Das Zusammenspiel von Cloud, Edge und Fog Computing eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten der Datenverarbeitung. Dabei bietet jede der drei Technologien unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Chancen liegen in hybriden Architekturen, die die Vorteile jedes Ansatzes optimal kombinieren.
Künstliche Intelligenz bringt die dezentrale Datenverarbeitung in der Cloud, am Edge und in Fog-Schichten auf ein neues Niveau.
(Bild: AD - stock.adobe.com)
Cloud Computing bietet optimale Skalierung in Netzwerken
Cloud Computing bildet die zentrale Grundlage für viele moderne Anwendungen, indem der Ansatz große Datenmengen in global verteilten Rechenzentren speichert und verarbeitet. Unternehmen greifen auf Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure zurück oder auch Google Cloud Platform zurück, um von flexiblen und skalierbaren Infrastrukturen zu profitieren, ohne eigene Hardware betreiben zu müssen. Besonders im Bereich der Datenanalyse und des maschinellen Lernens bietet die Cloud enorme Vorteile. Hier lassen sich Rechenprozesse, die große Mengen an Speicher und Leistung benötigen, kosteneffizient und sicher durchführen.
Cloud Computing erlaubt zudem eine dynamische Anpassung an die jeweilige Auslastung: Bei hoher Nachfrage können Rechenressourcen schnell skaliert und bei Bedarf wieder reduziert werden. Diese Flexibilität und Kosteneffizienz der Cloud bringt jedoch auch Nachteile mit sich, insbesondere in Bezug auf Latenzzeiten und Sicherheitsrisiken. Für Anwendungen, die eine nahezu unmittelbare Reaktion erfordern, etwa in der industriellen Automatisierung oder in der Medizintechnik, ist die zentrale Datenverarbeitung in entfernten Rechenzentren oft zu langsam. Dazu kommen potenzielle Sicherheitsrisiken, da Unternehmen sensible Daten in externe Infrastrukturen auslagern. Diese Anforderungen haben Edge und Fog Computing als Ergänzungen zur Cloud-Architektur hervorgebracht, um eine effizientere Verarbeitung nahe am Entstehungsort der Daten zu ermöglichen.
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Edge Computing: Datenverarbeitung am Netzwerkrand
Edge Computing beschreibt die Datenverarbeitung an der Peripherie des Netzwerks, also möglichst nah an der Quelle der Datenerzeugung. In der Industrie bedeutet dies beispielsweise, dass Sensoren und Controller direkt am Einsatzort, etwa in Fertigungsanlagen oder autonomen Fahrzeugen, Daten erfassen und verarbeiten. Die lokale Datenverarbeitung hat den Vorteil, dass Informationen nahezu in Echtzeit analysiert und in Aktionen umgesetzt werden können. Die industrielle Produktion, das autonome Fahren und das Gesundheitswesen sind typische Anwendungsbereiche, in denen die extrem niedrigen Latenzzeiten von Edge Computing entscheidend sind.
Im Vergleich zur zentralen Cloud-Architektur reduziert Edge Computing zudem die Menge an Daten, die zur Cloud übertragen werden müssen, was Bandbreitenkosten senkt und gleichzeitig die Sicherheit durch reduzierte Übertragungen erhöht. Da die Daten lokal verarbeitet und nur relevante Informationen weitergeleitet werden, wird das Risiko von Sicherheitslücken und Datenschutzverletzungen verringert. Gleichzeitig stellt Edge Computing Unternehmen vor Herausforderungen, da die Verwaltung zahlreicher verteilter Geräte und die Gewährleistung von Sicherheit auf Netzwerkelementen zusätzliche Ressourcen erfordert. Die Wartung und Überwachung verteilter Edge-Geräte bedarf besonderer Sicherheitslösungen, die vor Ort implementiert und kontinuierlich aktualisiert werden müssen. Dadurch steigt die Komplexität der Systemarchitektur und erfordert spezialisierte Fähigkeiten, um die Stabilität und Effizienz der Infrastruktur langfristig sicherzustellen.
Fog Computing für komplexe, verteilte Architekturen
Während Edge Computing darauf abzielt, Daten direkt am Ort der Entstehung zu verarbeiten, bietet Fog Computing eine erweiterte Schicht der Datenverarbeitung, die zwischen Edge und Cloud positioniert ist. Diese „Fog-Schicht“ ermöglicht es, anspruchsvollere Rechenprozesse direkt im Netzwerk und in unmittelbarer Nähe zu den Edge-Geräten auszuführen.
