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Schiebetüren, Druckmaschinen, Bagger und Lancom-Router BMK stellt 5.000 Produkte in Augsburg her

Autor / Redakteur: Sarah Gandorfer / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Seit 20 Jahren agiert die BMK Group als Fertigungsdienstleister. Vom Augsburger Standort laufen unter anderem Lancom-Router vom Band. Wir haben uns die Fertigung angesehen.

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Die Produktionshallen von BMK befindet sich in der Näher der Augsburger Universität.
Die Produktionshallen von BMK befindet sich in der Näher der Augsburger Universität.
(Bild: BMK)

Obwohl die BMK Group 5.000 Produktvarianten für den Markt produziert und viele schon einmal wohl eher unwissentlich die Elektronik aus Augsburg genutzt haben, ist der Name BMK nur Branchenkennern bekannt. Die in der Fuggerstadt gefertigte Elektronik findet sich wieder in Aufzügen, elektronischen Wasser- oder Stromzählern, Supermarktkassen, in Schiebetüren oder Fahrscheinautomaten.

„Wir arbeiten als reines Dienstleistungsunternehmen für unsere Auftraggeber, daher erscheint unser Name weder auf einem Gerät noch in dessen Beschreibung“, führt BMK-Geschäftsführer Stephan Baur aus. „Unsere Stärke ist, uns individuell auf Kundenwünsche einzustellen, diese schnell, effizient und flexibel umzusetzen und hundertprozentige Termintreue zu garantieren.“

Vor 20 Jahren

Baur ist mit Alois Knöferle und Dieter Müller auch einer derjenigen, die am 5. April 1994 das Unternehmen gründeten. Mit 30 Mitarbeitern, einer Produktionsfläche von 1.200 m² und einem Jahresumsatz von 1,8 Millionen Euro im ersten Jahr fing alles an. „Von den 30 Mitarbeitern, die mit uns gestartet sind, arbeiten immer noch zehn bei uns. Der Großteil der Anderen ist uns bis zum wohlverdienten Ruhestand treu geblieben“, erzählt BMK-Geschäftsführer Knöferle erfreut.

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Im Laufe der folgenden 20 Jahre hat sich die BMK Group auf 800 Mitarbeiter, 40 Auszubildende in elf Ausbildungsberufen und einem Jahresumsatz von über 140 Millionen Euro vergrößert.

Standort von Vorteil

Die BMK Group hat sich in zwei Jahrzehnten zum Auftragshersteller für elektronische Baugruppen und Geräte entwickelt. Dabei spielt der Standort Deutschland eine wichtige Rolle, denn dadurch entfallen lange Transportzeiten, wie beispielsweise bei Ware, die aus Asien kommt. Der Hersteller kann entsprechend flexibel reagieren.

Der Standort Augsburg bietet zudem weitere Vorteile: Ein Großteil der Elektronikbranche ist in Süddeutschland beheimatet. „Generell hat sich Augsburg in der jüngsten Vergangenheit zu einem richtigen Technologiestandort entwickelt. Dies belegt beispielsweise die Ansiedlung des Fraunhofer Instituts in unserer Nachbarschaft“, findet Gesellschafter Dieter Müller.

Industrie 4.0

„Die Umrüstzeit unserer Produktionslinien dauert durchschnittlich elf Minuten“, sagt Baur. „Natürlich brauchen die Vorarbeiten bis zur Umrüstung länger. Doch unsere Prozesse und das Know-how hilft auch hier Zeitsparen.“ Das ist wichtig, denn viele BMK-Kunden haben recht kurze Produktionsplanungen. Bereits ab einer Losgröße, also die Menge eines Fertigungsauftrags, von eins, legt man sich bei BMK ins Zeug. Großaufträge umfassen auch schon einmal 50.000 Stück. Pro Woche werden 30 Millionen Bauteile benötigt. Bei Bedarf wird in im Dreischichtbetrieb gearbeitet.

„Dabei weiß bei uns nicht nur der Meister, was gemacht werden muss, sondern aufgrund unserer Prozesse jeder unserer Mitarbeiter. Dafür sorgt unsere selbstentwickelte Software“, erklärt Baur. „Sobald irgendwo ein Fehler in der Produktion passiert, stoppt die Linie zudem automatisch.“ An mehreren Stellen im Fertigungsprozess erfolgt sowohl eine digitale visuelle Kontrolle des Werkstücks, wie auch eine optische Prüfung durch einen Mitarbeiter. Ganz am Ende durchläuft das Produkt einen abschließenden Funktionstest.

Jedes Stück das vom Band läuft, kann rückverfolgt werden. Dazu wird jeder Arbeitsschritt in einem Dokument festgehalten. So sieht Industrie 4.0 bei BMK aus.

Lancom und BMK

Einer der Kunden von BMK ist der Netzwerkspezialist Lancom. Die Würselner lassen seit Mai 2014 in Augsburg produzieren. „In Würselen entwickeln wir die Router. Unsere Mitarbeiter zeichnen die Schaltpläne. Die Produktion haben wir jedoch zu BMK ausgelagert “, beschreibt Lothar Kronen, kaufmännischer Leiter und Mitglied der Geschäftsführung bei Lancom, die Zusammenarbeit. „Bei BMK hat man das entsprechende Produktions-Know-how. Zudem wäre es für uns viel zu kostspielig, eigene Produktionslinien anzuschaffen, die wir nicht vollständig auslasten würden.“

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BMK und Lacom haben IP-Insider einen Blick hinter die Produktionskulissen erlaubt. Fotos dazu gibt es in der Bildergalerie.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS