Digitalisierung als Chance

Große Herausforderungen für Datenbank­administratoren

| Autor / Redakteur: Ales Zeman / Andreas Donner

Auf den Job des Datenbank-Administrators kommen in den nächsten Jahren große Umwälzungen zu – entsprechend gesucht wird er sein!
Auf den Job des Datenbank-Administrators kommen in den nächsten Jahren große Umwälzungen zu – entsprechend gesucht wird er sein! (Bild: © designer491 - stock.adobe.com)

Die digitale Transformation – oder Digitalisierung – ist in vollem Gang und soll die Effizienz von Produkten, Menschen und Prozessen in Unternehmen steigern. Letztendlich geht es dabei hauptsächlich um das Sammeln und auswerten von Daten, die Unternehmen über Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Logistik-Prozesse und Produkte gewinnen. Im Zentrum daher: der Datenbankadministrator.

Da sich die Sammlung und Auswertung von Daten für immer mehr Unternehmen zu einem zunehmend wichtigeren Erfolgsfaktor entwickelt, wächst im selben Atemzug auch die Bedeutung des Datenbankadministrators (DBA) in den Unternehmen. Gleichzeitig haben jedoch Veränderungen innerhalb der IT, wie der zunehmende Einsatz der Cloud, Automatisierung, Machine Learning (ML) und DevOps, auf die Datenbanktechnologie und die entsprechenden Werkzeuge einen erheblichen Einfluss. Dementsprechend muss auch der DBA seine Rolle neu definieren und sich vom reinen Verwalter der Datenbank zum Gestalter des gebündelten Unternehmenswissen entwickeln.

Dabei gibt es einige Trends und Entwicklungen, die die Administratoren besonders fordern:

Cloud-Migration

Cloud-Datenbanken und DBaaS-basierte Datenbanken sind nicht mehr nur eine Möglichkeit der fernen Zukunft. Ein gewisses Maß an Migration in die Cloud findet jetzt bereits statt und wird sich bis Ende dieses Jahres in den allermeisten Unternehmen durchsetzen. Eine Umfrage der Marktforscher von Unisphere Research vom Dezember 2017 [PDF gegen Registrierung] ergab, dass 45 Prozent der DBAs derzeit relationale Datenbanken (RDBMS) in der Cloud verwalten und ein Drittel der übrigen Befragten erwartete die Verwaltung von Cloud-basierten RDBMS innerhalb eines Jahres.

Trotzdem sind die meisten Unternehmen noch weit davon entfernt, Cloud Native zu sein. Der Großteil aller Organisationen wird sich auf absehbare Zeit in einem hybriden Zustand befinden. Aus derselben Umfrage geht hervor, dass 81 Prozent der Administratoren, die die Verwaltung der lokalen RDBMs übernehmen, auch für die Verwaltung der Cloud-basierten RDBMs ihres Unternehmens verantwortlich sind.

Dabei fordert jede Datenbank die Aufmerksamkeit des Datenbankverantwortlichen auf unterschiedliche Weise. Zum Beispiel berichten DBAs, dass sie innerhalb der lokalen Umgebungen die meiste Zeit mit Wartung verbringen, während sie in Cloud-Umgebungen, insbesondere für DBaaS-Plattformen, den größten Teil ihrer Zeit ihrer wichtigsten Herausforderung widmen können – der Leistung.

Da die Cloud-Migration längst noch nicht abgeschlossen ist, hat der DBA als Datenverwalter des Unternehmens eine strategisch sehr wichtige Rolle. Denn er kann bei der Auswahl neuer Technologien und deren Implementierung strategisch beratend tätig werden. Die Cloud hat die Verwaltung von Datenbanken insgesamt komplexer gemacht und die Realität der heutigen Datenbankumgebungen wird weiterhin einen hybriden Charakter besitzen. Dies wird sich auf absehbare Zeit als die größte Herausforderung für DBAs erweisen.

Automatisierung & Maschinelles Lernen

Zwei weitere wichtige Aspekte sind Automatisierung und Machine Learning. Auf der Makroebene suchen Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation zunehmend nach künstlicher Intelligenz (KI/AI) und maschinellem Lernen (ML), um durch die zeitnahe Auswertung von (Kunden-)Daten, Social Medias und Webseiten Wettbewerbsvorteile bei den von ihnen angebotenen Waren und Dienstleistungen zu generieren. Datenbankmanagement ist da keine Ausnahme.