Besonders in Bereichen wie Smart Cities und der industriellen Automatisierung, wo Sensoren und IoT-Geräte kontinuierlich große Datenmengen erzeugen, erweist sich Fog Computing als nützlich. So können etwa Verkehrsströme in Echtzeit überwacht und angepasst werden, um die Effizienz des Stadtverkehrs zu verbessern und Emissionen zu reduzieren. Auch in der Fertigungsindustrie kann Fog Computing genutzt werden, um maschinelle Prozesse zu optimieren und Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen.
Die Architektur des Fog Computings erlaubt es, Daten in unmittelbarer Nähe zur Quelle zu analysieren und nur wichtige Informationen zur Cloud weiterzuleiten, was die Bandbreitenbelastung reduziert. Der zusätzliche Schritt zwischen Edge und Cloud bietet nicht nur eine Verbesserung der Reaktionszeiten, sondern auch eine erhöhte Sicherheit, da die Daten direkt in der „Nebel-Schicht“ verarbeitet und gespeichert werden, bevor sie die Cloud erreichen.
Jedoch bringt die Implementierung einer solchen Infrastruktur zusätzliche Herausforderungen mit sich, da die Verwaltung und Integration der verteilten Geräte eine hohe technische Komplexität erfordert. Es bedarf umfangreicher Standardisierungsmaßnahmen und Interoperabilität zwischen den verschiedenen Schichten, um eine reibungslose Kommunikation und Datensicherheit zu gewährleisten.
Stand: 08.12.2025
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Hybride Architekturen: Cloud, Edge und Fog Computing strategisch einsetzen
Viele Unternehmen setzen auf hybride Architekturen, die Cloud-, Edge- und Fog Computing in einer flexiblen Struktur vereinen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Architekturen erlauben eine dynamische Verteilung der Datenverarbeitung je nach Dringlichkeit und Speicherbedarf. Ein Beispiel für die hybride Nutzung bietet AWS mit seinem Greengrass-Service, der maschinelles Lernen und Datenverarbeitung auf Edge-Ebene unterstützt, während die IoT-SiteWise-Plattform von AWS für Analysen in der Cloud genutzt wird.
Auch Microsoft Azure bietet mit Azure Stack Edge eine ähnliche Lösung, die Daten lokal verarbeitet und relevante Informationen für langfristige Analysen in die Cloud überträgt. Ein weiteres Beispiel ist Azure Stack HCI, der Cloud Computing in das lokale Rechenzentrum implementiert. Solche Architekturen ermöglichen es Unternehmen, sensible und zeitkritische Daten sicher vor Ort zu verarbeiten und gleichzeitig die Rechenleistung der Cloud für umfassende Analysen zu nutzen. Dabei reduziert sich nicht nur der Datenverkehr zur Cloud, sondern auch die Abhängigkeit von einer einzelnen Infrastruktur.
Ein hybrider Ansatz ermöglicht eine höhere Flexibilität und kann maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Industriezweige bieten. Der Einsatz erfordert jedoch auch Investitionen in die Infrastruktur vor Ort und ein effizientes Datenmanagement, da die Integration und Synchronisation der verschiedenen Architekturschichten komplex ist und spezialisierte Management- und Sicherheitslösungen benötigt.
Zukunftsperspektiven: Mit 5G und KI das Potenzial erweitern
Mit der zunehmenden Verbreitung von 5G und der Integration der künstlichen Intelligenz direkt an der Edge gewinnt die Kombination von Edge und Fog Computing weiter an Bedeutung. 5G-Netzwerke eröffnen neue Möglichkeiten für Echtzeitanwendungen, da sie hohe Bandbreiten und niedrige Latenzen bieten, was die Basis für Anwendungen wie autonomes Fahren und industrielle Automatisierung bildet.
Gleichzeitig entwickelt sich Edge-KI als neuer Trend, bei dem maschinelles Lernen direkt auf Edge-Geräten ausgeführt wird. Diese Edge-KI kann etwa für die Echtzeitanalyse von Kamerabildern in autonomen Fahrzeugen oder für die Überwachung von Produktionslinien in Echtzeit genutzt werden. Die Verschmelzung von Edge und Fog Computing mit der KI-gestützten Datenverarbeitung ermöglicht es, große Datenströme lokal zu analysieren und darauf basierend Entscheidungen zu treffen, ohne auf zentrale Rechenzentren angewiesen zu sein.
Dabei wird deutlich, dass keine einzelne Architektur allen Anforderungen gerecht werden kann. Vielmehr etabliert sich die Kombination von Cloud, Edge und Fog Computing als langfristige Lösung, die es Unternehmen erlaubt, die Stärken jeder Technologie effizient zu nutzen und so eine hochgradig skalierbare und sichere Infrastruktur zu schaffen, die den komplexen Anforderungen der vernetzten Zukunft entspricht.
