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Pilotprojekt zur Digitalisierung und Modernisierung der IT-Infrastruktur Cisco und Amprion arbeiten am Stromnetz der Zukunft

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Cisco und Amprion haben ein Pilotprojekt zur Modernisierung der Kommunikationsinfrastruktur im Stromnetz durchgeführt. Die eingesetzte Routed-Optical-Networking-Technologie soll Datenraten von bis zu 400 Gbit/s auf bestehender Glasfaser ermöglichen – und damit zur Digitalisierung der Netze beitragen.

Zur Modernisierung der Steuerungstechnik für das deutsche Stromnetz haben Cisco und Amprion mehrere Testprojekte durchgeführt. Sie sollten zeigen, ob sich bewährte Lösungen für WANs aus dem IT-Bereich auch für die Systemführung von Stromübertragungsnetzen eignen.(Bild:  KI-generiert)
Zur Modernisierung der Steuerungstechnik für das deutsche Stromnetz haben Cisco und Amprion mehrere Testprojekte durchgeführt. Sie sollten zeigen, ob sich bewährte Lösungen für WANs aus dem IT-Bereich auch für die Systemführung von Stromübertragungsnetzen eignen.
(Bild: KI-generiert)

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat gemeinsam mit Cisco eine neue Netztechnologie im Rahmen eines Pilotprojekts getestet. Nach Angaben der Projektpartner erlaubt das so genannte Routed Optical Networking (RON) eine deutliche Steigerung der Datenrate über vorhandene Glasfaserleitungen – von heute typischerweise 10 Gbit/s auf künftig bis zu 400 Gbit/s.

Getestet wurde die Technik auf einer etwa 60 Kilometer langen Strecke mit Bestandsinfrastruktur. Die Glasfaserleitungen verlaufen dabei auf Hochspannungsmasten und sind damit mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt. Laut Cisco und Amprion verlief der Test unter Realbedingungen über mehrere Monate störungsfrei. Weder Witterungseinflüsse noch energietechnische Belastungen sollen zu Fehlfunktionen geführt haben.

RON kombiniert optische Transporttechnik mit Routing-Funktionalitäten. Durch die Integration beider Ebenen soll die Kommunikation im Netz vereinfacht, beschleunigt und automatisiert werden. Für Übertragungsnetzbetreiber ergibt sich daraus die Möglichkeit, sowohl IT- als auch OT-Kommunikation effizienter zu gestalten – etwa bei der Steuerung von Energieflüssen oder der Einbindung von Smart-Meter-Daten.

Daten als Rückgrat der Energiewende

Die Energiewende stellt neue Anforderungen an die Netzführung. Statt weniger Großkraftwerke speisen zunehmend dezentrale Anlagen Strom ein. Prognosen basieren dabei auf Echtzeitdaten aus Wetter-, Produktions- und Verbrauchsinformationen. Die daraus resultierenden Steuerbefehle müssen zuverlässig und mit geringer Latenz übermittelt werden.

Nach Angaben von Amprion nimmt die Datenmenge im Übertragungsnetz seit Jahren kontinuierlich zu. Neue Anwendungen wie KI-gestützte Prognosesysteme oder Cybersicherheitslösungen verstärken diesen Trend. Die bisher eingesetzten Technologien wie MPLS-TP oder SDH stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. RON könnte hier eine skalierbare Alternative darstellen.

Auch die Bundesregierung sieht laut Koalitionsvertrag in der Digitalisierung der Stromnetze einen zentralen Hebel zur Umsetzung energiepolitischer Ziele. Der Rollout intelligenter Messsysteme und der Ausbau smarter Netzinfrastrukturen gelten als Voraussetzung für ein flexibles und stabiles Energiesystem.

Einsatz ohne Tiefbau

Ein Vorteil der Cisco-Technologie liegt nach Angaben der Beteiligten in der Nachrüstbarkeit. Statt neuer Glasfasertrassen genügt der Austausch aktiver Komponenten an den Endpunkten der Leitungen. Damit ließe sich die Bandbreite deutlich steigern, ohne tiefbauliche Maßnahmen durchzuführen. Dies könne insbesondere im Umfeld bestehender Hochspannungsinfrastruktur relevant sein, in dem physische Zugänglichkeit oft eingeschränkt ist.

Für die eingesetzten Module nutzt Cisco laut eigenen Angaben aktuelle Halbleitertechnologien. Konkrete technische Spezifikationen oder Angaben zu Laufzeiten und Energieeffizienz wurden im Rahmen der Ankündigung jedoch nicht gemacht.

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