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So verbessern Sie Sicherheit und Leistung von Windows-Servern 12 wichtige Einstellungen nach der Server-Installation

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Sobald Windows Server 2016/2019 installiert ist, sollten einige Einstellungen gesetzt werden, um Leistung, Sicherheit und Stabilität des neuen Servers zu verbessern. Dieser Beitrag zeigt die 12 wichtigsten Einstellungen, die Sie unmittelbar nach der Installation eines Windows-Servers vornehmen sollten.

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Um frisch installierte Server bestmöglich auf ihr Aufgabengebiet vorzubereiten, müssen zwingend einige Einstellungen vorgenommen werden.
Um frisch installierte Server bestmöglich auf ihr Aufgabengebiet vorzubereiten, müssen zwingend einige Einstellungen vorgenommen werden.
(Bild: © cookiecutter - stock.adobe.com)

Wenn die Installation eines Servers abgeschlossen ist, sollten verschiedene Einstellungen im Betriebssystem und im BIOS/UEFI unmittelbar angepasst werden, bevor Serverrollen bspw. installiert werden. Die BIOS/UEFI-Einstellungen sollten idealerweise sogar bereits vor der Windows-Installation angepasst werden, können aber auch erst vor der produktiven Inbetriebnahme überprüft und optimiert werden.

Nach der Installation sollten zuerst möglichst alle aktuellen Updates für die jeweilige Windows-Server-Version installiert werden. Dazu kann eine Verbindung mit den Update-Servern bei Microsoft hergestellt werden, oder der Server wird über Gruppenrichtlinien an WSUS im internen Netzwerk angebunden. Auch ein Blick in die Ereignisanzeige des Servers sollte nach der Installation obligatorisch sein, um erste Fehler schneller zu erkennen.

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1. Workload-Vorlagen laden, Einstellungen optimieren

Server-Hersteller bieten teilweise Vorlagen an, mit denen BIOS- und UEFI-Einstellung für die Workloads optimiert werden können, die später auf dem Server installiert werden. HPE bietet für die Proliant-Server der Generation 10 zum Beispiel verschiedene Vorlagen an, die einfach nur ausgewählt werden. Durch die Auswahl der passenden Vorlage werden die verschiedenen Einstellungen im System so festgelegt, dass diese optimal mit dem jeweiligen Dienst zusammenarbeiten, der auf dem Server installiert wird. Dadurch lassen sich zum Beispiel Virtualisierungs-Hosts wesentlich schneller und auch sicherer betreiben. Die Einstellungen können auch vor der Installation des Betriebssystems durchgeführt werden, sollten aber spätestens vor der Installation von Workloads – wie zum Beispiel Hyper-V – ausgewählt werden.

2. Virtualisierungseinstellungen im BIOS setzen

Unabhängig davon, ob der Serverhersteller Vorlagen bereitstellt, mit denen BIOS-/UEFI-Einstellungen optimiert werden können, sollte vor der Installation von Serverdiensten überprüft werden, ob wichtige Einstellungen im BIOS/UEFI aktiv sind. Das gilt vor allem dann, wenn auf dem Server Hyper-V betrieben werden soll. Denn hier bieten so gut wie alle Serverhersteller Virtualisierungsoptionen an, die überprüft und angepasst werden sollten, bevor Hyper-V auf dem Server installiert wird.

3. Treiber überprüfen und aktualisieren

In den meisten Fällen fehlen nach der Installation von Windows auf einem Server noch Treiber für verschiedene Geräte. Zudem ist es wahrscheinlich, dass der Serverhersteller hier optimierte Treiber anbietet, die mehr Funktionen, Leistung und Stabilität bieten, als die Standard-Windows-Treiber. Aus diesem Grund sollten nach der Server-Installation aktuelle Treiber von der Treiberseite des Herstellers heruntergeladen und diese auf dem Server installiert werden. Ob Treiber fehlen, kann im Gerätemanager überprüft werden, der mit „devmgmt.msc“ gestartet wird.

4. Firmware und BIOS/UEFI aktualisieren

Neben Treibern sollten auch die Firmware-Versionen auf dem Server und den angeschlossenen Geräten überprüft werden. Oft stellen Serverhersteller hier neue Versionen zur Verfügung, die Fehler beseitigen, die Leistung verbessern und die Stabilität optimieren. In den meisten Fällen werden für die Aktualisierung der Firmware vom Hersteller Installationsprogramme auch für Windows angeboten. Es lohnt sich also, einen Blick auf die Treiber- und Firmware-Seite eines Herstellers zu werfen. In den meisten Fällen muss nach der Aktualisierung der Server neu gestartet werden.

