Lösungen für den Netzwerkrand

Edge-Plattform für die industrielle Prozesssteuerung

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die HPE Edgeline EL300 ist ein lüfterloses System mit Intel-Core-i5-Prozessoren, bis zu 32 GB Arbeitsspeicher und 3 TB Festplattenspeicher.
Die HPE Edgeline EL300 ist ein lüfterloses System mit Intel-Core-i5-Prozessoren, bis zu 32 GB Arbeitsspeicher und 3 TB Festplattenspeicher. (Bild: HPE)

Neue Lösungen für die HPE Edgeline Converged Edge Systems sollen die Bereitstellung und den Betrieb von integrierten Systemen vereinfachen, die industrielle Sensoren und Steuerungen mit Informationstechnik verknüpfen, um Prozesse zu analysieren, zu steuern und zu automatisieren.

Auf der Grundlage einer offenen Edge-Plattform sei es möglich, eine Vielzahl von industriellen Systemen (Operational Technology, OT) und IT-Anwendungen miteinander zu verknüpfen – von der Feldebene bis zur Unternehmensebene und vom Netzwerkrand bis zur Cloud. Die neuen Lösungen von Hewlett Packard Enterprise (HPE) umfassen:

  • HPE Edgeline OT Link Plattform: Die offene Plattform automatisiere das Zusammenspiel von OT- und IT-Systemen am Netzwerkrand (Edge) und ermögliche damit eine intelligente und autonome Steuerung von industriellen Prozessen.
  • HPE Edgeline Systemmanagement: Das laut Hersteller branchenweit erste speziell auf Edge-Systeme zugeschnittene Systemmanagement soll am Netzwerkrand für Verfügbarkeit, Konnektivität und Sicherheit sorgen.
  • HPE Edgeline EL300 Converged Edge System unterstütze OT Link und das Edgeline-System-Management, könne rauen Betriebsumgebungen widerstehen und eine Vielzahl von industriellen Anwendungen ermöglichen.
  • HPE Edgeline Field Application Engineering Services, bereitgestellt von HPE Pointnext, sollen Unternehmen dabei helfen, IoT- und cyberphysische Systeme zu planen, aufzubauen, anzupassen und zu betreiben.

Wer Sensordatenanalysen für die Echtzeitsteuerung von industriellen Prozessen nutzen möchte, müsse die Daten direkt dort verarbeiten, wo sie entstehen: am Netzwerkrand bzw. am Edge. Datentransfers an ein entferntes Rechenzentrum würden zu viel Zeit kosten, das Netzwerk überlasten und hohe Kosten verursachen. Die Datenanalyse am Edge, so HPE, kämpfe allerdings mit eigenen Herausforderungen, etwa dem Management der IT-Infrastruktur in rauen und entlegenen Betriebsumgebungen sowie der Integration von industriellen Systemen mit IT-Anwendungen.

Bereitstellung von IoT- und cyberphysischen Systemen

Bisher sei die Bereitstellung von IoT- und cyberphysischen Systemen ein arbeitsintensives Unterfangen. Das Zusammenspiel von OT-Netzwerken, Steuerungssystemen und Datenflüssen mit Treibern, Middleware und IT-Anwendungen müsse manuell programmiert werden. Die HPE Edgeline OT Link Plattform könne diesen Prozess vereinfachen, Kosten reduzieren und die Einführung beschleunigen. Die Lösung umfasst:

  • HPE Edgeline OT Link Plattform Software (eine Workflow-Engine und ein Anwendungskatalog), die es Kunden ermöglichen soll, Komponenten, Daten und Anwendungen über eine grafische Benutzeroberfläche zu orchestrieren. Die Plattform integriere ein Ökosystem von Cloud- und Rechenzentrums-Anwendungen – u.a. von AWS, Google, Microsoft, SAP und GE – um Erkenntnisse vom Netzwerkrand für das ganze Unternehmen und die Lieferkette verfügbar zu machen.
  • HPE Edgeline OT Link Certified Modules (von HPE entwickelte Adapter), die laut Hersteller an eine Vielzahl von industriellen Systemen angeschlossen werden können und eine bidirektionale und deterministische Steuerung und Kommunikation ermöglichen. Dazu würden u.a. High Speed Digital Input/Output, CAN-Bus, Modbus und Profinet gehören. Zusätzlich stünden Programmierschnittstellen und Software Development Kits zur Verfügung, um die Entwicklung von OT-Link-Modulen durch Dritte zu erleichtern. OT Link werde außerdem FPGA-Module integrieren, um Kunden maximale Flexibilität zu geben, alle möglichen industriellen Input/Output-Geräte anzuschließen.

