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Verivox-Umfrage zur Glasfasernutzung Viele Haushalte lassen den Glasfaseranschluss unbenutzt

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Der Glasfaser-Monitor 2026 zeigt: Die Nutzung steigt, doch 22 Prozent der Haushalte mit Anschluss im Haus aktivieren ihn nicht. Wartezeiten und Wechselhürden bremsen den Umstieg zusätzlich.

Symbolbild: Der Ausbau von Glasfaseranschlüssen schreitet voran. Die tatsächliche Aktivierung in den Haushalten entwickelt sich jedoch langsamer als die bauliche Verfügbarkeit.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Der Ausbau von Glasfaseranschlüssen schreitet voran. Die tatsächliche Aktivierung in den Haushalten entwickelt sich jedoch langsamer als die bauliche Verfügbarkeit.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Deutschland nutzt Glasfaser häufiger, aber nicht automatisch dort, wo sie verfügbar ist. Das legt der Glasfaser-Monitor 2026 des Vergleichsportals Verivox nahe, der auf einer Online-Befragung der Innofact basiert. Demnach surfen 24 Prozent der Befragten zu Hause bereits über Glasfaser. DSL und Kabel-Internet kommen zusammen weiterhin auf rund zwei Drittel.

Verfügbarkeit reicht nicht für die Aktivierung

Der zentrale Befund der Erhebung liegt im Unterschied zwischen Anschluss im Haus und tatsächlicher Nutzung. Verivox beziffert den Anteil der DSL- und Kabelkunden mit ungenutztem Glasfaseranschluss im Haus auf 22 Prozent. Im Oktober 2024 liegt dieser Wert noch bei 32 Prozent. Damit schrumpft die Aktivierungslücke binnen rund anderthalb Jahren um zehn Prozentpunkte.

Auch demografische Unterschiede zeichnen sich ab. In der Altersgruppe 18 bis 39 Jahre nutzen 29,7 Prozent Glasfaser, bei Menschen ab 60 Jahren liegt der Anteil bei 17,1 Prozent.

Unter den Haushalten ohne Glasfaseranschluss als genutzter Technik sagt rund die Hälfte der Befragten, dass sie zu Glasfaser wechseln möchten. 19,5 Prozent lehnen das ab, rund ein Drittel bleibt unentschlossen.

Gut drei Viertel derjenigen, die nicht zu Glasfaser wechseln möchten, sind zufrieden mit ihrem bestehenden Anschluss. Zudem spielt der befürchtete organisatorische Aufwand eine Rolle. Gut jeder Vierte nennt dieses Motiv.

Glasfaserbestellung hängt mit Verfügbarkeit zusammen

Bei den Gründen für eine Glasfaserbestellung dominieren Auslöser, die an konkrete Situationen geknüpft sind. Ein Drittel der Befragten nennt den Glasfaserausbau in der eigenen Straße als Anlass zu wechseln. 30,5 Prozent verweisen auf technische Vorteile wie höhere Bandbreiten und stabilere Verbindungen. 17,4 Prozent entscheiden sich, weil sie „jetzt dabei sein“ möchten und später keinen separaten Aufwand erwarten. 14,3 Prozent wechseln wegen eines als attraktiv empfundenen Angebots. Vor allem in ländlichen Wohnorten wie Dörfern fällt der Straßenausbau als Auslöser besonders stark ins Gewicht.

Wer Glasfaser bestellt, wartet teils deutlich länger auf die Schaltung als von DSL oder Kabel gewohnt. In der Verivox-Darstellung geben insgesamt 23,2 Prozent der Glasfaserkunden an, länger als ein Jahr auf die Nutzbarkeit gewartet zu haben. In Dörfern und Landgemeinden liegt der Anteil laut Verivox bei rund 29 Prozent, in Großstädten bei 19 Prozent. Auffällig ist zudem die Entwicklung in Großstädten: Für Oktober 2024 nennt Verivox dort acht Prozent mit Wartezeiten von mehr als einem Jahr.

Vor diesem Hintergrund verweist Verivox auf das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zur Kupfer-Glas-Migration, also dem schrittweisen Übergang von kupferbasierten Netzen zu Glasfaser. Verivox fordert verbindlichere Standards für die Netzzugangs- und Umstiegsprozesse zwischen Anbietern.

Bei der Wahl des Anbieters führt die Telekom

Bei der Anbieterwahl zeigt sich ein durchmischter Markt. 34,6 Prozent der Glasfaserkunden nennen die Deutsche Telekom, 11,3 Prozent Vodafone. 1&1 erreicht 8,6 Prozent, Deutsche Glasfaser 8,4 Prozent. 22,1 Prozent geben an, bei einem anderen Anbieter zu sein, den sie nicht weiter benennen.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis zeigen sich 68,6 Prozent der Glasfaserkunden zufrieden, 23,4 Prozent davon sehr zufrieden. 52 Prozent können sich einen Wechsel zurück zu Kabel oder DSL nicht vorstellen. Als Grund nennen 39,1 Prozent vor allem die wahrgenommenen Vorteile der Glasfasertechnik.

So wurden die Daten erhoben

Die Zahlen stammen aus einer Online-Umfrage der Innofact im Auftrag von Verivox. Im Januar 2026 nehmen 2.030 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren teil. Eine Vergleichsbefragung erhebt im Oktober 2024 dieselben Punkte mit 1.026 Teilnehmenden. Beide Stichproben sind laut Verivox bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland.

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