eine der anderen wachsenden Bedenken vieler Unternehmen in Bezug auf die IP-Überwachung ist die Angst, ein potenzieller Cyberkrimineller könnte über das Überwachungssystem auf das Hauptnetzwerk des Unternehmens zugreifen. Diese Angst hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ein völlig neues, isoliertes Netzwerk nur für Überwachungsgeräte zu schaffen. Ein zweites Netzwerk ist jedoch nicht nur kostspielig, sondern auch mit mehr Aufwand für Installation und Verwaltung verbunden.

Mit einem webverwalteten Netzwerk kann das System in Echtzeit von überall aus überwacht und der Betreiber ortsunabhängig auf ungewöhnliche Aktivitäten innerhalb seines Systems aufmerksam gemacht werden. Dadurch gestaltet sich die gesamte Überwachung kostengünstiger und weniger aufwendig. Da alle wichtigen Funktionalitäten in einem zentralen Netzwerk konsolidiert sind, steigt automatisch auch das eigene Sicherheitsgefühl.

Auf die technologische Überholspur wechseln

Mit dem anhaltenden Wachstum der IP-Überwachung geht es innerhalb der Sicherheitsbranche nicht mehr nur um Kameras. Da deren Funktionsumfang kontinuierlich zunimmt, drängen die Kunden auf schnellere und effizientere Netzwerke, um die Überwachungssysteme der Zukunft zu steuern und zu kontrollieren. Dies eröffnet Sicherheits- und Netzwerkintegratoren wachsende Möglichkeiten, durch die Nutzung neuester IP-Technologien eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit, detailliertere Analysen und mehr Leistung innerhalb von Überwachungsnetzwerken bereitzustellen.

Luke Harley.
Luke Harley.
(Bild: Zyxel)

So wie man eine Autobahn benötigt, um bei voller Fahrt das hohe Verkehrsaufkommen zu bewältigen, werden schnelle Fahrspuren nun auch für leistungsstarke Sicherheitsnetze zur Pflicht. Durch die Integration netzwerkfähiger Überwachungssysteme mit Switches, die speziell für Hochleistungskameras und Sicherheitssysteme entwickelt wurden, wird die Industrie in der Lage sein, die Leistungsfähigkeit moderner IP-Überwachung voll auszuschöpfen.

Über den Autor

Luke Harley ist EMEA Market Development Manager Switches bei Zyxel Networks.

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