Unternehmenskritisches Systemmanagement am Edge

HPEs Systemmanagementlösungen sind eigenen Angaben zufolge die branchenweit ersten, die speziell dafür entwickelt wurden, die Bereitstellung und das Management von Edge-Infrastrukturen und -Anwendungen zu vereinfachen. Sie könnten die Verfügbarkeit und Sicherheit von Systemen sicherstellen, die an entlegenen Orten laufen, rauen Umweltbedingungen ausgesetzt sind und eine eingeschränkte Netzwerkverbindung haben. Der HPE Edgeline Integrated System Manager sei in die HPE Edgeline Converged Edge Systems integriert und biete Provisionierung per Mausklick, kontinuierliches System-Health-Management und Fernwartung – auch bei unregelmäßiger Netzwerkverbindung. Zudem unterstütze die Lösung erweiterte Sicherheitsfunktionen – so könnten z.B. Änderungen an Boot-Dateien verhindert und die Edge-Systeme bei Sicherheitsvorfällen deaktiviert werden. Mit der HPE Edgeline Infrastructure Manager Software könnten Tausende von HPE Edgeline Converged Edge Systems aus der Ferne gesteuert werden. Der HPE Edgeline Workload Orchestrator verfüge über ein zentrales Repository containerisierter Analytics-, KI-, Geschäfts- und IoT-Anwendungen, die an die HPE Edgeline Converged Edge Systems am Netzwerkrand übertragen würden.

Konvergenz von OT und IT

Das HPE Edgeline EL300 Converged Edge System biete Unterstützung für OT Link und das Edgeline-Systemmanagement. Das System könne flexibel eine Vielzahl industrieller Anwendungsszenarien über eine Reihe von kabelgebundenen und drahtlosen Verbindungen umsetzen. Die HPE Edgeline EL300 sei ein lüfterloses und energiesparendes System, das mit Intel-Core-i5-Prozessoren, mit bis zu 32 GB Arbeitsspeicher und 3 TB Festplattenspeicher ausgestattet sei. Darüber hinaus würden Intels Vision Processing Units Movidius Myriad X unterstützt, um Videoanalysen und KI-Steuerung am Edge zu ermöglichen. HPE Edgeline EL300 sei widerstandsfähig gegen Erschütterungen, Vibrationen, Feuchtigkeit und Staub – das System sei nach IP50 und MIL-SPEC zertifiziert worden und könne bei Außentemperaturen zwischen -30 und +70 Grad Celsius betrieben werden. Somit lasse sich HPE Edgeline EL300 gut als Embedded System in Produktionsmaschinen oder Gebäudeinfrastrukturen integrieren.

HPE Edgeline Field Application Engineering Services

Die von der Serviceorganisation HPE Pointnext bereitgestellten HPE Edgeline Field Application Engineering Services sollen Kunden bei Planung, Bereitstellung und Betrieb von IoT-, Edge- und cyberphysischen Systemen helfen. HPE Pointnext biete auch Unterstützung bei der Entwicklung industrieller Datenerfassungs-, Netzwerk- und Steuerungskomponenten für die HPE Edgeline OT Link Plattform, um kundenspezifische Lösungen zu realisieren und damit Wettbewerbsvorteile zu erzielen, sowie eine schlüsselfertige Bereitstellung mit Betrieb vor Ort. Zudem werde das HPE Edgeline EL300 Converged Edge System über HPE GreenLake Flex Capacity verfügbar sein – damit würden Anwender nur für die Leistung zahlen, die sie tatsächlich nutzen, vergleichbar mit Cloud-Bezahlmodellen.

Bis auf HPE Edgeline OT Link Plattform und HPE Edgeline OT Link Workload Orchestrator – beide kündigt HPE für das 1. Quartal 2019 an – seien die Lösungen und Services ab sofort verfügbar.

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