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Single Pair Ethernet Erster SPE-Standard veröffentlicht

| Autor / Redakteur: Kristin Rinortner / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die IEC 63171-6 hat Ende Januar 2020 die Schnittstelle für Single Pair Ethernet standardisiert. Das Steckgesicht basiert auf dem Vorschlag T1 Industrial Style von Harting.

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Single Pair Ethernet: Das Netzwerk SPE Industrial Partner ist seit der Gründung im November 2019 auf mittlerweile 20 Mitglieder angewachsen. Im Bild Vertreter der sieben Gründungsmitglieder.
Single Pair Ethernet: Das Netzwerk SPE Industrial Partner ist seit der Gründung im November 2019 auf mittlerweile 20 Mitglieder angewachsen. Im Bild Vertreter der sieben Gründungsmitglieder.
(Bild: Harting)

Am 23. Januar 2020 veröffentlichte das IEC Normungskomitee SC 48B die IEC 63171-6 als internationalen Standard für Ethernet-Schnittstellen über nur noch ein Adernpaar. Das in der Norm beschriebene Steckgesicht T1 Industrial Style wurde bereits 2016 von Harting in die Standardisierung gegeben und ist nun die international genormte Standardschnittstelle für SPE-Netzwerke in M3I3C3E3-Umgebungen (Industrie).

Die IEC 63171-6 fließt als vollständiges Normendokument mit allen Spezifikationen und Prüfparametern mit in die ISO/IEC 11801-3 für Verkabelungen ein und stellt hier die vorgegebene Standardschnittstelle dar. Der Einsatz anderer Verkabelungskomponenten als in IEC 63171-6 ist zwar möglich, allerdings nicht normkonform und birgt das Risiko von Funktionseinbußen.

Aus diesem Grund hat ISO/IEC JTC 1/SC 25/WG 3 schon 2018, auf Bitten von IEEE 802.3, einen internationalen Auswahlprozess gestartet, der eine Empfehlung für ein SPE Media Dependent Interface (MDI) gibt. Im Ergebnis dieser Wahl von über 20 nationalen Normungsgremien hat sich für industrielle Anwendungen ein Steckgesicht durchgesetzt: Für die Industrie und industrienahe Anwendungen (M2I2C2E2 und M3I3C3E3) das Steckgesicht nach IEC 63171-6. Dieses Steckgesicht basiert auf dem Hartings Vorschlag des T1 Industrial.

Dieses Ergebnis wurde von TIA TR-42 und IEEE802.3cg bestätigt. Damit ist das vom SPE Partner Network unterstützte Steckgesicht T1 Industrial nach IEC 63171-6 die Standardschnittstelle für eine durchgängig genormte M3I3C3E3-End-to-End-Verbindung in Single-Pair-Ethernet-Netzwerken.

Das SPE Industrial Partner Network wächst

Die Gründungsmitglieder des auf der SPS 2019 gegründeten SPE-Partner-Netzwerks (Harting, TE Connectivity, Hirose, Leoni, Murrelektronik, Würth Electronic und Softing IT Network) wie auch die danach hinzugekommenen Unternehmen igus, Dehn, Helukabel, Molex, Amphenol ICC, Lütze, Escha, Perinet, EKF, Zheijang Zhaolong, Metz Connect und Hirschmann Automation and Control unterstützen den Standard IEC 63171-6. Die neuen Mitglieder stehen darüber hinaus für eine Partnerschaft aus Technologieführern, die sich für die von der ISO/IEC JTC 1/SC 25/WG 3 und TIA TR-42 in 2018 festgelegte Schnittstelle T1 Industrial nach IEC 63171-6 als einheitliches Media Dependent Interface aussprechen.

Anfang der Kalenderwoche 13 ist nun auch Fluke Networks dem SPE Industrial Partner Network beigetreten. Damit hat sich die Mitgliederzahl auf 20 erhöht. Fluke Networks ist damit in beiden SPE-Konsortien vertreten. Das ist für einen Testgerätehersteller sinnvoll und zeigt, dass man die IEC 63171-6, IEC 63171-5 und IEC 63171-2 unterstützen will.

Für die zuverlässige Etablierung des gesamten zukünftigen SPE-Ecosystems werden auch Standards für Übertragungsprotokolle, Verkabelung und Gerätekomponenten gemeinsam unterstützt. Daher stehen alle Mitglieder des Partnerprogramms sowie auch die ISO/IEC JTC 1/SC 25/WG 3 in engem Austausch und intensiver Zusammenarbeit mit IEEE 802.3 und IEC SC 46C für einheitliche Übertragungsstandards und Kupferdatenkabel.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Elektronikpraxis.

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