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Das komplette Rechenzentrum im Container Black-Box für reisende Rechner

| Redakteur: Ulrike Ostler

Sun packt komplette Rechenzentren in Container und nennt sie dann „Black Box“. Das virtualisierte Data Center soll nahezu sofort betriebsbereit sein und kann dort aufgestellt werden, wo kurzfristig mehr Rechenleistung benötigt wird oder die Stromtarife besonders günstig sind.

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( Foto: Sun )

Sun liefert in den USA derzeit die ersten Rechenzentren in der Größe eines Schiffs-Containers aus. Die Unternehmensberatung Experton Group fragt in diesem Zusammenhang danach, ob das eine verrückte Idee ist und gibt auch gleich die Antwort:

„Dies ist sicher keine naheliegende Lösung für den typischen deutschen mittelständischen Rechenzentrums-Betreiber“, so der Experton-Experte Andreas Zilch, „aber ein Beweis dafür, welche Effizienz durch den Einsatz neuester Technik heutzutage möglich ist.“

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Der wesentliche Vorteil der Black Box gegenüber der Erweiterung von Rechenzentren auf die traditionelle Art dürfe die schnelle Implementierung darstellen. Laut Experton Group sind 60 Tage von der Bereitstellung bis zur Inbetriebnahme realistisch.

Das bewirkt darüber hinaus eine erhebliche Kostenreduktion: Sun setzt hier ein Zehntel des Aufwands an, den Unternehmen für den Aufbau eines herkömmlichen Rechenzentrums einrechnen müssen.

Autonomie

Denn der Container ist ein geschlossenes System. Von außen kommen lediglich die Strom- und Wasserversorgung sowie die Netzwerk-Konnektivität. Filter sorgen in den Containern für trockene Frischluft.

Zudem sollen die Kisten recht anspruchslos sein. So lassen sich mehrere Gehäuse übereinander stapeln. Auch mit Erschütterungen muss das mobile Rechenzentrum aushalten. Die rund 10 Tonnen schwere Ausrüstung soll einen Sturz aus 15 Zentimetern Höhe schadlos überstehen können.

Mit all diesen Voraussetzungen eigne sich das transportable Rechenzentrum insbesondere für den Einsatz beim Militär, in Entwicklungsländern aber auch für Finanzorganisationen und Non-Profit-Organisationen, sagt die Experton Group.

In den USA sei zudem der heiß diskutierte Stromverbrauch und die Möglichkeit, niedrige Tarife zu nutzen, etwa zwischen Manhatten und New Jersey, ein weiteres Argument für den Container.

Konfektion

Das Rechenzentrum lässt sich problemlos auf LKWs, Züge und Schiffe verfrachten. Dafür sorgen schon die Maße:

  • Grundfläche 6,10 Meter x 2,40 Meter, 20 foot shipping container
  • Höhe 2,5 Meter

Eine Ausstattung mit bis zu 120 „Sun Fire T2000“-Systemen, 250 „Sun Fire T1000“-Systemen oder bis zu 1.000 X 64 Cores sowie die integrierte und effiziente Kühlung lässt maximale Kapazitäten von 7 Terabyte Memory- und 2 Petabyte Storage-Leistung zu.

Theoretisch sei die Ausstattung auch mit Servern und Storage-Komponenten von anderen Herstellern möglich, sagt die Experton Group. Problematisch würden jedoch vermutlich die Maintenance-Verträge.

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