MDM: Auf die Plattform kommt es an

Mobile Betriebssysteme im Vergleich

| Autor / Redakteur: Thomas Bär und Frank-Michael Schlede / Andreas Donner

Eine moderne MDM-Plattform muss mit allen verfügbaren mobilen Betriebssystemen und deren verschiedenen Versionen umgehen können.
Eine moderne MDM-Plattform muss mit allen verfügbaren mobilen Betriebssystemen und deren verschiedenen Versionen umgehen können. (Bild: Scanrail - Fotolia.com)

Für Smartphones und Tablets gibt es eine große Betriebssystem-Auswahl. Administratoren wird es daher vermutlich nicht gelingen, eine einzige Plattform durchzuboxen. Bei der Auswahl einer MDM-Software müssen sie deshalb drei Faktoren in Bezug auf das mobile Betriebssystem der Geräte berücksichtigen: Verbreitung, Sicherheit und Verwaltbarkeit.

Apples iOS für iPad, iPod und iPhone ist im Moment das Maß der Dinge am Mobile-Markt. Die Geräte sind bei den Benutzern sehr beliebt und aufgrund der großen Verbreitung sind MDM-Lösungen für iOS am besten ausgebaut.

Mag sein, dass dieser momentane Vorsprung dauerhaft kippt, aber aktuell kann der IT-Verantwortliche Apple-Geräte mit gängigen MDM-Lösungen sehr gut managen. Was den Sicherheitsaspekt angeht, sind iPhone & Co. eher ein Risiko. Der Marktanteil in Verkäufen beträgt laut IDC aktuell 17,3 Prozent.

Android in der Erfolgsspur

Im November 2007 gründete das Internet-Unternehmen Google mit 33 Partnern die Open Handset Alliance, die seither als Konsortium mit Sitz in Mountain View in Kalifornien die Entwicklung und Organisation des Betriebssystems Android vorantreibt. Hardware-Gründungsmitglieder der ersten Stunde waren neben Samsung die Mitstreiter HTC, LG und Motorola.

Das quelloffene Android-Betriebssystem basiert auf Linux, wobei es nicht als Linux-Distribution im Allgemeinen gezählt wird, da zu viele Unix-System-Eigenschaften modifiziert sind. Die Anzahl aktivierter Geräte überstieg 2013 laut Wikipedia eine Milliarde Androiden weltweit.

Mit einem solch hohen Verbreitungsgrad wird Android für Schadsoftware-„Hersteller“ immer interessanter. Seit Anfang 2012 prüft Google den Play Store regelmäßig auf maligne Programme. Apps aus anderen Stores, so auch beispielsweise aus einem Unternehmens-Store einer MDM-Lösung, erfordern jedoch, dass die Installation aus unbekannten Quellen aktiviert werden muss.

Die Verbreitung von Android ist sehr hoch, die Zukunftsaussichten gehen weiterhin von einer starken Verbreitung aus. Das Sicherheitskonzept ist mittelmäßig bis mangelhaft, die MDM-Unterstützung ist gut, die Verwaltbarkeit gemeinhin mittelmäßig. Der Marktanteil in Verkäufen liegt laut IDC aktuell bei 75 Prozent.

Windows – sicher, aber wenig verbreitet

Microsoft hat sich sehr schwer getan, den Trends der Mobile-Branche zu folgen, und leidet immer noch an einer recht schwachen Verbreitung seiner Windows-Phone-Plattform. Im Vergleich zum Vorgänger Windows Mobile haben die Redmonder was die Sicherheit angeht bei diesem System aber alles richtig gemacht: Kein Prozess kann auf die Daten einer anderen Applikation zugreifen und Hintergrundprogramme dürfen nur von den Entwicklern von Microsoft stammen.

Die hohe Sicherheit führt dazu, dass der „normale“ Benutzer bis zur Version 7 von Windows Phone nicht einmal einen Screenshot machen konnte – dazu war eine Entwicklerversion notwendig. Die Managementfunktionen sind eher begrenzt, daher unterstützen bisher nur sehr wenige MDM-Lösungen Microsoft Mobiltelefone. Der Marktanteil in Verkäufen beträgt laut IDC aktuell magere 3,2 Prozent.

Blackberry auf dem Rückzug

Blackberry war, was das Management von Mobilsystemen angeht, bisher eine gute und sichere Wahl: Mit dem BES (Blackberry Enterprise Server) war der aus Kanada stammende Hersteller einer der ersten, der es schaffte, seinen Kunden eine komplette Kommunikations- und Verwaltungsinfrastruktur zu bieten.

Keine der derzeit am Markt verfügbaren MDM-Varianten ist ein 100-prozentiger Ersatz für einen BES. Grundsätzlich arbeiten aber verschiedene MDM-Varianten auch mit der Blackberry-Software zusammen.

Aufgrund der Tatsache, dass es dem Hersteller nicht schnell genug gelang, attraktive Mobilgeräte für seine Kunden zu liefern, ist die Verbreitung von Blackberry aktuell auf einen sehr geringen Wert geschmolzen. Zwar bietet die Firma nunmehr auch Touch-fähige Smartphones, doch auch diese können mit der Android- oder iOS-Plattform nicht mithalten. Der Marktanteil in Verkäufen liegt laut IDC aktuell bei 2,9 Prozent.

Symbian bald nur noch Geschichte

Die einst populäre Symbian-OS Plattform von Nokia, die anschließend in die Meego/Tizen-Umgebung münden sollte, spielt auf dem aktuellen Mobile-Markt keine Rolle mehr. Technologisch hat das aus Finnland stammende Unternehmen diverse Trends am Markt verpasst. Durch die Übernahme von Nokia durch Microsoft ist Symbian einmal mehr der Boden unter den Füßen entzogen worden. Der Marktanteil in Verkäufen ist laut IDC auf aktuell 0,6 Prozent geschrumpft.

Keine Empfehlung möglich

Eine grundsätzliche Empfehlung für eine einzelne Plattform kann nur schwer gegeben werden: Geht es um den reinen Sicherheitsaspekt, so sind das Windows Phone und die Blackberry-Systeme sicherlich eine sehr gute Wahl. Unter dem Gesichtspunkt der reinen Verbreitung sind Androiden unschlagbar. Innerhalb der eigenen Produktlinie bietet auch Apple eine stabile und ausgereifte Plattform an.

Ganz nüchtern muss festgestellt werden, dass mit den aktuellen MDM-Lösungen iOS-Geräte am einfachsten und funktionellsten verwaltet werden können. Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen und Variationen in der Android-Welt kommt es im Zusammenspiel mit MDM zuweilen zu Schwierigkeiten. IT-Verantwortliche und Anwender, die sich auf einen Hersteller (hier sei besonders Samsung hervorgehoben) konzentrieren, werden aber mit Android dieselben positiven Ergebnisse erzielen können wie mit den Apple-Systemen.

Bei der Auswahl einer MDM-Lösung muss der IT-Verantwortliche aber je nach Firmenrichtlinien auch sicherstellen können, dass alle benötigten Plattformen möglichst gut unterstützt werden.

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