5. Produkt Key und Aktivierung prüfen

Auch wenn bei der Installation von Windows-Server ein Produkt-Key eingegeben wurde, hat sich der Server nicht automatisch aktiviert. Windows-Server steht allerdings erst dann vollständig zur Verfügung, wenn das Betriebssystem aktiviert wurde. Durch Eingabe von „slui“ im Startmenü kann der Aktivierungszustand überprüft werden. Hier kann bei Anforderung auch ein neuer Produkt-Key eingegeben werden, wenn die Aktivierung mit dem aktuellen Key nicht funktioniert. Funktioniert die Eingabe über diesen Weg nicht optimal, kann der Produkt-Key auch in der Befehlszeile eingegeben und die Aktivierung gestartet werden:

slmgr /ipk <Produkt-Key>
slmgr /ato

6. Prüfpunkt/Snapshot bei virtuellen Servern erstellen

Handelt es sich bei dem installierten Server um einen virtuellen Computer, kann es sinnvoll sein, vor der weiteren Installation von Tools, Treibern und Software einen Prüfpunkt für den Server zu erstellen. Dies ermöglicht das Zurücksetzen des Servers, wenn bei der Installation von Treibern oder Software etwas nicht funktioniert. Wird der Prüfpunkt nach der Installation nicht mehr benötigt, sollte er jedoch gelöscht werden, da Prüfpunkte VMs unnötig ausbremsen.

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7. Mediaplayer deinstallieren

In Windows Server 2019 wird standardmäßig der Mediaplayer auch auf Servern installiert. Dieser wird aber in den seltensten Fällen benötigt. Der Mediaplayer kann leicht über die Befehlszeile deinstalliert werden:

dism /online /Disable-Feature /FeatureName:WindowsMediaPlayer /norestart

8. Systemeinstellungen und -Leistung überprüfen

Die Systemeinstellungen von Windows-Servern werden am schnellsten durch Eingabe von „sysdm.cpl“ im Server-Manager aufgerufen. Hier sollte über „Einstellungen“ und „Leistung“ auf der Registerkarte „Erweitert“ die Option „Hintergrunddienste“ aktiviert werden. Dadurch werden CPUs und andere Ressourcen für den Einsatz von Serverdiensten optimiert.

9. Systemdienste optimieren

Nach der Installation sind auf Windows-Servern zahlreiche Systemdienste aktiv. Diese sind nicht immer nötig und können teilweise auch deaktiviert werden. Allerdings sollte hier sehr vorsichtig vorgegangen werden. Die Deaktivierung eines Systemdienstes sollte außerdem dokumentiert werden, sodass die Änderung wieder rückgängig gemacht werden kann. Microsoft stellt hierfür auch eine Anleitung auf der Seite „Per-user services in Windows 10 and Windows Server“ bereit. Mit dieser Anleitung lassen sich Systemdienste beenden, die im Benutzerkontext ausgeführt werden. Bevor Systemdienste beendet und deaktiviert werden, sollte jedoch genau recherchiert werden, welche Aufgabe der Dienst hat.

Microsoft bietet eine Excel-Tabelle für Windows Server 2016 an, in der beschrieben wird, welche Aufgabe die verschiedenen Dienste haben und welche Dienste nicht deaktiviert werden sollten.

10. Partitionen, Festplatten und Dateisysteme

Nach der Installation sollte im Festplattenmanager „diskmgmt.msc“ überprüft werden, ob Partitionen und Dateisystem richtig konfiguriert wurden, oder ob eine Anpassung des Dateisystems notwendig ist. Hier kann es teilweise sinnvoll sein, für verschiedene Partionen das ReFS-Dateisystem zu verwenden, das schneller und stabiler als NTFS sein kann. In diesem Fall sollte aber zuerst recherchier werden, ob die Server-Workloads des Servers kompatibel mit ReFS sind.

11. Fehler im Server-Manager überprüfen

Nach dem Start des Servers-Managers zeigt dieser über die Kachelfarben an, ob auf dem Server Probleme vorliegen. Durch wenige Mausklicks lassen sich die Fehler eingrenzen.

12. Sprachpakete installieren

Liegt ein englischsprachiges Windows-System oder eine Installation in einer anderen Sprache vor, können weitere Sprachen installiert werden, um die Oberfläche von Windows anzupassen. Diese stehen bei Microsoft über *.cab-Dateien zur Verfügung. Liegt die Sprachdatei vor, kann diese mit „lpksetup“ installiert werden. Wurde die Sprache installiert, muss diese noch aktiviert werden. Dazu muss in der entsprechenden Sprache des Betriebssystems zu „Systemsteuerung\Zeit, Sprache und Region\Sprache“ gewechselt werden.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist