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Definition Was ist Active Directory?

Aktualisiert am 09.01.2026 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 9 min Lesedauer

Active Directory (AD) ist ein Verzeichnisdienst von Microsoft. In Windows-Netzwerken ermöglicht er eine zentrale Verwaltung der Ressourcen, Objekte und Benutzer sowie die Steuerung der Zugriffe. Mithilfe des Verzeichnisdienstes und abgegrenzter Domänen lässt sich die Organisationsstruktur eines Unternehmens logisch abbilden.

Active Directory ist eine Art zentrale Datenbank zur Verwaltung der Ressourcen, Objekte und Benutzer und ihrer Zugriffsmöglichkeiten in einem Windows-Netzwerk.(Bild:  Dall-E / ChatGPT / KI-generiert)
Active Directory ist eine Art zentrale Datenbank zur Verwaltung der Ressourcen, Objekte und Benutzer und ihrer Zugriffsmöglichkeiten in einem Windows-Netzwerk.
(Bild: Dall-E / ChatGPT / KI-generiert)

Microsoft entwickelte Active Directory für Windows-basierte Netzwerke Ende der 1990er-Jahre. Offiziell eingeführt wurde der Verzeichnisdienst mit dem Betriebssystem Windows 2000 Server. Seitdem ist der Dienst eine zentrale Komponente zur Verwaltung von Windows-Netzwerken.

Active Directory & Domain Networking im Überblick

Am Ende dieses Beitrags finden Sie eine umfassende Liste aller bisher auf IP-Insider erschienenen Artikel aus dem Themenkomplex Active Directory und Domain Networking.

Die Client-Versionen des Windows-Betriebssystems sind mit entsprechenden Client-Funktionen zur Anmeldung an domänenbasierten Netzwerken ausgestattet. Softwaretechnisch handelt es sich bei einem Active Directory um eine Datenbank und mehrere Dienste zur Organisation, Verwaltung und Steuerung der Ressourcen, Objekte und Benutzer sowie ihrer Beziehungen untereinander.

Active Directory wurde über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und funktional erweitert. Mittlerweile kommen einige Funktionen des Active Directory in Form von Entra ID (alte Bezeichnung: Azure Active Directory) auch in Cloud-Umgebungen und in hybriden Infrastrukturen zum Einsatz. Die Verwaltung und Überwachung des Active Directory und seiner Objekte führen in der Regel Netzwerkadministratoren aus. Typische administrierbare Ressourcen sind beispielsweise Speicherplatz, Datei- und Verzeichnisfreigaben oder Nutzungsrechte an Anwendungen, Netzwerkdruckern, Peripheriegeräten und anderen Netzwerkdiensten.

Was sind die Hauptfunktionen und wichtigsten Aufgaben des Active Directory?

Die Hauptfunktionen und wichtigsten Aufgaben des Active Directory sind kurz zusammengefasst folgende:

  • zentrale Verwaltung und Konfiguration der Ressourcen, Objekte, Computer, Benutzer und Benutzerkonten sowie ihrer Beziehungen untereinander
  • logische Abbildung der Struktur eines Unternehmens und entsprechende Organisation der Netzwerkressourcen, Objekte und Benutzer
  • zentrale Verwaltung und Steuerung von Zugriffsrechten sowie Gruppen- und Sicherheitsrichtlinien
  • Bereitstellung einer Single Sign-On-Funktionalität (SSO)
  • Bereitstellung und Prüfung der Authentifizierungs- und Autorisierungsinformationen

Wo und warum wird das Active Directory eingesetzt?

Typische Einsatzbereiche des Active Directory sind große Windows-basierte Unternehmensnetzwerke, in denen viele Benutzer zusammenarbeiten und auf unterschiedliche Geräte und Services zugreifen müssen. Der Verzeichnisdienst erleichtert die Verwaltung und logische Organisation solcher Netzwerke. Die Administration der Identitäten, Zugriffsrechte und Ressourcen wird mithilfe des Active Directory zentralisiert. Selbst sehr große Netzwerke lassen sich über das Active Directory zentral steuern und organisieren. Komplexe Organisationsstrukturen können ebenfalls mit relativ geringem Aufwand logisch nachgebildet werden. Die zentrale Verwaltung der Objekte und Ressourcen sowie ihrer Berechtigungen trägt zudem zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus im Netzwerk bei. Über das Domänenkonzept sind die Windows-Netzwerke in großem Umfang skalierbar. Da das Active Directory eine wichtige Rolle für die Verfügbarkeit eines Netzwerks und seiner Ressourcen spielt, sind entsprechende Redundanz- und Replikationsmechanismen vorgesehen.

