Mobile-Menu

Definition Was ist NetOps (Network Operations)?

Aktualisiert am 30.06.2025 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 5 min Lesedauer

NetOps ist ein modernes Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerken und Netzwerkservices. Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung optimieren die Betriebsabläufe und ermöglichen es, Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkservices schneller, agiler und effizienter bereitzustellen.

NetOps (Network Operations) ist ein modernes Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkservices.(Bild:  GPT-4o / ChatGPT / KI-generiert)
NetOps (Network Operations) ist ein modernes Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkservices.
(Bild: GPT-4o / ChatGPT / KI-generiert)

NetOps ist ein modernes Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerken und Netzwerkservices. Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung optimieren die Betriebsabläufe und ermöglichen es, Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkservices schneller, agiler und effizienter bereitzustellen.

Der Begriff NetOps setzt sich aus den beiden englischen Wörtern "Network" (Netzwerk) und "Operations" (Betrieb) zusammen. Er wird für ein modernes Konzept und eine Strategie zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkservices verwendet.

NetOps orientiert sich an den DevOps-Prinzipien (Development und Operations) der Softwareentwicklung und des Anwendungsbetriebs. Es kommen Methoden wie Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung zum Einsatz. Im Vergleich zum klassischen Netzwerkbetrieb, bei dem viele Betriebs- und Verwaltungsaufgaben kommandozeilenbasiert erledigt werden, minimiert NetOps die Notwendigkeit manueller Eingriffe. Konfigurationen werden automatisch durchgeführt und sind netzwerkweit konsistent. Tools überwachen und analysieren das Netzwerk kontinuierlich und können Probleme oder Engpässe selbständig beheben. Die Netzwerkinfrastruktur skaliert wesentlich besser. Netzwerke lassen sich leichter und schneller an die sich verändernden Anforderungen anpassen. Unternehmen sind dadurch in der Lage, flexibler und effizienter auf Veränderungen zu reagieren.

Das NetOps-Konzept beschränkt sich nicht auf Prozesse, Methoden und Tools. Zur Umsetzung gehören auch ein gewisser Wandel in der Unternehmenskultur und ein Umdenken in der täglichen Arbeit. NetOps erfordert eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Teams und Abteilungen.

Begriffsklärung NetOps, NetOps 1.0, NetOps 2.0 und NetDevOps

Im Zusammenhang mit NetOps fallen oft die Begriffe NetOps 1.0, NetOps 2.0 und NetDevOps. Betrachtet man das Kürzel NetOps neutral, ist es nichts anderes als die Kurzbezeichnung für den Begriff Netzwerkbetrieb (Network Operations) und umfasst in dieser Bedeutung sämtliche Tätigkeiten rund um den Betrieb, die Verwaltung und die Bereitstellung von Netzwerken und Netzwerkdiensten.

Zur besseren Unterscheidung von herkömmlichen und modernen Netzwerkbetriebskonzepten werden häufig die Versionsbezeichnungen NetOps 1.0 und NetOps 2.0 genutzt. Spricht man heute von NetOps, ist damit in der Regel Network Operations 2.0 gemeint.

In Anlehnung an das DevOps-Konzept aus dem Bereich der Softwareentwicklung und des Anwendungsbetriebs wird NetOps 2.0 manchmal auch als NetDevOps bezeichnet. Das ist darauf zurückzuführen, dass es zahlreiche Überschneidungen und Ähnlichkeiten mit DevOps gibt. DevOps setzt sich aus den beiden Begriffen "Development" (Entwicklung) und "Operations" (Betrieb) zusammen. Entwicklung und Betrieb von Software und Anwendungen werden nicht mehr getrennt betrachtet. Ihre Prozesse sind eng miteinander verzahnt. Dies gilt sowohl für die Tools als auch für die organisatorischen Abläufe.

Ziel von DevOps ist es, durch eine engere und bessere Zusammenarbeit die Geschwindigkeit der Softwareentwicklung zu steigern und Anwendungen mit höherer Qualität bereitzustellen. Aus Netzwerksicht verfolgt Network Operations ähnliche Ziele. Bei Network Operations geht es jedoch nicht um die Softwareentwicklung und den Anwendungsbetrieb, sondern um die Bereitstellung und den Betrieb von Netzwerken und Netzwerkservices. Auch die angewandten Methoden und Tools von DevOps und Network Operations zur Erreichung der Ziele zeigen Gemeinsamkeiten. Beide Ansätze nutzen die Automatisierung, setzen auf fortlaufende, durchgängige Prozesse und sorgen für eine gute Observability.

Network Operations 1.0 steht für herkömmliche, traditionelle Ansätze des Netzwerkmanagements und des Netzwerkbetriebs. Das Management der einzelnen Netzwerkkomponenten erfolgt gerätebezogen und hardwarespezifisch, beispielsweise mit Befehlen über ein Command Line Interface (CLI). Jede Komponente wird für sich betrachtet und einzeln konfiguriert. Nur wenige Konfigurations- und Verwaltungsabläufe sind automatisiert. Die Netzwerke und Netzwerkservices werden größtenteils isoliert von den Anwendungen betrachtet. Es ist nur eine sehr begrenzte Zusammenarbeit der verschiedenen Teams wie Netzwerk-, Entwicklungs-, Anwendungs- und Sicherheitsteams vorhanden. Inkonsistenzen der Konfigurationen und eingeschränkte Skalierungsmöglichkeiten der Netzwerke und ihrer Services sind die Folge.

