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AD mit Gruppenrichtlinien, Benutzerverwaltung, DNS und mehr Synology NAS als Active-Directory-Domänencontroller nutzen

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Mit dem Synology Directory Server können Unternehmen einen vollständigen Active-Directory-Domänencontroller betreiben. Dazu sind keine Windows-Lizenzen notwendig. Der Domänencontroller lässt sich von Arbeitsstationen genauso verwenden, die beim Einsatz von Windows-Servern. Wir zeigen Installation und Einrichtung

Um ein (auch redundantes) Active Directory aufzubauen, braucht man nicht zwingend einen Windows-Server – mit einem Synology NAS ist dies ebenfalls möglich. Und das sogar kostenfrei!(Bild:  Joos - Synology)
Um ein (auch redundantes) Active Directory aufzubauen, braucht man nicht zwingend einen Windows-Server – mit einem Synology NAS ist dies ebenfalls möglich. Und das sogar kostenfrei!
(Bild: Joos - Synology)

Der Einsatz von Active Directory ist für kleine und mittlere Unternehmen genauso sinnvoll wie in großen Unternehmen. Für den Betrieb ist nicht unbedingt eine teure Windows Server-Lizenz notwendig. Synology-NAS-Systeme können einen Domänencontroller vollständig über das NAS abbilden und Arbeitsstationen mit Windows 10/11 lassen sich genauso anbinden, wie bei Windows-Servern. Auch als zusätzlicher Domänencontroller ist Synology Directory Server nutzbar.

Wenn zwei Synology NAS-Systeme zum Einsatz kommen, können auf beiden NAS-Systemen Domänencontroller einer gemeinsamen Domäne zum Einsatz kommen. Basis des Synology Directory Servers ist Samba 4.

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Synology Directory Server und DNS-Paket installieren

Die Einrichtung eines Active Directory auf Basis des kostenlosen Synology Directory Servers erfolgt komplett über die Weboberfläche des Synology-NAS. Im Paketzentrum wird dazu nach "Synology Directory Server" gesucht. Über "Installieren" wird das Paket auf dem NAS zunächst installiert. Falls noch nicht geschehen muss noch der DNS-Server von Synology installiert werden. Dieser sorgt für die Namensauflösung im Active Directory. Im Rahmen der Installation der beiden Dienste erfolgt noch keine Konfiguration, das findet erst später statt.

DNS-Server konfigurieren

DNS spielt in Active Directory eine wichtige Rolle. Das gilt natürlich auch für den Synology Directory Server. Daher sollte vor der Einrichtung von Active Directory zunächst der DNS-Server grundlegend eingerichtet werden. In vielen Fällen soll der Synology DNS-Server zwar die Namensauflösung im internen Netzwerk und im Active Directory vornehmen, aber nicht zum Internet. Dafür ist meistens die Firewall oder der Router zuständig.

In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, dass auf dem DHCP-Server im Netzwerk idealerweise die IP-Adresse des Synology DNS-Servers mitgegeben wird. In der Verwaltungskonsole des Synology DNS-Servers werden danach über den Menüpunkt "Auflösung" die Optionen "Auflösungsdienste aktivieren" und "Forwarder aktivieren" gesetzt. Als "Forwarder 1" wird die IP-Adresse der Firewall oder des Routers verwendet – oder ein DNS im Internet der die Namensauflösung im Internet vornehmen kann, zum Beispiel 8.8.8.8 (Google) und 1.1.1.1 (Cloudflare). Mit "Übernehmen" speichert das NAS die Einstellungen.

Natürlich sollte das NAS-System über eine statische IP-Adresse verfügen. Mit dynamischen IP-Adressen lässt sich ein Active Directory kaum stabil betreiben.

Wichtig ist noch, dass in der Systemsteuerung bei "Netzwerk" / "Netzwerkschnittstelle" das richtige Gateway für den Internetzugriff und die IP-Adresse eines DNS-Servers eingetragen ist, der eine Namensauflösung im Netzwerk oder zum Internet durchführen kann. Generell ist es an dieser Stelle auch möglich, die IP-Adresse des NAS zu verwenden. Da der DNS-Server auf dem NAS die Namensauflösung weiterleitet, wenn es sich um Internetadressen handelt.

Domäne mit dem Synology Directory Server erstellen

Nach dem Aufrufen von Synology Directory Server im Startmenü von DSM startet der Einrichtungsassistent. Mit "Eine Domäne erstellen" startet der Einrichtungsassistent für Active Directory. Auf dem ersten NAS kann danach mit "Eine Domain erstellen" ein Domänencontroller installiert werden.