Was sind die wichtigsten Begriffe rund um den Aufbau und die Funktionsweise des Active Directory?

Für den Aufbau und die prinzipielle Funktionsweise des Active Directory spielen viele verschiedene Komponenten und Begriffe eine Rolle. Im Folgenden ein kurzer Überblick über einige der wichtigsten dieser Begriffe.

Die logische Struktur eines Active Directory umfasst die drei Hauptebenen Domänen, Bäume und Gesamtstruktur. Sämtliche Objekte des Active Directory sind in diesen Ebenen organisiert. Als Objekte werden die Einträge in der Datenbank beziehungsweise die jeweils kleinsten im Verzeichnisdienst verwalteten Einheiten für die Benutzer, Geräte, Services oder Ressourcen bezeichnet. Ihre Eigenschaften sind über Attribute definiert. Objekte können in Organisationseinheiten (Organizational Units, OUs) logisch angeordnet und gruppiert werden. Über Gruppenrichtlinien lassen sich spezifische Konfigurationen für Benutzer und Computer implementieren. Auch die Gruppenrichtlinien sind im Active Directory als Objekte gespeichert. Über Schemen sind die Objekttypen, Klassen, Attribute, Namensformate und Syntax als eine Art Schablone für die Einträge im Active Directory definiert.

Eine Domäne ist ein eigenständiger, von anderen Domänen abgegrenzter Sicherheitsbereich. Jedes Active Directory hat mindestens eine Domäne. Eine Netzwerkdomäne kann mehrere Standorte aufnehmen. Gleichzeitig ist es möglich, an einem einzigen Standort mehrere Domänen zu konfigurieren. In der Regel bildet die Domäne einzelne Abteilungen, Bereiche oder Arbeitsgruppen innerhalb eines Unternehmens ab. Innerhalb einer Domäne gelten die gleichen Sicherheitsrichtlinien und -einstellungen. Weiterführende Informationen zur Domäne liefert der Artikel "Was ist eine Domäne / Netzwerkdomäne?".

Als Domänencontroller wird der Server bezeichnet, der das Active Directory für die Domäne hostet und zur Verfügung stellt. Sämtliche Informationen des Verzeichnisdiensts sind auf ihm gespeichert und alle Anfragen werden über ihn abgewickelt. Um sich an einer Domäne anzumelden und Zugriff auf Objekte oder Ressourcen zu erhalten, muss der zuständige Domänencontroller kontaktiert werden. Um zu verhindern, dass beim Ausfall eines Domänencontrollers wichtige Funktionen im Netz nicht mehr verfügbar sind, sind Redundanzen und automatische Datenreplikationen vorgesehen. Der Artikel "Was ist ein Domänencontroller?" erklärt seine Funktionsweise und Aufgaben genauer.

Domänen mit weiteren Subdomänen bilden einen so genannten Baum (Tree) mit einem gemeinsamen Namensschema. Die Gesamtstruktur (Forest) entsteht durch die Gruppierung mehrerer Bäume.

Die Domänen verfügen über eindeutige Namen, die auf den Namenskonventionen des DNS basieren. Verzweigte Strukturen werden über Stamm- und Subdomänen identifiziert. Jeder Rechner in einer Netzwerkdomäne ist durch seinen voll qualifizierten DNS-Namen eindeutig beschrieben.

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Was die technischen Hauptkomponenten eines Active Directory angeht, können folgende vier Standards beziehungsweise Protokolle unterschieden werden. Sie decken jeweils spezifische Funktionsbereiche ab.

Gibt es Alternativen zum Microsoft Active Directory?