Network Operations 2.0 grenzt sich durch Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung von diesem herkömmlichen Ansatz des Netzwerkbetriebs ab. Anwendungs- und Netzwerkteams arbeiten eng zusammen. Das Netzwerk lässt sich wesentlich besser an den aktuellen Business-Anforderungen ausrichten. Es skaliert besser, ist konsistent und bietet ein hohes Sicherheitsniveau. Netzwerke und Netzwerkservices können schneller und flexibler bereitgestellt werden.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen herkömmlichen Ansätzen des Netzwerkbetriebs (NetOps 1.0) und dem modernen NetOps-Ansatz (NetOps 2.0):

Merkmal klassischer Netzwerkbetrieb (NetOps 1.0) moderner Netzwerkbetrieb (NetOps 2.0)
Konfiguration gerätebezogen und manuell über CLI-Interface zentralisiert und automatisiert über Tools und Skripte
Zusammenarbeit langsam und wenig flexibel flexible und schnelle Bereitstellung
Fehleranfälligkeit hoch, da manuell dank Automatisierung niedrig
Handlungsweise überwiegend reaktiv proaktiv und strategisch
genereller Fokus Fokus auf Stabilität und Verfügbarkeit Fokus auf Skalierbarkeit und Flexibilität/td>

Die wichtigsten Methoden von Network Operations 2.0

Network Operations 2.0 ist durch diese vier Methoden gekennzeichnet:

  • 1. Automatisierung
  • 2. Virtualisierung
  • 3. Orchestrierung
  • 4. kontinuierliche Analyse

Aufgabe der Automatisierung ist es, regelmäßige oder vorhersagbare Tätigkeiten automatisiert und ohne manuelles Eingreifen der Administratoren auszuführen. Zur Automatisierung gehört es auch, Self-Service-Portale bereitzustellen, in denen User oder Anwendungsadministratoren die benötigten Netzwerkservices selbst einrichten oder konfigurieren können.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Virtualisierung sorgt für eine softwaredefinierte, virtualisierte, von der Hardware entkoppelte Netzwerk- und Serviceinfrastruktur. Es lassen sich zentral virtuelle Appliances und Overlay-Netzwerke einrichten, ohne dass Änderungen an der Hardware oder lokale Konfigurationen in den einzelnen Endgeräten vorgenommen werden müssen. Netzkomponenten wie Router, Switches oder Firewalls sind nicht mehr physische Appliances, sondern ihre Funktionen werden softwaredefiniert in virtueller Form bereitgestellt.

Unter dem Begriff Orchestrierung versteht man eine Ende-zu-Ende-Betrachtung der Netzwerkprozesse. Das Netzwerk wird durch die Orchestrierung in die Lage versetzt, eigenständig zu agieren und beispielsweise bei Engpässen Ressourcen bereitzustellen, Netzwerkservices gemäß den aktuellen Anwendungsanforderungen zu konfigurieren oder das Netzwerk bei Angriffen zu schützen. Das Netz lernt quasi, wie es sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat, und handelt automatisch. Hierfür stützt es sich auf Verfahren und Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI), des Maschinellen Lernens (ML), des Data Minings und auf vorhersehende Analysen (Predictive Analysis).

Mithilfe kontinuierlicher Analysen werden das Netzwerk und die Netzwerkservices fortlaufend überwacht, Daten strukturiert erfasst und laufende Prozesse analysiert. Die Ergebnisse und Informationen der Analysen tragen zur Optimierung der Netzwerkinfrastruktur bei und dienen der Automatisierung und der Orchestrierung als Eingangsdaten. So werden beispielsweise Performance-Probleme erkannt und lösen automatisierte Maßnahmen zur Abhilfe aus.

Vorteile von Network Operations 2.0

Der Einsatz von Network Operations 2.0 zum Betrieb und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkdiensten bietet im Vergleich zu herkömmlichen Konzepten des Netzwerkbetriebs zahlreiche Vorteile wie:

  • schnelle und agile Bereitstellung von Netzwerken und Netzwerkdiensten
  • gute Skalierbarkeit der Netzwerke
  • netzwerkweit konsistente Konfigurationen
  • weniger manuelles Eingreifen von Administratoren und reduzierter Konfigurationsaufwand
  • vereinfachtes, zentrales Management auch sehr großer Netzwerke
  • höhere Effizienz des Netzwerkbetriebs und der Netzwerkbereitstellung
  • geringerer Fehleranfälligkeit dank Automatisierung
  • höhere Netzwerksicherheit dank proaktiver Überwachung und kurzer Reaktionszeiten
  • hohe Verfügbarkeit der Netzwerkservices auch bei dynamischem Konfigurationsaufkommen im Netz
  • proaktives Handeln dank kontinuierlicher Echtzeitnetzüberwachung
  • automatisierte Reaktion auf Engpässe, Sicherheitsbedrohungen oder veränderte Anforderungen

Fazit und Ausblick

NetOps geht weit über klassische Netzwerkadministration hinaus. Das NetOps-Konzept steht für einen modernen, agilen und automatisierten Ansatz zur Verwaltung komplexer Netzwerkinfrastrukturen, der Effizienz, Sicherheit und Skalierbarkeit in den Fokus rückt. Mit der zunehmenden Integration von Cloud-Diensten, KI-gestütztem Monitoring, softwaredefiniertem Networking und Infrastructure as Code sowie den immer höheren Sicherheitsansprüchen wird NetOps weiter an Bedeutung gewinnen. NetOps wird noch stärker zu automatisierten, intelligenten und dynamisch steuerbaren Netzwerken beitragen. Netzwerkteams werden sich nahtlos in die DevOps- und SecOps-Prozesse integrieren. Unternehmen, die den NetOps-Ansatz implementieren, schaffen die Grundlage für leistungsfähige, skalierbare und resiliente Netzwerkinfrastrukturen, die den Herausforderungen des digitalen Zeitalters gewachsen sind.

(ID:47787190)