Edge-KI, die künstliche Intelligenz direkt auf Edge-Geräten verarbeitet, gewinnt besonders in Echtzeitanwendungen an Bedeutung. Statt Daten in die Cloud zu senden, werden komplexe Algorithmen direkt auf Sensoren, Kameras oder Mikrocontrollern ausgeführt, wodurch die Latenz deutlich reduziert wird. Dies ermöglicht eine sofortige Analyse und Reaktion, was entscheidend für Anwendungen wie autonomes Fahren, die Überwachung in Produktionsprozessen oder auch die Analyse von Videodaten in der Sicherheitsüberwachung ist. KI-Modelle können lokal trainiert und ständig angepasst werden, wodurch auch sensible Daten direkt am Ort der Entstehung bleiben und somit Sicherheitsrisiken reduziert werden. Fortschritte im Bereich des „Federated Learning“ ermöglichen es zudem, dass Edge-Geräte KI-Modelle trainieren und die Resultate anschließend für globale Verbesserungen synchronisieren, ohne dass Rohdaten geteilt werden.
KI beim Einsatz von Edge- und Fog Computing
Fog Computing kann von KI profitieren, indem es als zusätzliche Verarbeitungsstufe für komplexe KI-Anwendungen dient, die eine höhere Rechenleistung erfordern, als Edge-Geräte allein bieten können. Durch die Kombination von Edge-KI und Fog-Architekturen wird die Datenverarbeitung lokalisiert und zugleich skaliert, sodass Anwendungen in Echtzeit reagieren und komplexere Analysen ausführen können.
In industriellen Umgebungen könnte Fog Computing zum Beispiel zur Überwachung und Analyse von Maschinenzuständen genutzt werden, indem KI-Algorithmen Fehlermuster und Abnutzungserscheinungen frühzeitig erkennen und Maßnahmen anstoßen.
Sicherheitsaspekte und Herausforderungen dezentraler Datenverarbeitung
Die dezentrale Struktur von Edge und Fog Computing bringt besondere Sicherheitsanforderungen mit sich, da Daten an vielen verschiedenen Standorten verarbeitet werden. Anders als bei Cloud Computing, das oft zentralisierte und standardisierte Sicherheitsmaßnahmen bietet, müssen Edge- und Fog-Umgebungen eine Vielzahl von Geräten und Knotenpunkten schützen. Diese verteilte Infrastruktur kann potenzielle Schwachstellen aufweisen, insbesondere wenn IoT-Geräte in das Netzwerk eingebunden sind, die häufig nur begrenzte Sicherheitsfunktionen bieten.
Maßnahmen wie lokale Datenverschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Software-Updates sind daher essenziell, um die Sicherheit dezentraler Architekturen zu gewährleisten. Auch bei der Verwaltung von Zugriffsrechten und dem Schutz gegen physische Angriffe müssen Edge- und Fog-Computing-Umgebungen besonders strenge Kontrollen implementieren. Das Zusammenspiel von Edge, Fog und Cloud stellt IT-Teams vor die Herausforderung, eine durchgängige Sicherheitsarchitektur zu entwickeln, die sowohl Skalierbarkeit als auch Flexibilität bietet, ohne die Sicherheit zu kompromittieren.
Datenmanagement und Interoperabilität zwischen Geräten und Plattformen optimieren
Ein weiterer Aspekt in der Entwicklung von Cloud, Edge und Fog Computing ist die Optimierung von Datenmanagement und Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Geräten und Plattformen. Da Edge- und Fog-Computing-Umgebungen auf zahlreichen, oft heterogenen Geräten basieren, wird ein effizientes Datenmanagement zur zentralen Herausforderung. Geräte und Softwareplattformen nutzen verschiedene Protokolle und Standards, was die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks erschwert. Ansätze zur Standardisierung von Datenformaten und Kommunikationsprotokollen wie das OpenFog-Referenzmodell sollen hierbei Abhilfe schaffen und die Interoperabilität fördern.
Ein weiterer Trend betrifft den Energieverbrauch. Die Verarbeitung riesiger Datenmengen an verteilten Standorten kann zu erheblichen Energieanforderungen führen, insbesondere in datenzentrierten Anwendungen wie KI. Deshalb gewinnt energieeffizientes Design an Bedeutung, bei dem spezielle Prozessoren für Edge-Geräte und intelligente Energiemanagementstrategien zum Einsatz kommen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Zudem wächst das Interesse an Green Computing – Technologien und Architekturen, die nicht nur Leistung, sondern auch Umweltaspekte berücksichtigen.
Der Fortschritt im Bereich des „Network Function Virtualization“ (NFV) und der Nutzung von Container-Technologien wie Docker für Edge- und Fog-Umgebungen ermöglicht es, IT-Ressourcen noch flexibler zu nutzen. Dies ist besonders relevant, um Software-Updates und neue Funktionalitäten schneller bereitzustellen, ohne die Geräte lokal physisch anpassen zu müssen. Diese Techniken machen es einfacher, verteilte Umgebungen effizienter und wartungsfreundlicher zu gestalten.
