Auf Grundlage eigener Befragungen und Brancheninformationen erwartet Colt, dass praktische Anwendungen von KI, die Nachhaltigkeit von Netzwerken und Edge Computing in den nächsten zwölf Monaten ganz oben auf der Prioritätenliste von Technologieführern stehen werden.
2024 werden Unternehmen eine breitere Anwendung von KI zur Wertschöpfung in Betracht ziehen.
Colt Technology Services nennt zehn Technologietrends und Prognosen, die nach Ansicht des globalen Anbieters für digitale Infrastruktur im Jahr 2024 für Unternehmen wichtig sein werden.
Mirko Voltolini, Vice President – Innovation, Colt Technology Services, sagt: „KI wird sich im Jahr 2024 weiter durchsetzen: Sie wird im gesamten Unternehmen einen spürbaren Mehrwert schaffen, Edge Computing vorantreiben und Geschäftsabläufe transformieren. Wir gehen davon aus, dass das Thema digitale Souveränität an Bedeutung gewinnen wird, da Unternehmen die lokalen regulatorischen Anforderungen im Auge behalten und nach einem höheren Maß an Sicherheit streben, um ihre Daten vor Risiken zu schützen.“ Er fährt fort: „Das Jahr 2024 wird uns spannende und neue digitale Dienste, Plattformen und Anwendungen bringen, die von intelligenten Technologien und einer flexiblen digitalen Infrastruktur unterstützt werden. Außerdem werden wir den Weg zu einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Netzwerkinfrastruktur beschleunigen.“
1. KI für die Wertschöpfung
Laut einer Studie, die Colt für seinen Digital Infrastructure Report durchgeführt hat, werden Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten eine breitere Anwendung von KI zur Wertschöpfung in Betracht ziehen. Fast jeder Zweite (46 %) plant den Einsatz von KI, um die Kundenerfahrung zu verbessern; derselbe Prozentsatz gilt für die Mitarbeiterschulung, jeweils 45 Prozent zur Förderung des Vertriebs und für das Risikomanagement sowie 44 Prozent für das Marketing, für den Betrieb und zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur. Die Studie Global Digital Trust Insights von PWC ergab, dass fast sieben von zehn Unternehmen (69 %) planen, KI für die Cyberabwehr einzusetzen. Colt geht davon aus, dass die Verwendung von unternehmenssensiblen Datensätzen für das Training von KI-Modellen die Akzeptanz spezieller, unternehmenseigener KI-Implementierungen fördern wird.
2. Applikationsgesteuerter Netzwerkrand (Edge): Aufstieg des intelligenten, datengesteuerten Unternehmens
Riesige Datenmengen werden bereits am Netzwerkrand (Edge) verarbeitet, wobei die Anwendungsfälle größtenteils in der Industrie, der Medizin und im Handel liegen, da die Technologie in die Cloud integriert wird und Latenzzeiten reduziert, was für diese Branchen von besonderer Bedeutung ist. Im Jahr 2024 erwartet Colt ein Wachstum der Zahl von Edge-Anwendungen. Dieses Wachstum wird exponentiell sein und durch die Einführung von KI in Kombination mit intelligenten Technologien wie IoT und immersiver erweiterter Realität (XR) beschleunigt.
3. Netzwerk als Service
Network as a Service (NaaS), verbrauchsbasierte Infrastruktur, On-Demand-Konnektivität – welche Bezeichnung Unternehmen auch immer bevorzugen: Die Möglichkeit, digitale Infrastrukturen nach Bedarf zu nutzen, ist die perfekte Lösung für das Jahr 2024 und darüber hinaus. Die individuelle Nutzung kann dabei unterstützen, Kosten zu sparen, unnötige Energieemissionen zu reduzieren und mit der sich ständig ändernden Marktdynamik Schritt zu halten. Der Infrastruktur-Report von Colt hat ergeben, dass jeder Fünfte (20 %) sagt, dass dies für sein Unternehmen absolut unverzichtbar ist. 89 Prozent der Befragten, die teilweise über eine intelligente digitale Infrastruktur verfügen, nutzen bereits On-Demand-Konnektivität oder planen, sie zu nutzen.
4. Wachstum bei SD-WAN und SASE
SD-WAN und SASE werden bis 2024 und darüber hinaus wachsen. Laut der globalen SD-WAN- und SASE-Prognose von Analysys Mason wird erwartet, dass bis Ende 2028 weltweit etwa 7,5 Mio. SD-WAN-Standorte angeschlossen sein werden (was in etwa einer Verdoppelung der Standortzahlen im Jahr 2023 entspricht). Derselbe Bericht geht davon aus, dass SASE 17 Prozent der kombinierten SD-WAN- und Cloud-Sicherheitsausgaben ausmachen wird, die bis 2028 einen Wert von 21 Mrd. US-Dollar erreichen werden (gegenüber 4,5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2023).
