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Power over Ethernet
PoE bedeutet, dass IT-Geräte über die Twisted-Pair-Datenleitungen auch mit Energie versorgt werden können. Dabei werden entweder die ungenutzten Adern der Leitung verwendet oder es wird zusätzlich zum Datensignal ein Gleichstromanteil über die vier verwendeten Aderpaare übertragen. Die Stromversorgung kann sowohl in aktiven Netzwerkgeräten, zum Beispiel in einem Switch, integriert werden als auch über separate PSE (Power Supply Equipments) erfolgen.
Bisher wurde nach IEEE 803.2af bei 48 V eine maximale Leistung von 15,4 Watt spezifiziert. IEEE 803.2at (Power over Ethernet Plus) fordert, die Leistung künftig auf 24 W bei Umgebungstemperaturen von bis zu 50°C zu erhöhen, das entspricht einem Strom von 600 mA per Adernpaar.
Es bestehen Befürchtungen, dass diese Grenzwerte bei vorhandenen Installationen zu Beschädigungen, Ausfall oder gar Bränden führen könnten. Eine generelle Zulassung für Altanlagen wird daher ausgeschlossen, ein PoE Cabling-Guide ist in Vorbereitung, um Hinweise zu geben, unter welchen Bedingungen PoE plus über vorhandene Verkabelungen geleitet werden kann.
Auch aus Sicht der IEC Steckverbindergremien kann die Stromerhöhung bis auf 600 mA im Moment des Ziehens des Steckverbinders kritisch werden, wenn Verbindungen regelmäßig unter Last gezogen werden. Um für zukünftige Anwendungen gesicherte Informationen zum Ziehen unter Last geben zu können, erarbeiten die Steckverbinder-Experten von IEC SC 48B Empfehlungen für ISO/IEC JTC1 SC25.
Ausblick
Die Entwicklung der anwendungsneutralen Kommunikationskabelanlagen für die IT-Infrastruktur moderner Gebäude ist noch nicht abgeschlossen. Es ist bisher der Cu-Verkabelungsindustrie immer wieder gelungen, die Grenzen weiter nach oben zu schrauben, bzw. zu höheren Frequenzen, zu treiben. Dadurch blieb das Lichtwellenleiter-Segment relativ klein.
Der klare Trend zum „Wireless“ wird auf absehbare Zeit zwar Teile der heutigen IT-Infrastruktur übernehmen, sie aber nicht vollständig ersetzen. Für intelligente Häuser jedoch ist die Konvergenz der verschiedenen Technischen Standards wünschenswert, um den weltweiten Wettbewerb auf eine gemeinsame Plattform zu stellen.
Im Applikationsfeld Industrie wurden die ISO/IEC 24702 Anforderungen in die regionalen europäischen Normen, EN 50173-1 und EN 50173-3, sowie in die US Norm ANSI/TIA/ EIA-1005 übernommen.
Der Autor

Gerd Weking ist General Manager Intellectual Property and International Standardization der Harting Technologiegruppe.
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