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Intel und Broadcom demonstrieren Wi-Fi 7 Wi-Fi 7: Doppelte Performance bei Mobil­ge­rä­ten

Von Klaus Länger

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Schon im kommenden Jahr sollen die ersten Wi-Fi-7-Produkte auf den Markt kommen. Intel und Broadcom zeigen bereits, was die neuen Access Points und WLAN-Adapter erwarten lassen: Deutlich mehr Leistung für Anwendungen wie VR oder 16K-Streaming.

Wi-Fi 7 soll durch Entwicklungen wie die Nutzung von 320-MHz-Kanälen im unlizenzierten 6-GHz-Spektrum, 4K QAM für die analoge Übertragung und Multi-Link Operation eine deutlich höhere Datenrate bei gleichzeitig niedrigerer Latenz erreichen.(Bild:  JustSuper - stock.adobe.com)
Wi-Fi 7 soll durch Entwicklungen wie die Nutzung von 320-MHz-Kanälen im unlizenzierten 6-GHz-Spektrum, 4K QAM für die analoge Übertragung und Multi-Link Operation eine deutlich höhere Datenrate bei gleichzeitig niedrigerer Latenz erreichen.
(Bild: JustSuper - stock.adobe.com)

Wi-Fi 6E ist zwar gerade erst dabei, eine weitere Verbreitung zu finden, aber in den Entwicklungsabteilungen wird schon auf Hochtouren an Wi-Fi 7 gearbeitet. Wie weit die Entwicklung bereits gediehen ist, zeigten Intel und Broadcom in einer gemeinsamen Demonstration. Hier konnte bei der Kommunikation zwischen einem Notebook mit dem Prototypen einer Wi-Fi-7-Karte von Intel und einem Wi-Fi-7-Access-Point mit Broadcom-Chipsatz eine Datenrate von 5 Gbit/s erreicht werden, etwa das 2,5-fache im Vergleich zu Wi-Fi 6E.

Wichtig ist diese Demo auch deshalb, weil sie zeigt, dass die kommende WLAN-Technologie bereits herstellerübergreifend funktioniert, wie Carlos Cordeiro betont. Er ist Intel Fellow und Wireless CTO bei Intels Client Computing Group. „Die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie ist essenziell dafür, auch sicherzustellen, dass wir die Versprechen dieser neuen Drahtlos-Technologie erfüllen können”, betont Cordeiro. Vijay Nagarajan, Vice President der Wireless Connectivity Division von Broadcom ergänzt: „Der heute erreichte Meilenstein sendet eine klare Botschaft: Das Ökosystem ist bereit und Wi-Fi 7 ist hier, um eine außerordentliche Kapazität sowie eine pfeilschnelle Geschwindigkeit zu liefern, um so Gigabit-Breitband zu ergänzen.”

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Für beide Firmen ist Wi-Fi 7 die Grundlage der WLAN-Entwicklung der nächsten 10 Jahre, um die steigenden Ansprüche an Geschwindigkeit, Latenz und Zuverlässigkeit zu befriedigen. Ein flexibles hybrides Arbeiten wird noch mehr auf WLAN als Netzwerktechnologie basieren wie die bisherige Arbeitswelt mit festen Arbeitsplätzen im Büro. Dazu kommen noch Edge-Computing in der Industrie sowie Media-Streaming mit höherer Auflösung und Gaming mit Cloud-Komponente im Consumer-Sektor. Zudem soll Wi-Fi 7 auch die Grundlage für drahtlose VR-Technologien schaffen, die mit dem Metaverse sowohl im professionellen als auch im privaten Umfeld kommen sollen.

Die neuen Features von Wi-Fi 7

Wi-Fi 7 kommt mit einigen technischen Neuerungen gegenüber Wi-Fi 6 und 6E, mit denen eine höhere Leistung erreicht wird. Ebenso wie Wi-Fi 6E nutzt auch Wi-Fi 7 drei Frequenzbereiche: 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz. Allerdings werden im unlizenzierten 6-GHz -Sektrum neben den bei Wi-Fi 6E üblichen 160-MHz-Kanälen auch 320-MHz-Kanäle verwendet, mit denen sich die Bandbreite verdoppelt. Dazu kommen noch als weitere Faktoren 4K-QAM, Multi-Link Operation sowie Multi Resource Units (Multi-RU) und Puncturing. Mit 4K QAM (Quadrature Amplitude Modulation) können bei der analogen Signalübertragung 12 Bits in ein Symbol gepackt werden, statt der 10 Bits bei 1K QAM, das Wi-Fi 6 und 6E verwenden.

Mit Multi-RU können Wi-Fi-7-Geräten mehrere Resource Units, also Gruppen von Subcarriern, zugeteilt werden. Bei Wi-Fi 6 kann einer Station nur eine Resource Unit zugewiesen werden. Dabei können mittels Puncturing Teile des Signalspektrums ausgeklammert werden, die bereits anderweitig genutzt werden, etwa für Radar, während die restliche Bandbreite für die WLAN-Übertragung zur Verfügung steht.

Mit Multi-Link Operation (MLO) ist die parallele Übertragung auf zwei Bändern möglich. Bei Clients mit nur einem 2x2-Radio können so Pakete auf dem jeweils freien Band ausgetauscht werden. Das erhöht die Zuverlässigkeit und vermindert die Latenz in Umgebungen mit dichtem Signalverkehr. Bei Dual-Radio-Devices werden Daten simultan auf beiden Bändern übertragen, was die Performance erhöht und ebenfalls die Latenz vermindert. Für Access Points und WLAN-Router ist schließlich noch die Verdoppelung der Spacial Streams von 8 auf 16 wichtig.

Wann kommt Wi-Fi 7

Bei der IEEE ist der 802.11be-Standard für Wi-Fi 7 derzeit noch als Draft in Arbeit. Eine Verabschiedung ist für Mai 2024 geplant. Auf dem Draft basierende Geräte werden aber schon 2023 auf den Markt kommen, wie es auch schon bei vorhergehenden WLAN-Standards der Fall war. Regulierungsbedarf besteht noch bei der Nutzung des 6-GHz-Spektrums.

Mit Stand Juni 2022 sind laut Intel in der EU an Geräteklassen neben Portable Device Clients nur Indoor Low Power Access Points und portable Very Low Power APs zugelassen. Für Outdoor Standard APs gibt es noch keine Zulassung oder auch Zusage. Das hängt damit zusammen, dass das 6-GHz-Frequenzband bereits für Anwendungen wie die Verbindung zu geostationären Satelliten, Radarastronomie oder Wetterradar genutzt wird.

Für die USA wurde daher bereits für Wi-Fi 6E mit Automated Frequency Coordination (AFC) eine Technik entwickelt, bei der alle Positionen dieser glücklicherweise stationären Anlagen in einer Cloud-Anwendung erfasst werden. Wi-Fi-7-APs werden diese Datenbank ebenfalls abfragen, um zu überprüfen, ob derartige Anlagen in ihrer Nähe sind und, um dann gegebenenfalls die 6-GHz-Nutzung zu unterlassen. So sind in den USA bereits stärkere Standard-APs für 6 GHz freigegeben. Zudem können auch alle Wi-Fi-7-Geräte, die AFC nutzen, mit höherer Sendeleistung arbeiten, was der Performance und der Zuverlässigkeit zugute kommt.

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