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Studie von Cisco Kommt der Digitalisierungsschub?

Von Ann-Marie Struck

Vor der Wahl hatte fast jede Partei die Digitalisierung auf der Agenda. Die Ampel-Koalition hat ihren Koalitionsvertrag beschlossen. Ist das der Startschuss für ein digitales Deutschland? Einer Studie von Cisco zufolge sind die Deutschen noch skeptisch.

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Die Digitalisierung geht hierzulande eher schleppend voran und zwei Drittel der Deutschen glauben nicht an einen Digitalisierungsschub der neuen Regierung.
Die Digitalisierung geht hierzulande eher schleppend voran und zwei Drittel der Deutschen glauben nicht an einen Digitalisierungsschub der neuen Regierung.
(Bild: studio v-zwoelf - stock.adobe.com)

Auf der politischen Agenda häufen sich die Anliegen, von der Pandemie über den Klimaschutz. Bei vielen Themen kann die Digitalisierung einen Beitrag leisten, diese zu meistern. Dafür müsste Deutschland jedoch Cisco zufolge schneller digitaler werden. Auch im gerade verabschiedeten Koalitionsvertrag steht die Modernisierung Deutschlands an erster Stelle, insbesondere bei der Verwaltung: „Wir bringen eine umfassende Digitalisierung der Verwaltung voran. Es geht darum, das Leben für die Bürgerinnen und Bürger leichter zu machen. Wir werden die öffentliche Infrastruktur, öffentliche Räume und Netze modernisieren und dafür Planung, Genehmigung und Umsetzung deutlich beschleunigen. Auch die Wirtschaft soll in der Verwaltung einen Verbündeten haben.“

Die Ziele klingen vielversprechend. An einen Digitalisierungsschub durch die neue Regierung glauben jedoch zwei Drittel der Deutschen nicht. So das Ergebnis einer Civey-Umfrage unter 2.500 Bundesbürgern im Auftrag von Cisco. Als größte Hürde für den Fortschritt nennen 56,4 Prozent der Befragten die Bürokratie, gefolgt von dem mangelnden Breitbandausbau mit 32,6 Prozent. Außerdem glauben laut der Studie 23,3 Prozent, dass unklare politische Zuständigkeiten die Digitalisierung weiterhin ausbremsen werden.

„Die Politik setzt den Rahmen, die Wirtschaft schafft Lösungen. Regularien sind wichtig, sie dürfen aber keinen Stillstand bedeuten oder Unternehmen daran hindern, schneller von der Idee in die Umsetzung zu kommen“, bilanziert Uwe Peter, General Manager Cisco Deutschland. „Deutschland hat kein Ideen- oder Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Deshalb brauchen wir eine echte Digital-Offensive.“ Ferner sieht Peter die Unternehmen mit in der Verantwortung.

Priorität liegt auf Bildung und Verwaltung

Den Umfrageteilnehmern zufolge steht die Digitalisierung der Bildung auf Platz eins. 46,3 Prozent sehen dort den höchsten Digitalisierungsbedarf. 42,2 Prozent erwarten einen Schub in der Verwaltung, gefolgt von dem Gesundheitswesen mit 22,9 Prozent. Außerdem sind 29 Prozent der Befragten der Ansicht, dass es einen großen Aufholbedarf in der branchenübergreifenden IT-Sicherheit gibt.

Aus der Umfrage geht ebenfalls hervor, wie die Befragten die Digitalisierung vorantreiben möchten. So sehen 53,4 Prozent in dem Zugang zu digitalen Angeboten die größten Chancen auf schnelle Fortschritte. Knapp dahinter folgen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft mit 52,5 Prozent und eine höhere Effizienz durch Automatisierung (33,9 %).

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