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AD im Browser managen – auch remote Active Directory im neuen Windows Admin Center verwalten

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Das modernisierte Windows Admin Center bringt eine überarbeitete Oberfläche und neue Erweiterungen für die Verwaltung lokaler AD-Umgebungen. Mit dem „Modernized Gateway“ rückt Microsoft die zentrale Steuerung von Benutzern, Gruppen und Geräten in den Browser – inklusive Option für den Remotezugriff über Azure Arc.

Über die AD-Erweiterung im Windows Admin Center werden Benutzer, Gruppen und Computer direkt im Browser verwaltet; komplexere Aufgaben lassen sich bei Bedarf per Remote-PowerShell oder RDP aus dem WAC heraus ausführen.(Bild:  wladimir1804 - stock.adobe.com)
Über die AD-Erweiterung im Windows Admin Center werden Benutzer, Gruppen und Computer direkt im Browser verwaltet; komplexere Aufgaben lassen sich bei Bedarf per Remote-PowerShell oder RDP aus dem WAC heraus ausführen.
(Bild: wladimir1804 - stock.adobe.com)

Wir haben uns bereits in verschiedenen Beiträgen mit dem neuen Modernized Gateway des Windows Admin Centers auseinandergesetzt. Das verbesserte Gateway bietet die Möglichkeit parallel auch Ressourcen in Azure zu verwalten, grundsätzlich auch Entra ID. Das verbesserte Gateway bietet dazu eine effektive Schnittstelle, um lokale Netzwerke, aber auch Azure-Ressourcen zu verwalten. Parallel lässt sich das Active Directory im Windows Admin Center beim Hinzufügen von neuen Geräten aber ebenfalls durchsuchen, um die Geräte anzubinden.

Active Directory im Windows Admin Center einbinden

Die klassischen Erweiterungen für das Windows Admin Center funktionieren nicht mehr mit der neuen Version, die das "Modernized Gateway" nutzt. Um Active Directory zu verwalten, ist aber weiterhin eine Erweiterung notwendig, die für das neue Gateway angepasst ist. Außerdem ist es noch immer nicht möglich das Windows Admin Center direkt auf einem Domänencontroller zu installieren. Normalerweise erfolgt die Installation entweder über einen Mitglieds-Server, auf einer Arbeitsstation oder direkt über Azure. Hier stellt Microsoft nach der Anbindung von Servern über Azure Arc das Windows Admin Center im Azure-Portal zur Verfügung. Damit können Amins ihre Server und auch Active Directory über das Internet verwalten, ohne den Server mit VPN anzubinden. Die Verbindung läuft über den Azure Arc-Agent auf den Servern.

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Nach der Installation des neuen Windows Admin Centers ist in den Einstellungen des WAC (Zahnrad oben rechts) bei "Updates" zu sehen, ob die aktuelle Version installiert ist. Über "Erweiterungen" sind die verfügbaren Erweiterungen aufgelistet, die sich in das WAC einbinden lassen. Hier erweitert Microsoft ständig die Liste.

Für die Verwaltung von Active Directory sollte die aktuelle Version der Erweiterung "Active Directory" installiert werden. Dazu klickt man auf die Erweiterung und dann auf "Installieren". Nach kurzer Zeit ist die Erweiterung aktiv. Wenn mit dem WAC eine Verbindung zu einem AD-Domänencontroller erfolgt, lassen sich mit der Erweiterung über den Menüpunkt "Active Directory" verschiedene Aufgaben in Active Directory durchführen. Außerdem ist es sinnvoll regelmäßig zu überprüfen, ob es eine neue Version gibt. Die aktuelle Erweiterung befindet sich noch immer in der Beta-Phase.

Diese Aufgaben lassen sich mit dem Windows Admin Center in Active Directory verwalten

Das Windows Admin Center erweitert die klassische Verwaltung des Active Directory um eine zentrale, moderne Oberfläche, die über den Browser erreichbar ist. Dies ist allerdings auch eingeschränkt in ihrer Funktion. Administratoren können aber viele Kernaufgaben des Verzeichnisdienstes ausführen, ohne zusätzliche MMC-Snap-Ins oder PowerShell-Befehle aufzurufen. Reichen die Funktionen nicht aus, können Admins im Windows Admin Center immer noch eine Remote-PowerShell-Sitzung über den Browseroder eine RDP-Sitzung öffnen. Hier lassen sich dann uneingeschränkt alle Verwaltungstools aufrufen und nutzen, auch über das Internet, wenn das WAC über das Azure-Portal genutzt werden.

