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Studie von Ringcentral Gefühlslage der deutschen Remote-Worker ist gemischt

Von Ann-Marie Struck

Die vergangenen beiden Pandemie-Jahre haben die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Doch wie geht es Remote- oder Hybrid-Workern bei ihrer täglichen Arbeit? Eine Studie von Ringcentral versucht die Stimmungslage deutscher Arbeitnehmer abzubilden.

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Wenn das Chatfenster aufploppt, fühlen Sie sich freudig oder gestresst? Eine Umfrage von Ringcentral fängt das Stimmungsbild von deutschen Remote-Workern ein.
Wenn das Chatfenster aufploppt, fühlen Sie sich freudig oder gestresst? Eine Umfrage von Ringcentral fängt das Stimmungsbild von deutschen Remote-Workern ein.
(Bild: simoneminth - stock.adobe.com)

Sind Sie glücklich im Homeoffice? Und welche Kommunikationskanäle nutzen Sie zur Kommunikationen mit Ihren Kollegen? Diese Fragen stellen sich nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das Marktforschungsunternehmen Ipsos ist im Auftrag von RingCentral unter anderem ebendiesen Fragen nachgegangen.

Das Ergebnis: UC-Tools werden deutlich mehr genutzt. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie stärker auf Collaboration-Tools angewiesen sind als vor der Pandemie. Ferner sind 46 Prozent von den Tools überzeugt und sehen durch den Einsatz eine Verbesserung ihrer Kommunikation.

Text führt zu mehr Missverständnissen...

Doch welche Kommunikationskanäle nutzen Arbeitnehmer? 89 Prozent der deutschen Arbeitnehmer bevorzugen die Sprachkommunikation, um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben. Textbasierte Nachrichten, vor allem über Gruppenchats, werden gemäß der Studie von den deutschen Arbeitnehmer eher kritisch gesehen: 77 Prozent finden Gruppenchats im Arbeitsalltag umfangreich. Zudem sind 65 Prozent der Meinung, dass zu viel Textkommunikation die Fähigkeit zur Interaktion mit anderen Mitmenschen beeinträchtigt. 51 Prozent gehen sogar so weit zu sagen, nur via Text zu kommunizieren führe zu Feindseligkeiten am Arbeitsplatz.

Kommt es jedoch zu einem Disput, greifen deutsche Arbeitnehmer förmlich „zum Hörer“ und setzten auf eine sprachbasierte Kommunikation. Denn 74 Prozent sind der Ansicht, Konflikte können besser durch ein Gespräch gelöst werden. Dasselbe gilt auch für das persönliche Kennenlernen von Mitarbeiter.

...Chefs fühlen sich isolierter...

Einer der negativen Aspekte des Homeoffice ist der wenige Kontakt zu den Kollegen. Laut der Umfrage fühlen sich vier von zehn bei der Arbeit stärker isoliert oder sogar einsam. Als Gründe nennen die Befragten neben dem begrenzten Kontakt zu Kollegen, die allgemeine psychische Gesundheit und eine abgeflaute Begeisterung für den eigenen Job.

Im Rahmen der Umfrage wurden auch die unterschiedlichen Arbeitsmodelle verglichen: 100 Prozent Homeoffice versus Hybrid Work. 35 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass man durch hybride Arbeitsformen einen besseren Kontakt zu den Kollegen hat als durch reine Remote-Work-Konzepte. In der Gruppe der Entscheidungsträger sagen das sogar 44 Prozent. Weiter fühlen sich 48 Prozent der Business-Entscheider bei einem Remote-Work-Modell isoliert. Der Wert liegt 1,5 Mal höher als bei Nicht-Entscheidungsträgern.

Und der Blick in die Zukunft: Auch für 2022 erwarten 35 Prozent der Vollzeitbeschäftigten, dass sie weiterhin in hybriden oder Remote-Work-Modellen arbeiten werden.

...Eltern glücklicher...

Doch die Arbeit von Zuhause bringt auch einige Vorteile mit sich. So geben auch 23 Prozent der befragten Vollzeitbeschäftigten an, nun in der Arbeit glücklicher zu sein als vor der Pandemie. Der Studie zufolge sollen vor allem Arbeitnehmer mit Kindern von der Umstellung auf hybride oder Homeoffice-Arbeitsplätze profitiert haben. 32 Prozent der deutschen berufstätigen Eltern sind seit der Pandemie zufriedener am Arbeitsplatz.

Außerdem sagen 56 Prozent der berufstätigen Eltern, dass sie persönliche Beziehungen mit Kollegen auch aus der Ferne aufbauen können, ohne neue Kollegen jemals persönlich getroffen zu haben. Des Weiteren würden laut den Umfrageergebnissen 26 Prozent der vollzeitarbeitenden Mütter ihren Arbeitgeber wechseln, fiele die Möglichkeit für hybride oder Homeoffice-Arbeit weg. Im Vergleich dazu: Bei den restlichen Befragten sind nur 14 Prozent zu diesem Schritt bereit.

...und die Jungend überforderter.

Darüber hinaus untersuchte die Studie auch die Herausforderungen der jüngeren Generationen in Remote-Work-Modellen. Dabei handelt es sich um die Altersgruppe zwischen 25 bis 34 Jahren. Den Ergebnissen zufolge war diese Gruppe von größeren Herausforderungen des neuen Arbeitsplatzmodells betroffen. Denn 58 Prozent der befragten Deutschen in dieser Altersklasse musste ihre Wohnung renovieren oder umgestalten, um sich an die neuen Arbeitsplatzanforderungen anzupassen. Im Gegensatz dazu mussten nur ein Drittel der Arbeitnehmer im Alter von 45 bis 54 Jahren Anpassungen an der eigenen Wohnsituation vornehmen.

Über die Studie

Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Ipsos befragte für die Studie im Auftrag von Ringcentral im August 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland. Die Befragung fand mittels einer Online-Studie statt und fragte gezielt nach den Erfahrungen im Remote-Work-Modell seit Beginn der Pandemie. Zeitgleich wurde auch ein internationale Studie durchgeführt bei der jeweils 2.000 Arbeitnehmer in den USA, Großbritannien, Australien und Frankreich befragt wurden. Die hier genannte Zahlen beziehen sich lediglich auf die Befragten aus Deutschland.

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