Client-Systeme aus der Cloud verwalten

Microsoft Intune und O&O Syspectr auf dem Prüfstand

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O&O Syspectr auf dem Prüfstand
O&O Syspectr auf dem Prüfstand
(Bild: Schlede/Bär)

Schnell, einfach zu nutzen und aus Deutschland: O&O Syspectr

Die Berliner Softwarefirma O&O hat sich bei ihren Produkten auf die Windows-Welt spezialisiert und so kann es nicht verwundern, dass sich die Firma auch bei ihrer Administrationslösung Syspectr auf die Verwaltung und Betreuung von Windows PCs und Server konzentriert.

Auch bei Syspectr handelt es sich um eine reinrassige Cloud-Anwendung, sodass die mit der Betreuung der Endgeräte beauftragten Mitarbeiter nur einen Browser samt Internet-Verbindung benötigen. Im Gegensatz zu Microsoft Intune setzt der Anbieter hier auf eine moderne universelle Web-Oberfläche, die wir in unseren Tests mit allen gängigen Browsern wie dem Mozilla Firefox, Google Chrome, dem Internet Explorer und auch dem neuen Edge Browser unter Windows 10 nutzen konnten, ohne dass Probleme bei den Funktionen oder der Anzeige auftraten.

Wer seine Windows-Systeme mit Syspectr verwalten möchte, muss dazu auf der Web-Seite des Anbieters ein eigenes Konto anlegen. Danach können die Systeme in die Verwaltungssoftware aufgenommen werden. Diese besteht aus einem Client-Programm, das von der Web-Seite heruntergeladen und auf dem Rechner installiert werden muss. Das Programm läuft auf diesen Systemen im Hintergrund, wobei es die unterschiedlichen Funktionen des Windows-Systems überwacht und protokolliert.

Die Einrichtung des Kontos ist notwendig, weil das Client-Programm vom Server individuell für das entsprechende System konfiguriert wird. Die Systemvoraussetzungen sind dabei gering: Das .NET 4.0 Framework muss installiert sein und der der Nutzer muss Administratorrechte auf dem Client-System besitzen. Administratoren, die ein größeres Netzwerk verwalten möchten, in denen die Client-Systeme Mitglieder eine Active-Directory-Domäne sind, können den Client-Agent auch mit Hilfe von Gruppenrichtlinien als MSI-Datei auf die Systeme zu bringen. Auf der Web-Seite des Anbieters steht eine genaue Anleitung bereit, die erläutert wie das funktioniert.

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Übersichtliches Arbeiten unter der grafischen Oberfläche

Nach der Installation des Client-Agents erkennt das System anhand der von diesem Programm übermittelten Daten, um welche Betriebssystemversion es sich auf dem Client handelt. Es zeigt diese Informationen zusammen den grundlegenden Hardware-Daten wie CPU, Hauptspeicher und Grafikkarte an.

Obwohl Syspectr sicher keine vollständige Inventarisierungslösung ersetzen kann, zeigt das Programm beispielsweise beim Hauptspeicher auch an, wie viele Speicherbausteine im System zu finden sind. Information zu ausstehenden Updates und Patches sowie zur installierten Software werden ebenfalls angezeigt.

Die Systeme können in Gruppen angezeigt werden, die der Anwender nach eigenen Vorstellungen anlegen kann. Befinden sich virtualisierte Betriebssysteme unter den Rechnern, so werden diese zuverlässig von der Lösung erkannt – das funktionierte bei unseren Tests sowohl mit den Windows-8.1- als auch den verschiedenen Ausprägungen von Windows 10 tadellos, die innerhalb des Netzwerks sowohl als virtuelle Maschinen unter VMware Workstation als auch nativ auf verschiedenen Geräten betrieben wurden.

Neben dem Online-Status und der Betriebssystemversion erhält der Administrator auch Informationen zur Sicherheit des jeweiligen Systems: Schaltet ein Nutzer zum Beispiel die Windows-Firewall aus, wird das sofort direkt in der Konsole und (je nach Konfiguration) auch via E-Mail-Nachricht gemeldet. Weitere Sicheraspekte wie der Status des Gast-Kontos (ist es wirklich deaktiviert?) oder ob eine mögliche Deaktivierung der UAC (User Account Control – Benutzerkontensteuerung) durch den Nutzer erfolgt, bekommt der Systemverwalter ebenfalls über die Web-Anwendung mitgeteilt. Der Hersteller hat zudem einige Programme aus dem eigenen Portfolio mit in die Lösung integriert, sodass Anwender unter anderem mittels DriveLED Informationen zu den S.M.A.R.T-Daten der Festplatten (intern und USB) in den Client-Systemen bekommt.

Damit ein Systembetreuer im Zweifelsfall auch direkt auf das überwachte System zugreifen kann, steht die integrierte Software O&O Desktop bereit. Sie baut eine Remote-Desktop-Verbindung direkt aus dem Syspectr-Client heraus auf und läuft dabei vollständig im Browser, ohne dass dazu ein zusätzliches Plugin installiert werden muss. So können Systembetreuer leichter und vor allen Dingen auch sicher von anderen Systemen (wie Tablets oder Smartphones) aus auf ihre Clients zugreifen. Wobei der Einsatz dieser Lösung von einem solchen mobilen System nach unserer Erfahrung eher eine Notlösung bleiben wird, da beispielsweise die Bedienung eines Windows-Systems im Browser eines Smartphones alles andere als komfortabel ist.

weiter mit: Fazit: Zwei Lösungen, ähnlich und doch nicht gleich

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