Neue Benutzerkonten legt der Administrator direkt über den Assistenten im Active-Directory-Modul des Windows Admin Center an. Dabei lassen sich Name, Benutzeranmeldename, Kennwort und optionale Attribute wie Abteilung oder Position festlegen. Nach der Erstellung kann das Konto sofort aktiviert und einer oder mehreren Gruppen zugeordnet werden. In einem größeren Unternehmen, in dem täglich mehrere neue Benutzer angelegt werden, ermöglicht diese Funktion eine deutliche Zeitersparnis und reduziert Fehlkonfigurationen durch einheitliche Eingabemasken.

Benutzerverwaltung mit direkter Detailansicht

Alle Benutzer, Gruppen und Computer erscheinen im Raster des Admin Centers. Sobald ein Eintrag markiert wird, öffnet sich ein Detailbereich mit den wichtigsten Informationen zum jeweiligen Objekt. Dort ändern Administratoren Kennwörter, passen Gruppenmitgliedschaften an oder korrigieren fehlerhafte Angaben. Ein typisches Beispiel ist die Aktualisierung von Kontaktdaten nach einer internen Versetzung. Statt über mehrere Fenster zu navigieren, genügt ein Klick auf das betroffene Benutzerkonto, um Telefonnummer oder Bürostandort zu ändern. Auch der Wechsel zwischen Organisationseinheiten gelingt schneller, da der Zugriff auf alle Objekte unmittelbar über die Suchleiste möglich ist.

Globale Aktionen und Kennwortverwaltung

Das Windows Admin Center erlaubt globale Rasteraktionen für mehrere Benutzer oder Computer gleichzeitig. Administratoren können ganze Gruppen von Konten aktivieren, deaktivieren oder löschen, etwa wenn Mitarbeiter ein Projekt verlassen oder Systeme ausgemustert werden. Ebenso einfach ist das Zurücksetzen von Kennwörtern. Wenn ein Benutzer sein Passwort vergisst, genügt es, den entsprechenden Eintrag im Raster auszuwählen und ein neues Kennwort festzulegen. Diese Funktion ersetzt den klassischen Weg über das Active Directory-Benutzer- und -Computer-Snap-In vollständig.

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Delegierung und Gerätekontrolle

Neben Benutzerobjekten lassen sich auch Computerobjekte im Admin Center verwalten. Administratoren konfigurieren dort die Delegierung für einzelne Systeme, um bestimmten Diensten oder Anwendungen eingeschränkte Berechtigungen zuzuweisen. Beispielsweise kann ein Server die Authentifizierung für einen bestimmten Webdienst übernehmen, ohne umfassende Administratorrechte zu besitzen. Die Oberfläche bietet dazu klar strukturierte Dialogfelder, in denen sich die Delegierung präzise anpassen lässt.

Gruppenverwaltung und Rechtezuweisung

Für Gruppenobjekte steht eine eigene Verwaltungsansicht bereit. Hier fügen Administratoren Benutzer hinzu oder entfernen diese wieder, was die Arbeit mit Sicherheits- oder Verteilergruppen erheblich vereinfacht. Wenn ein neuer Mitarbeiter in das Marketing-Team wechselt, genügt ein Klick auf die entsprechende Gruppe, um ihn hinzuzufügen. Ebenso lässt sich eine veraltete Mitgliedschaft entfernen, etwa wenn ein Kollege die Abteilung verlässt. In Verbindung mit den Benutzeraktionen entsteht so eine durchgängige Verwaltungskette vom einzelnen Konto bis zur übergeordneten Berechtigungsstruktur.

Zentrale Oberfläche für den täglichen Betrieb

Das Windows Admin Center bündelt damit Aufgaben, die bislang auf mehrere Werkzeuge verteilt waren. Es ersetzt zwar keine tiefgehenden PowerShell-Skripte oder Gruppenrichtlinienverwaltung, deckt aber den gesamten Standardbedarf einer Active-Directory-Umgebung ab. Ob das Entsperren eines gesperrten Kontos, das Prüfen der Gruppenzugehörigkeit eines Rechners oder das Entfernen inaktiver Benutzer, alle Schritte lassen sich direkt aus der Weboberfläche ausführen. Das Ergebnis ist eine konsistente, praxisnahe Lösung für Administratoren, die ihre Verzeichnisdienste effizient und zentral verwalten möchten.

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