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Breko fordert wettbewerbskonforme Kupfer-Glasfaser-Migration 10 Jahre Vectoring: kein Grund zum Feiern

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Seit dem 28. August 2014 vermarktet die Telekom DSL-Anschlüsse mit Vectoring-Technologie. Zum Jubiläum dieser Brückentechnologie zieht der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) eine ernüchternde Bilanz und fordert ein klares Konzept für den Übergang von Kupfer auf Glasfaser.

Die „Vectoring-Delle“: Auszug der Breko Marktanalyse 2023 zur Veranschaulichung des Investitionsrückgangs in den Jahren 2015 und 2016.(Bild:  Breko)
Die „Vectoring-Delle“: Auszug der Breko Marktanalyse 2023 zur Veranschaulichung des Investitionsrückgangs in den Jahren 2015 und 2016.
(Bild: Breko)

Schnelles Internet auch ohne Glasfaser: Unter diesem Motto ging die Deutsche Telekom vor zehn Jahren mit ihrer Vectoring-Technologie an den Start. Die maximale DSL-Geschwindigkeit wurde sukzessive auf 250 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload gesteigert. Weit unterhalb der möglichen Bandbreiten eines Glasfaseranschlusses, der zudem eine stabilere Verbindung und einen geringeren Energieverbrauch bietet als ein VDSL-Anschluss, so der Breko.

Durch die technischen Voraussetzungen der Vectoring-Technologie habe die Telekom den Wettbewerb auf der „letzten Meile“ – der Kupferleitung vom Verteilerkasten bis in die Wohnungen – minimieren und ihre Profite auf Basis der alten Infrastruktur maximieren können. Gleichzeitig sei die Telekom damit dem Appell der damaligen Bundesregierung gefolgt, „möglichst bald“ überall in Deutschland 50-MBit-Leitungen anzubieten.

Statt den Ausbau einer zukunftssicheren, weil praktisch beliebig skalierbaren Glasfaserinfrastruktur zu unterstützen, versuchte die Bundespolitik, durch die Aufrüstung der bestehenden Kupfernetze kurzfristige, wenig ambitionierte Bandbreitenziele zu erreichen, kritisiert der Bundesverband.

Zehn Jahre später stellt Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers fest, dass sich seine Prognose von damals bewahrheitet hat: „Vectoring war eine Sackgasse, in die Deutschland besser gar nicht erst abgebogen wäre. Viel zu lange haben sich Politik und Telekom auf das Ausquetschen der letzten Reserven im Kupfernetz konzentriert und das Vectoring regulatorisch gefördert. Dadurch haben sie den Ausbau der zukunftsfähigen Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen vernachlässigt, ja sogar aktiv ausgebremst.“

Denn während es der Telekom mit Unterstützung der Bundesnetzagentur gelungen sei, die Aufrüstung ihres DSL-Netzes voranzutreiben, seien die Wettbewerber verunsichert gewesen. Die Folge: Ihre Investitionen gingen 2015 und 2016 nach Jahren des Wachstums erstmals zurück. Dabei seien sie es gewesen, die schon damals den Ausbau der Glasfasernetze bis in die Gebäude (FTTB) und Wohnungen (FTTH) vorangetrieben hätten.

Albers: „Bundesregierung und Bundesnetzagentur sollten diesmal vorausschauender agieren: Eine zügige, sukzessive und wettbewerbskonforme Abschaltung des Kupfernetzes kann dem flächendeckenden Glasfaserausbau zugunsten der Verbraucherinnen und Verbraucher einen wichtigen Schub verleihen. Wir erwarten von der Bundesnetzagentur, dass sie jetzt sehr schnell ein eigenes Konzept für eine wettbewerbskonforme Kupfer-Glasfaser-Migration vorlegt. Dieses Konzept muss eine zügige Kupferabschaltung auch in den Gebieten sicherstellen, in denen die Wettbewerber der Telekom Glasfasernetze ausgebaut haben, und verhindern, dass die Telekom ihr Kupfernetz strategisch nur dort abschaltet, wo sie selbst Glasfaser verlegt hat. Wir als Breko haben hierfür schon im April eine Vorlage geliefert.“

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