Das OpenFog-Referenzmodell: Standardisierung und Interoperabilität für verteilte Architekturen
Das OpenFog-Referenzmodell spielt eine entscheidende Rolle bei der Etablierung von Fog Computing als robusten Standard, der Interoperabilität und Sicherheit in verteilten Architekturen fördert. Entwickelt durch das OpenFog Consortium, einem Zusammenschluss von Unternehmen wie Cisco, Intel, Microsoft und Dell, legt dieses Modell eine Architektur für Fog-Computing-Netzwerke fest, die es ermöglicht, Cloud-, Edge- und Fog-Dienste nahtlos miteinander zu verbinden. Ziel des Modells ist es, durch eine standardisierte Schichtstruktur und einheitliche Kommunikationsprotokolle die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geräte und Plattformen zu verbessern, ohne dass Kompatibilitätsprobleme oder Sicherheitslücken entstehen.
Das OpenFog-Referenzmodell basiert auf einer mehrschichtigen Architektur, die spezifische Anforderungen wie Skalierbarkeit, Sicherheit und Latenzoptimierung berücksichtigt. In Fog-Umgebungen, die große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten, hilft das Modell dabei, Rechen- und Speicherressourcen effizienter zu verteilen und dabei lokale Anforderungen mit globalen Zielen der Cloud zu verbinden. Es bietet außerdem Richtlinien für die Verwaltung von Zugriffsrechten und die Implementierung sicherer Kommunikationsprotokolle, was besonders in sicherheitskritischen Anwendungsbereichen wie der Industrie oder im Gesundheitswesen wichtig ist.
Network Function Virtualization (NFV) im OpenFig-Modell
Ein wesentlicher Aspekt des OpenFog-Modells ist die Unterstützung der Network Function Virtualization (NFV), was bedeutet, dass Funktionen des Netzwerks durch Software anstelle von dedizierter Hardware ausgeführt werden. Dies reduziert die Abhängigkeit von spezifischen Hardware-Komponenten und fördert die Flexibilität in Fog-Architekturen, da Software-Updates und neue Funktionalitäten zentral bereitgestellt und verwaltet werden können.
Damit adressiert das Modell auch die Herausforderungen der Skalierbarkeit, indem es eine dynamische Anpassung an die jeweiligen Ressourcenanforderungen ermöglicht und so die Effizienz des Netzwerks optimiert. Das OpenFog-Referenzmodell bietet Unternehmen eine klare Grundlage zur Implementierung von Fog-Architekturen und unterstützt sie dabei, flexible, sichere und interoperable Netzwerke aufzubauen.
Anstatt dedizierte Hardware für jede Netzwerkfunktion wie Routing, Firewalls oder Load-Balancing zu verwenden, macht NFV diese Funktionen als Software verfügbar, die auf Standardhardware laufen kann. Diese Abstraktionsebene schafft in Fog-Computing-Umgebungen eine enorme Flexibilität, da Netzwerkressourcen dynamisch zugewiesen und neue Funktionen ohne Hardwareänderungen bereitgestellt werden können.
In der Praxis bedeutet NFV für Fog-Computing, dass Unternehmen ihre Netzwerke kosteneffizient skalieren und schnell auf Veränderungen in der Netzwerkbelastung oder neue Anforderungen reagieren können. Dies ist besonders wertvoll in Branchen wie der Industrie 4.0, wo Maschinen in Echtzeit auf Netzwerkänderungen reagieren müssen.
NFV ermöglicht außerdem das schnelle Einspielen von Sicherheitsupdates und Funktionsänderungen, da alle Netzwerkfunktionen zentral verwaltet werden können. Auch die Implementierung von Sicherheitsmechanismen wird durch NFV verbessert, da Administratoren schnell auf Bedrohungen reagieren und Sicherheitsfunktionen über das gesamte Netzwerk hinweg aktualisieren können, ohne lokale Geräte einzeln anpassen zu müssen.
NFV ist nicht nur ein technischer Fortschritt, sondern auch ein strategisches Element zur Steigerung der Effizienz und Anpassungsfähigkeit von Fog-Architekturen. Da NFV auf Standardhardware läuft, reduziert es die Investitionskosten und den Wartungsaufwand, während es gleichzeitig die Ausfallsicherheit erhöht, da virtualisierte Funktionen schnell auf alternative Server verlagert werden können, falls ein Problem auftritt. Somit ermöglicht NFV, dass Fog-Computing-Netzwerke den Anforderungen moderner Anwendungen wie IoT und KI-Anwendungen gerecht werden, die eine flexible und skalierbare Infrastruktur benötigen.