Mobile-Menu

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 59

Anwendungs- und Problembereiche von Wireless LANs (WLAN)

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Gesundheitsgefahr Verkabelung

Ein anderes Problem, an das man im Zuge einer High Tech Euphorie nicht sofort denkt, ist der Asbest, der häufig in älteren Gebäuden gefunden wird. Das Einatmen von Asbestpartikeln ist extrem schädlich für die Gesundheit und man muss schon sehr auf sich achten, wenn man Kabel in solchen Umgebungen verlegt.

Mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen können die Kosten für eine Verkabelung aber so hoch werden, dass sich die Arbeiten nicht lohnen. Viele Organisationen nehmen auch gleich eine komplette Sanierung vor, um den Asbest zu entfernen. Das ist ebenfalls sehr teuer, da man die Mitarbeiter davor schützen muss, die während der Sanierung frei werdenden Asbestpartikel einzuatmen. Die Vorzüge einer drahtlosen Lösung können also vor allem darin liegen, dass man die Wände einfach geschlossen lässt und Sanierung und Kabelverlegung damit zeitlich voneinander unabhängig werden.

Manchmal ist es aber auch einfach unmöglich, Strippen zu ziehen, z.B. in denkmalgeschützten Gebäuden, wo jedes Loch genehmigt werden muss. Es kann aber auch auf der Ebene von Städten und Gemeinden erhebliche Restriktionen für die Kabelverlegung geben. In vielen Fällen bleibt dann nur eine drahtlose Lösung.

Ein Problem, welches kabelgebundene Netze immer haben werden, ist die Ausfallzeit, die durch Kabelbrüche bedingt wird. Feuchtigkeit kann aus den verschiedensten Gründen eindringen und erodiert metallische Leiter jeder Art. Dies trifft zwar in besonderem Maße die kaum mehr verwendeten Freileitungen, aber auch Leitungen auf dem Geländebereich und sogar im Steig- und Etagenbereich können hiervon betroffen werden.

Durch ungünstige Anschlusstechnik können die Materialien weiter verletzt werden und bieten so Angriffsflächen. Schlechte Verbindungs- und Verzweigungstechnik ist aber nicht nur bei metallischen Leitern, sondern auch bei Glasfasern ein Grund für den Ausfall. Gleich welcher Grund vorliegt: nach einem Kabel- oder Faserbruch ist die betroffene Station längere Zeit nicht mehr erreichbar. Innerhalb einer Switch-Infrastruktur oder bei Servern hilft man sich hier üblicherweise mit Ersatzwegen, die durch ein proprietäres oder standardisiertes Protokoll in vergleichsweise kurzer Zeit aktiviert werden.

Betroffene Endstationen werden aber im Zuge der strukturierten sternförmigen Verkabelung im wahrsten Sinne des Wortes längere zeit von der Kommunikation abgeschnitten. Natürlich kann es bei drahtlosen Netzen auch Fehler geben, die zu Ausfallzeiten führen. Kabelfehler werden aber kaum dabei sein, weil ja grade die Kabel weggelassen werden. Man darf den gesamtwirtschaftlichen Schaden durch Kabelfehler nicht unterschätzen. Immerhin musste eine ganze, weitverbreitete Generation von Netzen, nämlich die Ethernets mit Koaxialkabel, teilweise weit vor einem leistungsbedingten Ende ihres Lebensdauerhorizontes stillgelegt werden, weil die verwendeten Vampir-Taps das Koaxialkabel so verletzt haben, dass die Korrosion sich trotz teilweise veredelter Materialien Raum geschaffen hat und zunächst als besonders tückische Variante, nämlich als thermischer Fehler, aufgetreten ist.

weiter mit: Vorteil: Reduktion der Installationszeit

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2042496)