Leistung, Sicherheit, Stabilität und Disaster Recovery

10 Stolpersteine beim Einsatz von VMware vSphere

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Die wichtigsten Aspekte beim Betrieb von vSphere in kleinen Umgebungen sind Leistungsoptimierung, Installation von Updates und Disaster Recovery.
Die wichtigsten Aspekte beim Betrieb von vSphere in kleinen Umgebungen sind Leistungsoptimierung, Installation von Updates und Disaster Recovery. (Bild: VMware / Joos)

Setzen kleine und mittlere Unternehmen auf die Virtualisierung mit VMware vSphere, spielen die virtuellen Server die gleiche wichtige Rolle, wie bei großen Unternehmen. Allerdings fehlen häufig speziell abgestellte Mitarbeiter und entsprechendes Know-how in der IT-Abteilung, um eine virtuelle Umgebung optimal zu betreiben. Wir zeigen 10 Stolpersteine, die es zu umschiffen gilt.

Wird in kleinen und mittleren Unternehmen auf Virtualisierung gesetzt, ist zwar in den meisten Fällen die passende Hardware im Einsatz, allerdings wird oft nicht beachtet, was in großen Unternehmen zum Standard gehört. Beispiele dafür sind Leistungsoptimierung, Installation von Updates oder Disaster Recovery (siehe Abbildung 1).

1.: Disaster Recovery beachten

Zwar planen viele Unternehmen den Einsatz der richtigen Hardware gemeinsam mit dem Hardware-Lieferanten, vergessen aber häufig die Planung einer Disaster-Recovery-Lösung. Fällt ein Virtualisierungs-Host aus, sind die auf dem Host betriebenen, virtuellen Server ebenfalls betroffen. Hier ist es wichtig, dass ein Ausfallplan existiert, da gerade bei einem Ausfall in kleinen Unternehmen oft keine spezialisierte IT-Fachkraft zur Verfügung steht, die eine Wiederherstellung händisch durchführen kann. Hinzu kommt, dass bei der Durchführung einer Disaster-Recovery-Aufgabe oft Fehler gemacht werden. Auch in kleinen Unternehmen muss daher ein Disaster-Recovery-Plan erstellt werden, um Ausfälle zu verhindern oder zu kompensieren.

2.: Leistung optimieren und virtuelle Server richtig verteilen

Damit virtuelle Server optimal betrieben werden können, ist es notwendig Hosts und virtuelle Server richtig zu konfigurieren und die Einstellungen so anzupassen, dass die Server möglichst leistungsstark funktionieren. Vor allem in kleinen Unternehmen werden jedoch oft die Standardeinstellung belassen. Dabei kann es häufig notwendig sein, diese anzupassen. Werden Standardeinstellungen geändert, sollten die Änderungen aber auch dokumentiert werden (siehe Abbildung 2).

3.: Hochverfügbarkeit ist auch in kleinen Unternehmen sinnvoll

Fallen Hosts oder virtuelle Server und deren Workloads aus, sind auch kleine Unternehmen stark beeinträchtigt. Hochverfügbarkeit ist nicht nur Sache von großen Netzwerken, sondern auch kleine Unternehmen müssen die Hochverfügbarkeit berücksichtigen und einplanen. Dabei gilt es nicht nur, Hosts hochverfügbar zu betreiben, sondern auch virtuelle Server. In modernen Betriebssystemen sind Hochverfügbarkeitsfunktionen bereits integriert, das gilt auch für viele Workloads. Zwar sind diese oft komplizierter in der Einrichtung, vermeiden aber Probleme, wenn ein virtueller Server ausfällt.

4.: Installation von Updates durchführen

Wenn ein System erst einmal funktioniert, scheuen sich vor allem kleinere Unternehmen, Updates für Betriebssysteme, Workloads und auch für die Virtualisierungssoftware zu installieren. Allerdings spielen diese Updates nicht nur eine Rolle bei der Sicherheit und Stabilität, sondern sind manchmal auch notwendig, um die Unterstützung des Anbieters nicht zu gefährden. Treten Fehler auf, ist es in vielen Fällen notwendig, erst Updates zu installieren, bevor andere Fehlermaßnahmen durchgeführt werden. Ist eine Umgebung immer auf dem neusten Stand, ist von Anfang an sichergestellt, dass Fehler oder Sicherheitslücken nicht durch einen veralteten Softwarestand hervorgerufen werden.