Active Directory ist ein von Microsoft für Windows-Netzwerke entwickelter Verzeichnisdienst. Es existieren aber auch Lösungen und Adaptionen, die den Verzeichnisdienst auf Servern mit anderen Betriebssystemen verfügbar machen. So können sich Windows-Clients oder andere Clients an einer Domain anmelden und über das Active Directory die Ressourcen einer Domäne nutzen, ohne dass ein Windows-Server vorhanden sein muss. Für Linux- und Unix-Rechner ist hierfür die freie Software Samba einsetzbar.

Darüber hinaus gibt es Verzeichnisdienste, die alternativ zum Active Directory einsetzbar sind. Ein Beispiel hierfür ist der von Novell entwickelte NDS (Novell Directory Service), der auch unter den Bezeichnungen NetIQ eDirectory oder Novell eDirectory bekannt ist. Der Verzeichnisdienst unterstützt zahlreiche Standards und ist für verschiedene Betriebssysteme wie Windows, Unix oder Linux verfügbar. Im Vergleich zum Active Directory ist seine Bedeutung im Netzwerkbereich aber eher gering.

Wie geht es im Cloud-Zeitalter mit AD weiter?

Entstanden ist das Active Directory für Windows-Netzwerke in On-Premises-Umgebungen. Im Cloud-Zeitalter, in dem klassische lokale Netzwerke immer öfter durch Cloud-Modelle oder Hybrid-Infrastrukturen ersetzt werden, hat sich das Active Directory weiterentwickelt und an Cloud-Umgebungen angepasst.

Microsoft führte Azure Active Directory (Azure AD), eine über die Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure bereitgestellte Cloud-Variante des Active Directory ein, mit der sich Benutzer und Zugriffe für Cloud-Dienste verwalten lassen (siehe "Was ist Azure Active Directory?").

Diese cloudbasierte Identitäts- und Zugriffsmanagementlösung wird seit 2023 unter dem Produktnamen Microsoft Entra ID vermarktet, um Verwechslungen mit dem lokalen Active Directory zu vermeiden und die Multicloud-, Multiplattform-Funktionalität hervorzuheben.

Das Logo von Microsoft Entra ID: die cloudbasierte Identitäts- und Zugriffsmanagementlösung von Microsoft.(Bild:  Microsoft)
Das Logo von Microsoft Entra ID: die cloudbasierte Identitäts- und Zugriffsmanagementlösung von Microsoft.
(Bild: Microsoft)

Microsoft Cloud-Kunden, die Dienste wie Microsoft 365, Dynamics 365 oder Dienste von Microsoft Azure nutzen, sind automatisch Nutzer der Entra ID Authentifizierungs- und Zugriffsverwaltungslösung. Neben den Microsoft-Diensten lassen sich aber auch eigene Anwendungen und Services integrieren.

Eine beliebte Lösung ist es beispielsweise, das klassische Active Directory in den lokalen Netzwerken zu verwenden und es mit dem cloudbasierten Entra ID zu verbinden und zu synchronisieren. So können hybride Modelle und hybride Identitäten realisiert werden und Benutzer können sich sowohl lokal als auch in der Cloud mit denselben Zugangsdaten anmelden. Beide Konzepte (On-Premises und Cloud) ergänzen sich.

Vermutlich wird sich die Benutzer- und Geräteverwaltung aber mehr und mehr zu einem cloudbasierten Management verschieben. Das klassische Active Directory wird zwar noch viele Jahre für Unternehmensnetze mit lokalen Servern weiter existieren, mit der Umsetzung von Cloud-First-Strategien werden cloudbasierte Identitäts- und Zugriffsmanagementlösungen wie Entra ID aber an Bedeutung gewinnen.

Alle bisher auf IP-Insider erschienenen Artikel aus dem Themenkomplex Active Directory und Domain Networking im Überblick:

Die nachfolgende Bildergalerie enthält 70 bebilderte Links auf ältere AD-Artikel unseres Portals. Der Veröffentichungszeitraum der hier verlinkten Artikel reicht vom Jahr 2016 bis zum 24.06.2022.
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