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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 26

Moderne LAN-Technologien: Zukunftssicheres LAN-Design

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Ein universeller Planungsansatz

Angesichts der schwierigen Situation durch sich permanent ändernde Randbedingungen und in Anbetracht des Zwangs, irgendwann auch einmal mit der Planung fertig zu werden, muss man versuchen, einen universellen Ansatz zu finden und diesen dann geeignet durchzusetzen. An dieser Stelle wird der Plan für ein Netzwerk skizziert, welches den oben genannten Anforderungen Rechnung tragen kann.

Im Gegensatz zur vielfach geäußerten Client/Server-Dichotomie ist der Autor aufgrund seiner Erfahrung der Meinung, dass es künftig eine mindestens dreistufige Ausprägung der C/S-Technologie geben wird.

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In der ersten Stufe stehen die Clients und in der dritten spezialisierte Server für Transaktionen, DBMS-Systeme, Anwendungen oder Web-Services. Diese Maschinen sind „hochgezüchtet“ und spezialisiert. Sie arbeiten auf verteilten Objekten, die dann, wenn sie benötigt werden, über Mechanismen wie CORBA2 zusammengesetzt werden.

Der unmittelbare Zugriff von Clients auf derartige Server ist allerdings eher unerwünscht, weil man die hochspezialisierten Geräte der dritten Stufe in einer Server-Farm anordnet und schützt. Also tritt sozusagen ein Vermittlungsserver hinzu, der von sich aus einfache Dinge wie E-Mail oder File-Services abwickeln kann und des weiteren über TP-Monitore, DB-Router, Name Services und Web-Caching verfügt.

Wir nennen diesen Server „Home-Server“, weil er auf den Bedarf der ihn unmittelbar benutzenden Gruppe eingestellt ist. Wir nennen ihn nicht Abteilungsrechner, weil dieser Begriff bereits für ältere Geräte benutzt wird. Der Home-Server steht also zwischen den Clients und den Spezialgeräten. Er braucht nicht endlos leistungsfähig zu sein, vielmehr wird diese Konstruktion vielen NetWare-Servern eine neue Aufgabe zukommen lassen und die Investitionen in gute Server-Maschinen schützen.

Beispiele

In den Abbildungen zeigen wir eine sinnvolle Beispielstruktur. Sie verfügt über ein skalierbares Backbone mit in diesem Fall fünf Switches. Fällt einer dieser Switches aus, kann man die hinter diesem liegenden Rechner bzw. Subnetze nicht mehr erreichen.

Leitungsausfälle zwischen den Switches können jedoch automatisch behoben werden; wenn wichtige Rechner an mehrere Switches angeschlossen werden, können diese zudem Re-Routen. Die Clients sind noch an relativ einfache Netze angeschlossen, die jeweils einen Zugang zu den Switches haben.

Das Backbone ist vollständig skalierbar und kann auch in größeren Geländen/Campussen aufgebaut werden. Zwischen den Switches können unterschiedliche Übertragungswege benutzt werden, in der Regel wird man aber Fiber-Optic-Verbindungen vorsehen. Wenig Spielraum herrscht allerdings bei den Client-Anschlüssen, die ja mit einem einfachen Netz ausgeführt sind und somit kaum verändert werden können.

Manche IT-Abteilungen konnten wirklich leistungsfähige Systeme installieren, die eine weit über das aktuelle Tagesgeschäft hinausreichende Kapazität bereitstellen. Von da an war in den meisten Fällen einfach Ruhe und im Sinne einer Vollkostenrechnung ist gerade bei kleineren Mannschaften eine technisch teure, aber dann betreuungsarme Lösung vorzuziehen. Organisationen, in denen immer noch die Einkaufsabteilungen Büroklammern und LANs kaufen, sieht die Sache schlechter aus, weil hier der reine Komponentenpreis über allem steht.

Dabei ist es mit LANs wie mit Fahrrädern: wenn man für 150 Euro Neoschrott kauft, die Gabel bricht und man wochenlang im Krankenhaus liegt, hat man auch viel verdient!

In den nächsten Folgen kommen wir zu Konkretisierungen, die uns letztlich dabei helfen, die gewünschte Struktur zu implementieren.