Mobile-Menu

Definition Was ist Wake on LAN (WoL)?

Aktualisiert am 29.01.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber tutanch 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wake on LAN ist ein standardisiertes Verfahren, um einen ausgeschalteten oder sich im Ruhezustand befindlichen Computer über ein Netzwerkkommando zu starten. Empfängt ein WoL-kompatibler und passend konfigurierter Rechner auf der LAN-Verbindung ein so genanntes Magic Packet, lösen Netzwerkkarte und BIOS den Startvorgang aus. Wake on LAN lässt sich lokal oder per Internetverbindung aus der Ferne anwenden.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - stock.adobe.com)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Wake-on-LAN (WoL) ist eine standardisierte Netzwerktechnologie, mit der ein ausgeschalteter oder sich im Ruhezustand befindlicher Computer über ein Netzwerkkommando gestartet werden kann. Dabei wird ein sogenanntes "Magic Packet" an den Computer gesendet, das den Startvorgang auslöst. Voraussetzung ist, dass der Rechner sowie seine Hardware-Komponenten wie Netzwerkkarte und BIOS/UEFI WoL unterstützen und korrekt konfiguriert sind.

Diese Funktion ist sowohl im lokalen Netzwerk (LAN) als auch über das Internet nutzbar. Ursprünglich nur für kabelgebundene Netzwerke konzipiert, ermöglicht die Technologie mittlerweile auch das Aufwecken über WLAN, was als Wake-on-WLAN (WoWLAN) bezeichnet wird.

Warum ist WoL nützlich?

Die Hauptanwendungsbereiche von WoL liegen im Remote-Zugriff und der Fernwartung. Beispielsweise können IT-Administratoren Rechner außerhalb der Arbeitszeiten starten, um Wartungsarbeiten oder Software-Updates durchzuführen. Auch für Home-Office-Nutzer bietet WoL eine praktische Möglichkeit, den Arbeits-PC aus der Ferne zu aktivieren. Darüber hinaus trägt die Technologie zur Energieeffizienz bei, da Geräte nur bei Bedarf eingeschaltet werden.

Voraussetzungen für die Nutzung von WoL

Damit WoL reibungslos funktioniert, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Hardware-Kompatibilität:
    Die Netzwerkkarte, das BIOS/UEFI und das Motherboard müssen WoL unterstützen.
    Moderne Rechner verfügen in der Regel über diese Funktionalität.
  • Stromversorgung:
    Der Computer muss im Ruhezustand S3 (Suspend to RAM), S4 (Suspend to Disk) oder S5 (Heruntergefahren) weiterhin minimal mit Strom versorgt werden.
  • Konnektivität:
    Für WoL über LAN ist eine kabelgebundene Verbindung erforderlich. Bei WLAN muss die Netzwerkkarte Wake-on-WLAN unterstützen.
  • Konfiguration:
    WoL muss im BIOS/UEFI und im Betriebssystem aktiviert werden. Router und Switches müssen so eingerichtet sein, dass sie Magic Packets weiterleiten (insbesondere für Internetzugriff).

Wie funktioniert Wake-on-LAN?

Die Netzwerkkarte bleibt auch im Schlafmodus des Rechners (S3, S4 oder S5) mit Strom versorgt und wartet auf den Empfang eines Magic Packets. Dieses spezielle Datenpaket enthält die 48-Bit-MAC-Adresse des Zielrechners. Sobald das Magic Packet empfangen wird, aktiviert die Netzwerkkarte den Startvorgang, indem sie dem Motherboard und Netzteil das Signal gibt, den Rechner hochzufahren.

Aufbau eines Magic Packets:

Ein Magic Packet enthält:

  • Sechs Bytes mit dem Wert 255 (FF FF FF FF FF FF).
  • Die MAC-Adresse des Zielrechners, die 16-mal hintereinander wiederholt wird.

Diese Pakete werden meist über das UDP-Protokoll an die Ports 0, 7 oder 9 gesendet.

WoL im lokalen Netzwerk und über das Internet

Lokal:
Das Aufwecken im lokalen Netzwerk ist relativ einfach und erfordert keine besonderen Einstellungen. Das Magic Packet wird als Broadcast innerhalb des Netzwerks gesendet.

Über das Internet:
Die Nutzung von WoL aus der Ferne ist komplizierter, da Broadcasts nicht über Router weitergeleitet werden. Hier sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, wie:

  • Directed Broadcasting: Erlaubt das gezielte Senden des Magic Packets an die Zieladresse.
  • Dynamisches DNS und Portweiterleitung: Ermöglicht die Übertragung des Packets durch den Router.
  • Router-Funktionen: Einige Router (z. B. Fritz!Box) können Magic Packets im lokalen Netzwerk auslösen, sofern der Router aus der Ferne zugegriffen werden kann.
  • Tools: Programme wie TeamViewer oder spezielle WoL-Apps können Magic Packets an Geräte im gleichen Netzwerksegment senden.

Sicherheitsaspekte

Da WoL-Pakete standardmäßig unverschlüsselt sind, besteht die Gefahr des Missbrauchs durch unbefugte Dritte. Um dies zu verhindern, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Nutzung eines VPNs, um die Kommunikation zu verschlüsseln.
  • Begrenzung von Portweiterleitungen auf vertrauenswürdige IP-Adressen.
  • Aktivieren von Authentifizierungsfunktionen, falls vom System unterstützt.

Wake-on-LAN ist eine praktische Technologie, die sowohl für Privatnutzer als auch für Unternehmen zahlreiche Vorteile bietet. Die Möglichkeit, Geräte aus der Ferne zu starten, spart Zeit, Energie und Ressourcen. Mit der richtigen Konfiguration und Sicherheitsmaßnahmen lässt sich WoL effektiv und sicher einsetzen.

(ID:46831993)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung