Suchen

Enterprise Workspace Summit 2020 – Teil 1 Die Arbeitswelt nach Covid-19

| Autor: Ann-Marie Struck

Was haben wir durch die Coronakrise gelernt? Wird sich der digitale Arbeitsplatz nun dauerhaft durchsetzen? Und welche Rolle spielen dabei neue Technologien? Dies und mehr wurde beim Roundtable zum „Enterprise Workspace Summit 2020“ heiß diskutiert.

Wie wird die Coronakrise den Arbeitsplatz langfristig beeinflussen?
Wie wird die Coronakrise den Arbeitsplatz langfristig beeinflussen?
(Bild: Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Bisher war Homeoffice in vielen Unternehmen eher eine Ausnahme. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 ist es derzeit zum Standard geworden. Doch wie wird der moderne Arbeitsplatz in der Nach-Covid-19-Zeit aussehen?

Auf dem Roundtable zum „Enterprise Workspace Summit 2020“ der Vogel IT-Akademie trafen sich die Keynote- und Fokus-Keynote-Speaker des Gipfeltreffens, um vorab mit den Moderatoren Andreas Donner (Chefredakteur IP-Insider) und Ann-Marie Struck (Redaktion IT-BUSINESS) über die aktuellen Auswirkungen der Coronakrise auf den Modern Workplace zu diskutieren.

Bildergalerie

Mit dabei waren unter anderem Christopher Grader, Head of Workplace bei Osram Continental; Pascal Matzke, Research Director & CIP Practice Leader, Forrester Research; Mathias Meyenburg, Geschäftsführer und technischer Leiter bei Vleet und Stephan Rohloff, Chief Marketing Officer bei DE-CIX Management.

Welche Lektionen in Sachen Home­office und Digital Workplace haben wir aus der Coronakrise gelernt?

Matzke: In den letzten Monaten, als die Mitarbeiter vermehrt von zuhause aus gearbeitet haben, hat sich eine neue Form des ­Erfindungsreichtums, der Innovation und des Pragmatismus eingestellt. Was wir ­unbedingt bewahren sollten, ist die neue Form des Miteinanders, das durch Em­pathie geprägt ist. Außerdem hat der neue Teamgeist nun dazu geführt, dass alte Silo­strukturen in Unternehmen überdacht wurden. Das alles müssen wir jetzt institutionalisieren, wiederholbar machen.

Rohloff: Dazu möchte ich noch ergänzen, dass in den letzten Wochen klar wurde, dass eine moderne Wirtschaft immer eine digitale Infrastruktur benötigt, die robust, skalierbar und sicher ist. Ich kann mich am Anfang oft erinnern, dass Videokonferenzen daran scheiterten, dass Bandbreiten oder auch das Equipment nicht da waren. Und vor diesem Hintergrund glaube ich, hat die Krise bei dem Thema Rechenzentrums- und Glasfaserausbau sowie Applikationen zur Kommunikation einen erheblichen Schub geleistet. Das ist jetzt auch in der ­Öffentlichkeit und in der Politik angekommen.

Was war Ihre Erfahrung mit dem Digital Workplace, Herr Grader?

Grader: Für viele war das Homeoffice eine große Umstellung. Oft ist zwar die Technik vorhanden, jedoch fehlt die Akzeptanz der Mitarbeiter. Diese müssen aber auf dem Prozess hin zu einem Modern Workplace mitgenommen und geschult werden. Außerdem besteht in Sachen virtuelle Kommunikation, insbesondere bei Videokonferenzen, noch Verbesserungsbedarf. Das Video einzuschalten, hat besonders in diesen Zeiten eine höhere Bedeutung. Da fehlt leider oft noch die Akzeptanz.

Akzeptanz ist ein gutes Stichwort. Wenn sich Homeoffice etabliert, wie werden sich unsere Büros langfristig entwickeln?

Meyenburg: Ich denke, dass sich die Infrastruktur in den Städten, was die Büro-Parcs angeht, reduzieren wird. Gleichzeitig wird es eine Verlagerung von Mitarbeitern, die aktuell in der Stadt wohnen, aufs Land geben. Das verändert langfristig das Stadtbild. Obwohl es auch weiterhin Gelegenheiten zu One-on-One-Meetings geben wird, wie beispielsweise bei Vorstellungsgesprächen, die derzeit nur aufgrund der Ausnahmesituation per Videokonferenz stattfinden.

Matzke: Was wir bei all der Euphorie nicht vergessen dürfen, ist, dass viele Arbeitnehmer derzeit im Homeoffice keinen ruhigen Arbeitsplatz haben. Mit Dauer der Pandemie nimmt dann auch die Lust zu, wieder ins Büro zu gehen. Und wenn man vom ­Real Estate spricht, dann wird es in Zukunft neben dem Hobbyraum sicherlich ein separates Homeoffice geben. Grundsätzlich denke ich, werden wir am Ende ein hybrides Modell haben. Auf Dauer werden sich die Workspaces und vor allem die Art und Weise des Miteinanders ändern.

Rohloff: Dem schließe ich mich an und wage die Prophezeiung, dass künftig 20 bis 30 Prozent der Arbeitsplätze Docking-Plätze sein werden, wo man sich die Mitarbeiter flexibel ins Büro holt. Denn Homeoffice hat in den Firmen seinen Schrecken verloren. Folglich wird es in nächsten zehn bis 15 Jahren erheblich veränderte Innenstädte geben. Es ist denkbar, dass die Bürotower zu Wohnkomplexen umgestaltet werden. Das wird uns neue ­Innenstädte bringen. Ich finde die Vorstellung positiv, dass die Banking-Viertel, die abends ausgestorben sind, dann der Vergangenheit angehören.

IP-Insider ist Mitveranstalter und Medienpartner des Enterprise Workspace Summits 2020. Wenn Sie das Event live erleben wollen, sichern Sie sich ein VIP-Ticket zum Sonderpreis.

► VIP-Ticket zum ENTERPRISE WORKSPACE SUMMIT 2020

 

 

(ID:46854198)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin