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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 59

Anwendungs- und Problembereiche von Wireless LANs (WLAN)

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Drahtlose Vernetzung im Motorrennsport

Ein anderes, sehr interessantes Beispiel für drahtloseVernetzung ist der Autorennsport. Sowohl in der Formel 1 als auch bei den amerikanischen Indy Cars gibt es komplexe Systeme zur Datensammlung, die die verschiedenen Systeme in den Autos permanent überwachen.

Wenn die Autos über die Strecke jagen und an den Boxen vorbeikommen, werden die Informationen auf die Computer der Boxencrews downgeloaded und erlauben so eine Echtzeitanalyse des Zustands des Autos und mittlerweile auch des Fahrers.

Die Datenübertragung findet hier unter erschwerten Bedingungen statt. Jeder hat ja sicherlich schon einmal während eines Rennens den Blick aus der Onboard-Perspektive gesehen. Das Bild reißt immer wieder ab und ist ggf. stark gestört. Für das Videobild spielt das keine so große Rolle, aber eine Datenübertragung sollte natürlich in entsprechendem Maße geschützt werden, um die notwendige Präzision zu gewährleisten.

Der Schutz der Übertragung bzw. des zu übertragenen Inhaltes gegen die Unbill des Übertragungsmediums Luft vermischt mit permanent auftretenden Hindernissen ist eine der größten Anforderungen bei der Konstruktion drahtloser Netze. Deshalb wird man in diesem Bereich auch nicht mit den in LANs oftmals üblichen Billiglösungen glücklich werden, darauf kommen wir später aber noch mehrfach zurück. Ein anderes Problem, aus der Handybranche bestens bekannt, ist natürlich die Begrenzung der Sendeleistung von Einrichtungen zur Prävention von möglichen gesundheitlichen Schädigungen.

Ein weiterer Bereich, der immer wieder diskutiert wird, ist die Versorgung der „letzten Meile“ mit drahtlosem Zugang. Vor wenigen Jahren musste man noch konstatieren, dass die Entwicklung hierfür einfach noch nicht weit genug war. Durch die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes stellt sich allerdings in diesem Zusammenhang schon die Frage, ob ein TK-Dienstleistungsanbieter B dem Besitzer eines Stück Kabels A wirklich eine horrende Miete über einen langen Zeitraum zahlen muss, nur weil dieses dumme Stück Draht ausgerechnet zu dem Teilnehmer führt, den man versorgen möchte.

Es spricht also vieles für eine drahtlose Teilnehmerversorgung, aber die Ansprüche der Teilnehmer steigen stetig weiter und in der Standardisierung für die „First Mile“ spricht man jetzt schon von der Notwendigkeit der Versorgung großer Haushalte mit einem Gigabit-Anschluss in den nächsten Jahren. Das kann weder die Funktechnik noch die Übertragung mit metallischen Leitern in großem Maßstab leisten, so dass hier eher optische Strukturen eingesetzt werden.

Trotz der hohen Anforderungen an die Übertragungssysteme kann man mit drahtlosen Netzen in bestimmten Anwendungsbereichen Geld sparen, teilweise sogar ohne die Dimension der Mobilität.

Natürlich denkt man dabei zunächst an Bereiche, in denen es schwierig ist, Kabel zu legen. Wenn Flüsse, Autobahnen oder andere wenig nützliche Erscheinungen zwischen Gebäuden liegen, die man verbinden möchte, kann eine drahtlose Lösung viel günstiger sein als die umwegreiche Installation eines Kabels oder gar die Anmietung von Verbindungen eines Providers. Noch heute geben Firmen Millionen Euro aus, um eigentlich relativ benachbarte Gebäude zu vernetzen. Gerade in einem solchen fall ist man nicht so sehr auf Wireless LANs angewiesen, sondern kann auf eine Reihe von technischen Alternativen für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zurückgreifen, die auch sehr hohe Leistungen bieten. Diese sind mittel- und langfristig in jedem Fall preiswerter als dauernd Miete an einen Provider zu zahlen.

weiter mit: Gesundheitsgefahr Verkabelung

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