5.: Neue Versionen mit neuen Funktionen installieren

Neben herkömmlichen Updates, bietet VMware oft kostenlose Aktualisierungsmöglichkeiten auf neue Versionen. Neben mehr Sicherheit und Stabilität werden durch neue Versionen auch neue Funktionen integriert, welche auch die Arbeit in kleinen und mittleren Netzwerken verbessert. Hinzu kommt, dass auch hier der Support durch den Hersteller oft nur gewährt wird, wenn die neue Version installiert ist.

Bei der Installation von neuen Funktionen ist es aber auch notwendig, korrekt vorzugehen, und die Aktualisierung richtig durchzuführen. Im Artikel „10 Gründe für einen Versions­wechsel auf vSphere 6.7“ zeigen wir, warum der Einsatz von vSPhere 6.7 sinnvoll sein kann.

10 Gründe für einen Versions­wechsel auf vSphere 6.7

Virtualisieren mit VMware – auch kostenlos

10 Gründe für einen Versions­wechsel auf vSphere 6.7

03.08.18 - Mit „vSphere 6.7“ stellt VMware auch seinen Hypervisor „ESXi“ in der neuen Version kostenlos zur Verfügung. Dieser kann mit dem HTML5-Client oder dem neuen VMware-Tool „vCenter 6.7“ verwaltet werden. lesen

6.: Ausfallzeiten verhindern

Fallen virtuelle Server aus, oder im schlimmsten Fall ein ganzer Host, kann es passieren, dass Abteilungen im Unternehmen nicht mehr arbeiten können, weil die Workloads außer Funktion sind. Auch bei der Installation von Updates oder neuen Versionen kommt es zu einem (geplanten) Ausfall, da die Benutzer während der Aktualisierung von den virtuellen Servern getrennt werden. Ausfallzeiten sollten jedoch möglichst grundsätzlich und umfassend verhindert werden. Dazu gehört es, dass neben Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery auch die Installation von Updates und neuen Versionen korrekt geplant wird.

7.: Umgebung überwachen

Auch wenn eine vSphere-Umgebung korrekt installiert und aktuell ist, sollte sie regelmäßig überwacht werden. Auch in kleinen Umgebungen ist es sinnvoll mit Tools und Bordmitteln sicherzustellen, dass die Umgebung funktioniert. Regelmäßige Kontrollen reichen nicht aus; die Umgebung sollte stattdessen mit speziellen Tools in Echtzeit überwacht werden. Vor allem für kleine Unternehmen gibt es hierfür auch einige kostenlose oder sehr günstige Tools, die in den meisten Fällen als virtuelle Appliance eingebunden werden.

8.: Richtige Lizenzierung

Die korrekte Lizenzierung der Hosts und auch der virtuellen Server sowie der Workloads ist ein wichtiger Punkt beim Betrieb einer virtuellen Umgebung. Hier werden häufig Fehler gemacht, die spätestens dann teuer werden, wenn der Hersteller durch eine Überprüfung eine falsche Lizenzierung feststellt. Die Lizenzierung von virtuellen Umgebungen ist häufig etwas komplizierter, als bei physischen Servern. Es ist also wichtig mit einem Lizenzierungsspezialisten die richtige Lizenzierung durchzuführen.

Teilweise kommt es auch vor, dass Unternehmen mehr für eine Lizenzierung ausgeben, als notwendig ist. In jedem Fall kann Geld gespart werden und Verantwortliche vermeiden Ärger, wenn die Lizenzierung durch einen Spezialisten optimal durchgerechnet wurde.

9.: Richtige Konfiguration von virtuellen Servern

Neben der Anpassung der Einstellungen von Hosts müssen auch virtuelle Server, und in vielen Fällen auch die Workloads auf den virtuellen Servern, für den Betrieb in einer virtuellen Umgebung angepasst werden. Administratoren sollten genau überprüfen, ob es für das eingesetzte Betriebssystem und die installierten Anwendungen sinnvoll ist, Anpassungen vorzunehmen, die für den Betrieb in virtuellen Umgebungen notwendig oder empfohlen sind. Viele Hersteller bieten dazu Best Practices-Anleitungen an, die im Internet schnell zu finden sind.

10.: Zeitsynchronisierung

In virtuellen Umgebungen sollten die Systemzeiten der virtuellen Server und der Virtualisierungs-Hosts korrekt gesetzt sein und sich synchronisieren. Nicht synchronisierte Zeiten können zu Ausfällen von Workloads oder zu Problemen bei der Anmeldung von Benutzern führen. Vor allem Domänencontroller, Exchange-Server und andere übergreifende Dienste sind in diesem Bereich empfindlich.

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