Auf der nächsten Seite wird zunächst der Name der Domäne eingegeben, zum Beispiel "ad.hof-erbach.de". Auf der ersten Seite wird außerdem das Kennwort für den Benutzer "Administrator" festgelegt. Das ist der Admin-Benutzer für das Active Directory. Bei "Arbeitsgruppe" erfolgt die Eingabe des NetBIOS-Namen der Domäne, der im Assistenten etwas irreführend als "Arbeitsgruppe" angezeigt wird.

Im Anschluss testet der Assistent die Konfiguration. Hier sollte bei "DNS-Einstellungen kontrollieren" und "Einstellungen von Synology DNS Server kontrollieren" die Option "Bestanden" angezeigt werden. Danach kann mit "Domain erstellen" die Domäne schließlich erstellt werden. Der Status wird im Fenster angezeigt und nach kurzer Zeit schließt der Assistent seine Konfiguration ab und zeigt eine Zusammenfassung an.

Erste Schritte mit Active Directory auf dem Synology-NAS

Wenn die Domäne erstellt ist, lassen sich die Einstellungen der Domäne über "Synology Directory Server" aufrufen und anpassen. Bei "Domain Controller" im Bereich "Domain" ist der erste Domänencontroller zu sehen. Kommen an dieser Stelle weitere Domänencontroller dazu, sind diese ebenfalls im Fenster erkennbar.

Der erste Domänencontroller hat alle FSMO-Rollen zugewiesen bekommen, die in Active Directory zum Einsatz kommen können. Über "Benutzer und Computer" lassen sich die Benutzer und Computerkonten anzeigen, die Mitglied der Domäne sind. An dieser Stelle lassen sich auch neue Organisationseinheiten anlegen.

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Für die Verwaltung der Benutzer können aber auch die Microsoft Remote Server Administration Tools (RSAT) für Active Directory genutzt werden. Diese sind in Windows 10/11 Pro und natürlich auf Windows-Servern verfügbar. Arbeitsstationen nehmen Sie auf genau den gleichen Wegen zur Domäne hinzu, wie beim Einsatz von Microsoft Active Directory. Danach lassen sich die RSAT-Tools installieren und zur Verwaltung von Active Directory genauso verwenden, wie bei Microsoft Active-Directory-Domänencontrollern. Auch die Verwaltung von Gruppenrichtlinien lässt sich darüber durchführen.

Bei "Domainrichtlinie" lassen sich Einstellungen für die Sicherheit der Kennwörter konfigurieren. Über "Protokoll" kann mit "Aktivieren" die Überwachung der Domäne aktiviert werden, um jederzeit überprüfen zu können, welche Aktionen in der Domäne stattgefunden haben. Es ist aber parallel auch möglich, mit der Gruppenrichtlinienverwaltungskonsole der RSAT-Tools von Active Directory über Windows 10/11 Richtlinien zu erstellen und umzusetzen.

Über das Verwaltungsprogramm des Synology DNS-Server sind nach der Erstellung von Active Directory die DNS-Daten von Active Directory zu sehen sowie die erstellten Zonen. Per Doppelklick sind im Webbrowser auch die Daten und Einträge der Zonen zu sehen.

Zweiten Domänencontroller zum Synology-NAS hinzufügen

Beim Einsatz eines weiteren NAS kann auch auf diesem NAS der Synology Directory Server installiert werden. Im Einrichtungsassistent erfolgt dann die Auswahl von "Domain-Controller zu vorhandener Domain hinzufügen". Im Fenster erfolgt dann die Eingabe des DNS-Namens der Domäne und die Angabe der IP-Adresse des ersten NAS-Systems, da hier der DNS-Server installiert ist, der die Namensauflösung in Active Directory zur Verfügung stellt. Auch die Angabe des Domänen-Administrator-Kontos ist an dieser Stelle nötig. Danach testet der Assistent wieder die Konfiguration und sollte auch an dieser Stelle keine Fehler anzeigen. Mit "Domain beitreten" wird der zweite Domänencontroller auf Basis des Synology Directory Servers auf dem zweiten NAS erstellt. Nach einiger Zeit tauchen bei Synology Directory Server für die Domäne beide Domänencontroller auf. So lässt sich eine hohe Verfügbarkeit erreichen.

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