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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 26

Moderne LAN-Technologien: Zukunftssicheres LAN-Design

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Quality of Service (QoS)

Das Thema Voice over IP treibt jedem, der ernsthaft sparen möchte, zunächst ein Glänzen in die Äuglein. Es ist ja irgendwo auch sehr verlockend, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Senkung der unverschämt hohen Kosten für Ferngespräche und Abschaffung der noch unverschämt teureren eigenen Nebenstellenanlage. Man ist dafür sogar bereit, Qualitätseinbußen hinzunehmen.

An dieser Stelle sollen vor allem zwei Bereiche erwähnt werden, die in der allgemeinen Propaganda kaum Raum einnehmen: Zuverlässigkeit und Paketlaufzeit.

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Vielfach ist es immer noch so, dass Unternehmensnetze teilweise sehr lange Wege zwischen Clients und Servern vorsehen. Im Sinne der Zuverlässigkeit ist die Verfügbarkeit eines Weges definiert als das Produkt der Verfügbarkeiten seiner Strecken bzw. Koppelkomponenten, wenn diese hintereinander durchlaufen werden.

Hat also eine jede Strecke bzw. Koppelkomponente die hohe Verfügbarkeit 0,99 und muss ein Weg aus 10 Strecken bzw. Koppelkomponenten zwischen Client und Server durchlaufen werden, ergibt sich nur noch eine Gesamtverfügbarkeit von 0,9. Dies ist ein inakzeptabler Wert: das Netz wäre praktisch einen Monat im Jahr nicht recht nutzbar.

Ein Weg aus 4 Strecken wäre konstruktiv realistisch und führt zu einer Zuverlässigkeit von 0,96 – einem sehr guten Wert für Datennetze. Wegen der Verkopplung vieler Komponenten können Datennetze alleine ohne weitere Hilfsmittel und besondere Maßnahmen niemals so zuverlässig sein wie z.B. zentrale TK-Anlagen.

Für die Planung eines Netzes im Hinblick auf möglichst hohe Verfügbarkeit ist es zudem wichtig zu wissen, welche Verkehrsströme in welcher Intensität auftreten und wo diese entlanglaufen. Erst dann kann man das Netz optimiert designen und die Server richtig platzieren.

Bei der Laufzeit kann man das gleiche Szenario anwenden, allerdings werden hier die Verzögerungen lediglich addiert, was zu weniger dramatischen Ergebnissen führt. Allerdings muss man sich darüber klar sein, dass hohe Verzögerungen einzelner Komponenten, wie Brücken und Router konventioneller Bauart, in bestimmten Umgebungen nicht mehr tragbar sind.

Ein weiterer Bereich ist die inadäquate Leistung für den Server-zu-Server-Verkehr. Obwohl es sich hier um relativ wenige Anschlüsse handelt, wird an dieser Stelle oft unnütz gegeizt.

Schwachstellen

Besonders bedauerlich ist zudem, dass man auch mit dem fehlerhaften Einsatz einer hochwertigen Komponente – dem LAN-Switch – ebenfalls grauenvolle Fehler machen kann. Stellt man nämlich den LAN-Switch mitten ins Netz, wird dieser schnell zum Single Point of Failure, der das Netz besonders angreifbar macht.

Damit aber nicht genug. Weitere Schwachstellen sind etwa zu viele Benutzer in einem Segment. Viele Planer haben immer noch nicht begriffen, dass es zunächst nur um nackte Leistung geht, ohne Firlefanz, ohne Delays, ohne komplizierte Software.

In die gleiche Problem-Kategorie fallen auch die Trennungen in Haupt- und Unternetze – Primär-, Sekundär- und Tertiärbereiche. Immer dann, wenn Pakete herumgereicht werden müssen, wird es potentiell langsam. Doch der Software-Unfug zur Strukturierung von Netzen ist längst noch nicht ausgestanden.

Man darf auch nicht vergessen, dass man im Switch um jede Mikrosekunde feilscht und andererseits bestimmte Berechnungen, die für den Nachrichtentransport ebenfalls nötig sind, einem gemütlichen Prozessor am Rande überlässt.

weiter mit: Ein universeller Planungsansatz

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