Entsprechend prägen KI, ML und Automation schon jetzt die Art und Weise, wie DBAs ihre täglichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten angehen müssen. Dazu gehört unter anderem, dass spezielle KI-Technologien zunehmend bestimmte Aufgaben des Datenbankmanagements erfüllen, insbesondere aufgrund gesteigerter Performance. Datenbankanbieter setzen ML ein, um dadurch intelligentere Datenbanken bereitzustellen. Diese sind in der Lage, sich selbst zu patchen und zu verwalten. Darüber hinaus werden DBAs dadurch weitere Tools zur Verfügung gestellt, die Automatisierung nutzen, um administrative Arbeit in Prozesse umzuwandeln. Somit können Workloads mit nur wenigen Mausklicks verwaltet, geschützt und optimiert werden.

Die Verheißungen dieser Technologien für Unternehmen sind offensichtlich. Anstatt besorgt zu sein, welche Auswirkungen dieser Technologien auf ihren Arbeitsplatz haben wird, sollten DBAs KI und maschinelles Lernen als Chance begreifen. Denn sie sind dadurch in der Lage, eine strategischere, funktionsübergreifende Rolle innerhalb des Unternehmens einzunehmen, vor allem in Bereichen wie der Leistungssteigerung und Entwicklung.

DevOps und Datenbanken

2017 war ein hervorragendes Jahr für DevOps, da stetig mehr Unternehmen DevOps-Strategien anwenden. Sie verfolgen dabei das Ziel, die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Anwendungen und Infrastrukturen zu beschleunigen, um in ihren Märkten konkurrenzfähig zu bleiben.

Doch aktuell sind Datenbanken oftmals ein Engpass im DevOps-Prozess. Dies liegt vor allem an der komplexen Natur der Datenbank, die in der Vergangenheit einzigartige Entwicklungs- und Managementprozesse erforderte. Diese lassen sich nur schwer in bestehende Automatisierungsprozesse der Softwareentwicklung integrieren. So kann es passieren, dass eine aktualisierte Anwendung einen Datenbankwechsel erfordert, der DevOps-Prozess dies jedoch nicht abbilden kann und es somit zum kompletten Stillstand des Prozesses kommt.

Neben dem Datenbankentwickler muss folglich auch der DBA stärker in den Anwendungs- und Datenbankentwicklungsprozess integriert werden. Die DevOps-Teams werden sich sodann an den DBA wenden, damit dieser eine führende Rolle bei der Auflösung klassischer Datensilos übernimmt. So kann die Dynamik des DevOps-Workflows erhalten bleiben und für den DBA entstehen eine ganze Reihe von neuen, geschäftskritischen und verantwortungsvollen Aufgaben. Unterstützung erhält der Datenbankexperte durch neue Datenbank-DevOps-Tools, die dabei helfen, Datenbankänderungen in die Continuous-Integration- und Continuous Delivery-Aspekte der DevOps-Prozesse zu integrieren, um Engpässe zu beseitigen.

Fazit

Während sich die Unternehmen digital verändern, muss sich auch die Rolle des DBA weiterentwickeln. Cloud-Migration, die Anwendung und Integration von Automatisierung und KI/ML in Datenbanksystemen und Anwendungen sowie die Einführung von DevOps werden auch weiterhin die täglichen Aufgaben und Routinen des DBA prägen.

Ales Zeman.
Ales Zeman. (Bild: Quest Software)

Diese Trends werden eine zunehmend strategischere und einflussreichere Rolle spielen und es den DBAs dadurch ermöglichen, in ihren Unternehmen eine immer wichtigere Rolle einzunehmen. Die größte Frage für DBAs in nächster Zukunft wird daher sein: Wie werden sie den Herausforderungen der digitalen Transformation begegnen und werden sie ihre Chancen wahrnehmen?

Über den Autor

Ales Zeman ist Leiter der Abteilung Sales Engineering bei Quest Software und im Bereich „Information Management“ für Lösungen für Applikations- und Datenbank-Performance-Management verantwortlich. Zeman arbeitet seit 17 Jahren bei Quest Software, ist Diplom Informatiker und verfügt über 25 Jahre IT-Erfahrung.

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