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Passive Optische Netze

Vom Kernnetz aus betrachtet ist das erste Netzelement eines PON-Netzes der OLT (Optical Line Termination), der in Richtung Kernnetz n x 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) oder n x 10 Gbit/s Ethernet-Schnittstellen und in Richtung Teilnehmer die so genannten PON-Schnittstellen zur Verfügung stellt. Die hier zum Einsatz kommenden PON-Varianten sind heute in der Regel Ethernet-PON (EPON), Gigabit-PON (GPON), zukünftig Gigabit-Ethernet-PON (GEPON) oder WDM-PON. EPON-Installationen sind gegenwärtig hauptsächlich in Fernost verbreitet, GPON hingegen in USA und Europa.
Bei PON wird das Signal auf der Glasfaser in Richtung Teilnehmer von einem passiven Splitter auf mehrere optische Teilnehmeranschlüsse aufgeteilt. Platziert ist der Splitter entweder in einem Außengehäuse oder direkt im Kabelweg, beispielsweise in einer Muffe. Die Netzstruktur entspricht also einer Punkt-zu-Multipunkt-(PMP)-Struktur.
In einer FTTH-Netzarchitektur wird der Teilnehmerzugang über einen optischen Netzabschluss (ONT) realisiert, der das optische Signal terminiert und in eine oder mehrere elektrische Schnittstellen wie 100BaseTX, POTS oder ISDN umsetzt. Für die FTTB-Anwendung stehen auch ONTs mit VDSL-Schnittstellen zur Verfügung, um die vorhandenen Teilnehmeranschlussleitungen im Haus überbrücken zu können. In diesem Fall erhält jeder Teilnehmer ein VDSL-Modem als Netzabschluss.
Ethernet-Point-to-Point (PtP)

Bei Ethernet-Point-to-Point-Netzstrukturen erhält jeder Teilnehmer eine „eigene“ Glasfaser, die an einem optischen Konzentrator (AN = Access Node) terminiert wird. Üblicherweise kommen hier Metro-Ethernet-Switches oder IP-Edge-Router zum Einsatz, deren Funktionsumfang ursprünglich nicht für den Einsatz im FTTH/FTTB-Umfeld gedacht war.
Speziell für diesen Einsatz ist etwa der Multi-Service Access Node (MSAN) „Milegate“ konzipiert. Ein solcher Knoten lässt sich auch als optischer DSLAM charakterisieren, denn er kann mit einer hohen Dichte an optischen Schnittstellen aufwarten und erfüllt gleichzeitig alle Anforderungen eines DSLAMs.

Werden standardbasierte optische Ethernet-Schnittstellen auf Basis von 100 Mbit/s, zum Beispiel 100BaseBX, oder Gigabit Ethernet verwendet können aufgrund dieser Übertragungs-Interfaces auch bei FTTB-Architekturen so genannte Mini- oder Micro-DSLAMs eingesetzt werden. Diese sorgen im Haus für die Verteilung der Daten zu einzelnen Wohneinheiten oder Abteilungen.
Sowohl mit PON als auch mit Ethernet-PtP lassen sich alle Netztopologien realisieren. Ein Netzbetreiber sollte sich allerdings frühzeitig darüber im Klaren sein, welche Architektur auch noch in 15 bis 20 Jahren den Ansprüchen genügt. Denn eine Investition in die Infrastruktur mit einem Return-of-Invest über einen Zeitraum von rund zehn Jahren sollte langfristig Bestand haben, so dass nicht nach fünf Jahren bereits wieder Änderungen vorgenommen werden müssen.
In einer Punkt-zu-Multipunkt-Struktur, wie sie für PON-Systeme not-wendig ist, spart der Netzbetreiber bei der Anfangsinvestition bares Geld, weil er nicht so viele Glasfasern verlegen muss, als wenn er von Anfang an auf eine Point-to-Point-Struktur setzen würde. Der Schwachpunkt dabei ist der optische Splitter: Diese Netzkomponente muss bei einem höherem Bandbreitenbedarf der Kunden möglicherweise ersetzt werden; im schlimmsten Fall muss sie sogar durch zusätzliche Glasfasern umgangen werden, um die Point-to-Point-Struktur nachzurüsten.
weiter mit: Vergleich passiver optischer Struktur und von Point-to-Point-Strukturen
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