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Produktkonzepte
Beide Produkte verfolgen ein ähnliches Konzept (siehe Abbildung 2 bzw. 3). Maßgeblichen Anteil an der Virtualisierung hat bei beiden Produkten eine Virtualisierungsschicht, die auf dem eigentlichen Betriebssystem aufsetzt.
Die Anzahl der unterstützen physischen Prozessoren richtet sich nach dem Host-Betriebssystem. Windows Server 2003 kann bis zu 32 physikalische CPUs unterstützen. Hingegen unterstützt eine einzelne virtuelle Maschine beim Microsoft Produkt lediglich eine einzelne virtuelle CPU. Bei VMware können bis zu zwei CPUs mit SMP-Unterstützung pro virtueller Maschine zum Einsatz kommen.
Die maximale Anzahl an virtuellen Maschinen gibt Microsoft mit 64 an, bei VMware liegen hierzu keine Angaben vor. Die virtuellen Server sind bei beiden Produkten über ein Webinterface verwaltbar. Bei VMware existiert zusätzlich noch eine spezielle Konsole. Verschlüsselt wird der Verwaltungsdatenstrom bei beiden Produkten via SSL.
VMware 1.02 ist – im Gegensatz zum Microsoft-Produkt – auch für Linux-Umgebungen einsetzbar. Als Gastbetriebssystem unterstützen jedoch beide Programme Linux; bei Microsoft Virtual Server fehlt allerdings die 64-Bit Unterstützung für Windows Server. Wer also eine 64-Bit-Exchange-Umgebung aufbauen oder nur Testen möchte, ist auf VMware angewiesen. Weiterhin unterstützt der VMServer auch Solaris und Novell Netware als Gastbetriebssystem.
Zudem wird für so manche Steuerungssoftware in der Elektrotechnik und im Maschinenbau immer noch das gute alte MS-DOS und teilweise sehr exotische Derivate davon benötigt. In diesem Fall ist VMware oft die einzige Möglichkeit zur Virtualisierung.
Beide Produkte hinterlegen ihre Konfigurationen im Dateisystem des Hosts. Eine Migration zu einem anderen physikalischen Server ist demnach eine einfache Sache. Virtuelle Server können in ein bestehendes Firmennetzwerk integriert werden, indem die physische Netzwerkkarte verwendet wird. Es ist allerdings auch möglich, ein gesondertes internes Netzwerk aufzubauen. Zu diesem Zweck kann ein virtueller DHCP Server verwendet werden. Und VMware geht sogar noch einige Schritte weiter: Über einen „Virtual Network Editor“ können bis zu 10 Subnetze und/oder ein NAT eingerichtet werden.
Microsoft sieht mit Virtual Server 2005 „nur“ die Servervirtualisierung im Vordergrund und auch bei Installation und Funktionalität kann der VMware Server 1.02 mehr Punkte für sich verbuchen. Die Stärken von VMware liegen zudem im Bereich der virtuellen Netzwerke und der Unterstützung von maximal zwei virtuellen CPUs.
Um zu testen, wann sich Virtualisierung in der Produktion oder zum Testbetrieb lohnt, hat IP-Insider folgende Hard- und Software eingesetzt:
- Microsoft XP Professional SP2 (Deutsch) auf Intel Core 2 Duo Prozessor mit 2,3 GHz und 2 GB RAM
- Windows Server 2003 Enterprise 64 Bit; der Computer ist ein Dell PowerEdge 800 mit einem 3,2 GHz Intel Pentium 4, 3 GB RAM und einem integrierten SATARAID 1
- Windows Server 2003 Enterprise 64 Bit; die Hardware ist ein Server der Firma JessenLenz mit einem Asus-Board für zwei Intel Xeon-Prozessoren 5130 (4 Core); der Server hat 4 GB RAM und ein SAS RAID 5, welches über einem ICP Vortex RAID Controller gesteuert wird
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