5. Dedizierte drahtlose Netzwerke
Da Unternehmen eine engere Integration zwischen ihrem IT-Stack und ihrer OT-Umgebung (Operational Technologies) anstreben, geht Colt davon aus, dass die Anforderungen an die Indoor-Netzwerkkommunikation in Bezug auf Durchsatz, Latenz und Servicequalität auf Anwendungsebene steigen werden. Die Einführung von KI und intelligenten Technologien wie IoT und immersive XR wird die Bereitstellung dedizierter drahtloser 5G-Netzwerklösungen in Unternehmens- und Produktionseinrichtungen vorantreiben.
6. Infrastruktur-Souveränität
Unternehmen stehen einer Vielzahl aktueller geopolitischer Herausforderungen, strengen Anforderungen bei der Einhaltung von Datenvorschriften und zunehmenden Sicherheitsbedrohungen gegenüber. Darüber hinaus sind hohe Anforderungen an die Verwaltung großer Mengen vertraulicher, sensibler Daten zu erwarten, die durch den Einsatz von KI-Technologie entstehen. Deshalb geht Colt davon aus, dass Bedarf an einer souveränen Infrastruktur entstehen wird. Dies wird sowohl für ruhende als auch für bewegte Daten gelten und die Anforderungen an die Cloud-Infrastruktur sowie die Netzwerksouveränität vorantreiben.
Stand: 08.12.2025
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7. Sicherheit – insbesondere Zero Trust
Für mehr als jeden zweiten (53 %) der IT-Führungskräfte, die Colt im Rahmen seiner Studie mit 1.100 Teilnehmern aus zwölf Ländern befragt hat, nimmt Sicherheit weiterhin die höchste Priorität ein. Die PWC-Studie ergab zudem, dass die Zahl der von Datenschutzverletzungen betroffenen Unternehmen, die mehr als eine Mio. US-Dollar betragen, im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel gestiegen ist – und zwar von 27 Prozent im Jahr 2022 auf 36 Prozent im Jahr 2023. Unternehmen versuchen, ihre Angriffspunkte zu reduzieren und entscheiden sich dafür immer häufiger für den Einsatz von Zero Trust. Colt erwartet, dass sich diese Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten fortsetzen wird.
8. Nachhaltigere Netzwerke
Im Jahr 2024 werden die Technologieunternehmen für ihre ESG-Ziele zur Rechenschaft gezogen werden, was zum Teil auf neue Vorschriften des Europäischen Parlaments zurückzuführen ist, mit denen gegen „Greenwashing“ vorgegangen werden soll. Es wird erwartet, dass die Kohlenstoffemissionen der ITK-Branche die der Reisebranche übersteigen werden. Telekommunikationsunternehmen sind daher verpflichtet, leistungsstarke digitale Netze der nächsten Generation mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt aufzubauen, indem sie die Emissionen durch die Verwendung nachhaltiger Energieressourcen, aufgearbeiteter Hardwarekomponenten und durch die Einbeziehung von End-of-Life-Prozessen reduzieren, die die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft fördern. Colt geht davon aus, dass es bis 2024 für verschiedene Märkte zu Konsultationen und Reformen der Rechtsvorschriften kommen wird, um die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln: Die Gesetzgebung zu Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE) wurde 2002 verabschiedet – die letzte umfangreiche Aktualisierung erfolgte vor über elf Jahren im Jahr 2012. Die Technologiebranche muss dieses Problem bereits im Beschaffungsprozess angehen, indem mehr Informationen über die Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Hardware zur Verfügung stehen.
9. Anstieg der M&A-Aktivitäten in der Telekommunikationsbranche
Nach einer Verlangsamung, die durch die unsichere geopolitische Lage im Jahr 2023 beeinflusst wurde, wird erwartet, dass die M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions, dt. Fusionen und Übernahmen) im Jahr 2024 wieder zunehmen. Sie werden angetrieben durch das schnelle Wachstum der KI, die fortgesetzte Cloud-Migration und die Entwicklung der digitalen Transformationsprogramme der Unternehmen. Technologieunternehmen müssen skalieren, um die vielfältigen Anforderungen ihrer Kunden zu erfüllen. Die Erweiterung ihres Portfolios um neue Fähigkeiten wird ihnen helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben und zu wachsen.
10. Der CEO als Chief Culture Officer
Während die Technologiebranche nach neuen Wegen sucht, um den Personalmangel im Jahr 2024 zu beheben, wird die Unternehmenskultur zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor und Unterscheidungsmerkmal werden. Die Unternehmen werden den CEO als Chief Culture Officer betrachten, der die Kultur vorleben muss.