IT-Trends 2021 Hier lauert die Gefahr

Autor / Redakteur: Sarah Gandorfer / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Covid-19 hat bestimmten Bereichen der IT einen Schub verpasst, darunter Cloud Computing und Homeoffice. Doch beide bergen Risiken für Unternehmen: von falschen Entscheidungen über Datenlecks bis zum IT-Versagen. Hier die Trends in Sachen Cybersecurity.

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Die Gefahr von zerstörerischen Insidern wächst, je weniger sich die Menschen im Büro persönlich kennen.
Die Gefahr von zerstörerischen Insidern wächst, je weniger sich die Menschen im Büro persönlich kennen.
(Bild: © leowolfert-stock.adobe.com)

Die Umstände des Jahres 2020 haben zu einer massiven Verbreitung der Remote-Arbeit und einer steigenden Nutzung von Cloud-Anwendungen geführt. Das bringt auch Sicherheitsrisiken mit sich. Entsprechen hat Cybersecurity-Anbieter Forcepoint für das neue Jahr fünf IT-Sicherheitstrends identifiziert.

Einfach wie Zoom

Wie die Nutzer erlebt haben, funktionieren Video-Konferenzen mit Zoom sehr einfach – obwohl es eine sehr komplexe, globale Anwendung in der Cloud ist. IT-Security wird sich daran orientieren müssen, denn immer mehr Mitarbeiter greifen von außerhalb der Firmennetzwerke auf Cloud-Anwendungen zu. Die klassischen IT-Sicherheitsarchitekturen der Unternehmen sind dafür nicht gewappnet. Deshalb wird sich mit SASE (Secure Access Service Edge) eine ganz neue Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur durchsetzen. Sie stellt Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen in einer konvergenten, cloudbasierten Plattform zur Verfügung – und „zoomisiert“ die IT-Sicherheit. Über eine solche Plattform kann jedermann unabhängig von seinem Ort Cloud-Anwendungen sicher und einfach nutzen.

Orientierung an Daten

Der Umzug ins Home-Office hat einen beträchtlichen Kreativitätsschub gebracht. Um auch unter den besonderen Bedingungen ihre Produktivität erhalten zu können, haben viele Mitarbeiter einfallsreiche Lösungen gefunden – schaffen damit aber potenzielle Sicherheitsrisiken. Unternehmen werden deshalb verstärkt Sicherheitsmaßnahmen implementieren, die sich am menschlichen Verhalten und dem Umgang mit relevanten Daten orientieren – und nicht nur an Systemen. Sie ermöglichen eine umfassende IT-Sicherheit, ohne dadurch die Produktivität der Mitarbeiter einzuschränken.

KI-Algorithmen für Entscheidungen

Im Security-Umfeld ist es noch wichtiger als in vielen anderen Bereichen, dass automatisierte Entscheidungen unvoreingenommen, fair und ethisch vertretbar getroffen werden. Da viele Algorithmen aber eine Black Box darstellen, lassen sie sich nur sehr schwer bis gar nicht verifizieren. Machine Learning und Data Analytics müssen deshalb einer genaueren Prüfung unterzogen und gesellschaftlich diskutiert werden.

Datenverluste

Das ungeplante massenhafte Arbeiten im Homeoffice hat die klassischen Datensicherheitssysteme der Unternehmen an ihre Grenzen gebracht. Im kommenden Jahr werden viele von ihnen feststellen, wie viele Daten sie dadurch verloren haben. 2021 wird deshalb das Jahr werden, in dem sie sicherstellen, dass ihre Daten überall geschützt sind und ihre Mitarbeiter ortsunabhängig sicher arbeiten können. Die neue Remote-Welt wird bleiben und deshalb müssen die Unternehmen den Themen Datensicherheit und Datentransparenz einen ganz neuen Stellenwert zuweisen.

Insider-Gefahr

In der neuen Arbeitswelt, in der sich Mitarbeiter immer häufiger nur noch virtuell begegnen und kaum noch die Firmengebäude betreten, geht von Innentätern eine besonders große Gefahr aus – denn die physischen Kontrollmöglichkeiten entfallen. Das begünstigt auch eine besonders perfide Variante der Cyberkriminalität, die sich steigender Beliebtheit erfreut: „Insider as a Service“. Im Dark Web können Kriminelle gebucht werden, die sich dann von Unternehmen einstellen lassen, um dort für ihre Auftraggeber Daten und wertvolles geistiges Eigentum zu stehlen. Um sich gegen Innentäter aller Art zu schützen, werden Unternehmen zunehmend auf eine verhaltensbasierte IT-Sicherheit setzen.

„2020 war ein Jahr tiefgreifender Umwälzungen und Veränderungen. Der digitale Wandel hat sich erheblich beschleunigt und wir Menschen auf der ganzen Welt haben unser Alltagsverhalten an die neue Normalität angepasst. Damit gehen aber auch ganz neue Sicherheitsrisiken einher“, erläutert Carsten Hoffmann, Manager Sales Engineering bei Forcepoint in München. „Es liegt jetzt an unserer Branche, auf diese neuen Risiken zu reagieren und dafür zu sorgen, dass Unternehmen ihre sensiblen Daten und ihr geistiges Eigentum auch unter den neuen Bedingungen umfassend schützen können.“

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS