Azure Virtual Desktop ist der Nachfolger von Windows Virtual Desktop. Es handelt sich um einen über die Microsoft-Cloud-Computing-Plattform Azure angebotenen Service. Er stellt virtuelle Desktop- oder Anwendungsumgebungen mit Windows- oder Windows-Server-Betriebssystemen zur Verfügung, auf die von nahezu jedem Endgerät aus zugegriffen werden kann.
Azure Virtual Desktop (früher Windows Virtual Desktop) ist eine cloudbasierte VDI-Plattform (Virtual Desktop Infrastructure) und stellt virtuelle Desktop- und App-Umgebungen bereit.
(Bild: ChatGPT/Gemini / KI-generiert)
Microsoft brachte die cloudbasierte virtuelle Desktop-Infrastruktur im Jahr 2019 unter dem Namen Windows Virtual Desktop (WVD) auf den Markt. 2021 erfolgte die offizielle Umbenennung in Azure Virtual Desktop (AVD). Der Name sollte die Azure-native Identität des tief in die Azure-Plattform integrierten Services besser widerspiegeln. Hinsichtlich Nutzung, Skalierbarkeit, Funktionsumfang und Sicherheit wurden zudem einige Verbesserungen und Änderungen vorgenommen.
AVD richtet sich speziell an Unternehmen. Der Service stellt komplette Desktop- und App-Umgebungen als Service aus der Azure-Cloud zur Verfügung und ist grundsätzlich Multi-Session-fähig. Unternehmen können mit AVD Windows-Desktops mit Betriebssystemen Windows 11, Windows 10 und Windows Server 2025, 2022, 2019 und 2016 hosten und Anwendern bereitstellen, ohne eigene Server oder lokale VDI-Infrastrukturen betreiben zu müssen.
Virtuelle Arbeitsumgebungen oder einzelne Anwendungen werden standortunabhängig auf beliebigen Endgeräten nutzbar. Über die browserbasierte Nutzung per HTML5 können Geräte mit allen gängigen Betriebssystemen auf die Desktop-Umgebungen zugreifen. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt, wie für Cloud-Computing-Services üblich, in einem nutzungsabhängigen Preismodell.
Das Grundkonzept virtueller Desktops
Das Grundkonzept virtueller Desktops ist schon älter und geht auf die prinzipielle Arbeitsweise im Großrechnerumfeld zurück. Dort arbeitete man mit Terminalprogrammen auf einem Großrechner und nutzte so dessen Ressourcen. Die Leistung des Großrechners teilten sich viele Anwender. Zu vergangenen Großrechnerzeiten waren Terminals allerdings einfache Text- und kommandozeilenbasierte Ein- und Ausgabegeräte.
Virtuelle Desktops werden ebenfalls auf einer gemeinsamen Hard- und Software-Infrastruktur betrieben, stellen dem Anwender aber vollständige Arbeitsumgebungen mit grafischen Benutzeroberflächen, vergleichbar mit einer lokalen Rechnerinstallation, zur Verfügung. Anwender arbeiten dabei auf einem individuellen virtuellen Desktop einer gemeinsamen Plattform, auf den sie per Netzwerk zugreifen.
Der Desktop ist von beliebigen Endgeräten mit Netzwerkzugriff verfügbar. Die lokalen Endgeräte selbst benötigen nur wenig Rechenleistung und dienen lediglich zur Darstellung und Interaktion mit dem virtuellen Desktop. Virtuelle Desktop-Umgebungen lassen sich in eigenen Rechenzentren über lokale oder öffentliche Netzwerke oder cloudbasiert über einen Cloud-Computing-Anbieter und das Internet betreiben.
Voraussetzungen für Azure Virtual Desktop
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Azure Virtual Desktop für private User oder kleine Unternehmen eher uninteressant ist. Der Service richtet sich an größere Unternehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es wird der Identitäts- und Zugriffsverwaltungsdienst Microsoft Entra ID benötigt, mit dem die Benutzer verwaltet werden. Für hybride Installationen lassen sich lokale Active Directory Domain Services (AD DS) mit Microsoft Entra ID über Microsoft Entra Connect synchronisieren. Aber auch andere Konstellationen wie Microsoft Entra ID und Microsoft Entra Domain Services sind möglich.
Was die Lizenzen angeht, sind Kunden berechtigt, mit Einzel- und Mehrfachsitzungen auf virtuelle Windows-Desktops zuzugreifen, wenn Lizenzen der Typen Microsoft 365 E3, E5, A3, A5, F3 oder Business Premium oder Windows E3, E5, A3, A5 vorhanden sind.
Die Clients für den Remote-Desktop benötigen Betriebssysteme wie Windows, macOS, iOS/iPadOS oder Android/Chrome OS oder einen kompatiblen Webbrowser. Zudem ist der Zugang zum Internet und zu verschiedenen URLs der Azure-Plattform in ausreichender Bandbreite notwendig. Für eine flüssige Darstellung der virtuellen Desktops auf den lokalen Clients und ein komfortables Arbeiten mit einer optimalen Benutzererfahrung sollte die Roundtrip-Latenzzeit zwischen Clients und der Azure-Region, in der die Services bereitgestellt werden, unter 150 Millisekunden betragen. Es empfiehlt sich daher, die virtuellen Rechner in einer geeigneten Azure-Region zu betreiben.
Stand: 08.12.2025
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Architektur, Verwaltung und wichtige Funktionen von Azure Virtual Desktop
AVD integriert verschiedene Cloud-Services der Azure-Plattform wie Azure Compute zur Bereitstellung der virtuellen Maschinen (VMs) für das Hosting der Desktops und Anwendungen, Azure Storage zur Speicherung von Benutzerdaten, Azure Networking zur Verbindung der virtuellen Desktops und Microsoft Entra ID (früher bekannt als Azure Active Directory) zur Benutzerverwaltung und -authentifizierung. Als Hosts für die Benutzer-Desktops und -Anwendungen dienen Pools bestehend aus einer oder mehreren virtuellen Maschinen. Darüber hinaus ist ein Verbindungsbrokerservice notwendig, über den die Benutzerverbindungen zu den Host-Pools verwaltet und verteilt werden. AVD ist auch für Azure Local verfügbar und erlaubt den Kunden, virtuelle Desktop-Sitzungshosts in lokalen Azure-Instanzen bereitzustellen.
Die Bereitstellung und Verwaltung von Azure Virtual Desktop ist über das Azure-Portal möglich. Skripte und Tools wie PowerShell sind ebenfalls dafür nutzbar. Das so genannte Remote-App-Streaming erlaubt die Bereitstellung einzelner Anwendungen als SaaS (Software-as-a-Service). Als Sicherheitsfeatures stehen die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), bedingter Zugriff, Datenverschlüsselung und virtuelle Netzwerke für sichere, isolierte Netzwerkumgebungen zur Verfügung
Typische Anwendungsbereiche für Azure Virtual Desktop
Typische Anwendungsbereiche für AVD sind:
Arbeit von zu Hause oder unterwegs
Bereitstellung von Test-, Entwicklungs- oder Schulungsumgebungen
Bereitstellung von Arbeitsplatzumgebungen bei Fusionen und Übernahmen, für Projektmitarbeiter, Kurzzeitbeschäftigte, externe Dienstleister oder Geschäftspartner
Anwendungsvirtualisierung und Hosting von spezialisierten Anwendungs-Workloads (zum Beispiel nur auf Windows laufende Legacy-Apps)
Vor- und Nachteile von Azure Virtual Desktop
Azure Virtual Desktop bringt Unternehmen einige Vorteile. Investitionen in eigene Hard- und Software und fixe Kosten für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen werden reduziert und in ein nutzungsabhängiges "Pay-as-you-Go-Modell" überführt. Abhängig von der Anzahl der Anwender, Desktops und der Nutzung der Desktops oder Apps sind teils deutlich Kosteneinsparungen erzielbar. Zudem bietet das Cloud-Computing-Modell den Vorteil, dass sich Desktops bei kurzfristigen Veränderungen der Anforderungen schnell und dynamisch bereitstellen und hinzufügen lassen. Das ist quasi in Echtzeit innerhalb weniger Minuten möglich, ohne dass Hardware oder Software für einzelne Rechner bestellt oder installiert werden muss. Die Skalierbarkeit verbessert sich deutlich. AVD vereinfacht darüber hinaus die Verwaltung der Desktops und Anwendungen. Mithilfe einer zentralen Verwaltungsoberfläche und Funktionen zur Automatisierung, können beispielsweise Software-Updates oder Patches schnell und effizient auf allen virtuellen Desktops ausgerollt werden.
Ebenfalls vorteilhaft ist, dass Arbeitsplatzumgebungen mit hoher Rechenleistung und Performance auf preisgünstigen Client-Systemen nutzbar werden. Der individuelle Desktop mit den eigenen Anwendungen, Daten und Einstellungen ist von beliebigen Orten aus per Internetanbindung verfügbar und kann von Geräten wie PCs, Laptops, Smartphones, Tablets und Thin- oder Thick-Clients genutzt werden.
Die mit Azure Virtual Desktop realisierten Arbeitsplätze sind modern, sicher und mobil. Dank einer engen Verzahnung mit weiteren Microsoft-Anwendungen und Azure-Services erzielen Unternehmen und Anwender eine hohe Produktivität. Die zentralen Verwaltungsmöglichkeiten der Desktops und der Betrieb auf einer gesicherten und voll gemanagten Plattform ermöglichen es, hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den Aufwand für die IT-Administration zu reduzieren.
Als Nachteil lässt sich anführen, dass eine gewisse Abhängigkeit vom Service-Anbieter Microsoft und seinem Virtualisierungsprodukt entsteht. Unternehmen genießen nicht die Freiheiten, die sie bei der Bereitstellung eigener Desktop-Umgebungen hätten. Sie sind von den Funktionen des Azure Virtual Desktops abhängig. Darüber hinaus wird für das Arbeiten mit den virtuellen Desktops eine leistungsfähige Onlineanbindung benötigt. Probleme mit dem Netzwerk oder auf der Cloud-Computing-Plattform führen unter Umständen zu massiven Arbeitsausfällen im Unternehmen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten zum Teil verlieren. Daten werden über das Internet übertragen sowie in Rechenzentren des Dienstleisters verarbeitet und gespeichert. Strenge Anforderungen an den Datenschutz oder Compliance-Vorgaben lassen sich ohne weitere Maßnahmen kaum einhalten.
Bei intensiver Nutzung des virtuellen Desktop-Services oder hohen Anforderungen an die Ressourcen können unter Umständen höhere Kosten entstehen als bei herkömmlichen lokalen Desktops. Das macht eine sorgfältige Planung und Überwachung der Servicenutzung notwendig. Die Einrichtung und Verwaltung von Azure Virtual Desktop erfordert zudem spezielles Know-how und kann komplex sein.