Microsoft unterstützt in Zukunft mDNS direkt in seinen Betriebssystemen und stellt erste Weichen, um NetBIOS und Link-Local Multicast Name Resolution mit mDNS zu ersetzen. Der Beitrag zeigt, was dabei wichtig ist.
Das NetBIOS- und das LLMNR-Protokoll haben wohl bald ausgedient und werden durch mDNS ersetzt.
Multicast DNS (mDNS) ist eine Entwicklung von Apple (RFC 6762 und RFC 6763) und soll die Namensauflösung in kleinen Netzwerken im Vergleich zu den bisher dafür genutzten Dienste NetBIOS und Link-Local Multicast Name Resolution verbessern. Zur Namensauflösung schicken Clients, die mDNS unterstützen, Namensabfragen nicht an einen DNS-Server, sondern senden eine Anfrage an alle Teilnehmer.
Apple war der Vorreiter, mittlerweile nutzen alle mDNS in kleinen Netzwerken
Ursprünglich hat Apple das Protokoll für die AirPlay- und Bonjour-Dienste in Apple-Geräten entwickelt. Der Dienst funktioniert aber so gut, dass ihn auch andere Hersteller für die Namensauflösung im Netzwerk nutzen. Mittlerweile nutzen nahezu alle Hersteller von Netzwerkgeräten in Haushalten und kleinen Netzwerken das Protokoll. Auch Smart-TVs oder Streaming-Geräte von Google, Amazon und anderen Herstellern setzen auf den Dienst.
Dadurch ist eine Namensauflösung auch ohne DNS-Server möglich. Die Hostnamen der Teilnehmer nutzen dazu das Suffix *.local. Microsoft unterstützt diesen Dienst auch seit Windows 10 und will in Zukunft sogar mehr auf mDNS setzen als auf NetBIOS und Link-Local Multicast Name Resolution. Mit mDNS können nicht nur PCs und Macs sich gegenseitig auflösen, sondern auch die Kontaktaufnahme mit anderen Netzwerkgeräten wie Druckern, NAS-Speichern oder kabellosen Lautsprechern kann über mDNS erfolgen.
So funktioniert mDNS und das sind die Vorteile
Die Namensauflösung mit mDNS funktioniert generell in zwei Schritten. Zunächst sendet ein Client, der einen Namen auflösen will, mit Multicast einen mDNS Request in das Netzwerk. Der Computer mit dem entsprechenden Namen gibt eine Antwort als mDNS Response zurück und informiert die anderen Clients in seinem Netzwerk über seine IP-Adresse. Auch die Antwort erfolgt als Multicast-Paket an alle Rechner und Geräte im Netzwerk. Die Kommunikation erfolgt dabei meistens über den UDP-Port 5353.
Wie DNS hat auch mDNS auf den Clients einen Cache. Hat ein Rechner mit Windows 10/11 oder einem anderen Betriebssystem einen Namen per mDNS erhalten, speichert er diesen in seinen Cache. Vor einem mDNS Request überprüfen kompatible Clients zunächst, ob die IP-Adresse des angefragten Rechners bereits im Cache gespeichert ist.
Mit mDNS erhalten Netzwerke daher einige Vorteile. Zunächst ist eine Namensauflösung in internen Netzwerken ohne den Betrieb und der Pflege eines DNS-Servers möglich. Eine manuelle Konfiguration der einzelnen Rechner ist nicht notwendig. Die Bereitstellung von mDNS geht daher sehr schnell. Natürlich kosten das Senden von Requests und Responses Rechenleistung und belasten auch das Netzwerk etwas. Wenn mehrere Rechner den gleichen Namen nutzen, fehlt zudem ein zentraler Dienst, der die Anfragen steuern kann.
Windows 10 unterstützt mDNS, Windows 11 setzt hauptsächlich darauf
Microsoft unterstützt ab Windows 10 Version 1703 mDNS. In Windows 11 setzt das Betriebsystem in Zukunft vor allem auf mDNS. Nur wenn eine Abfrage per mDNS nicht möglich ist, nutzt Windows 11 in Zukunft noch NetBIOS. Das heißt, Windows 11 versucht erst eine Namensauflösung per mDNS, danach mit Link-Local Multicast Name Resolution (LLMNR) und erst dann mit NetBIOS. Das verzögert jedoch die Namenauflösung, wenn mDNS nicht zum Einsatz kommt. In der PowerShell kann mit dem folgenden Befehl überprüft werden, auf welchen IP-Adressen ein Rechner auf mDNS-Abfragen wartet:
Get-NetUDPEndpoint -LocalPort 5353
Auf vielen Rechnern laufen meistens mehrere Dienste, die auf mDNS-Abfragen warten. Dazu gehören zum Beispiel auch Google Chrome oder Microsoft Edge. Microsoft Teams setzt bei der Namensauflösung ebenfalls auf mDNS. Der Port ist allerdings nicht geschützt. Wenn im Netzwerk mit mDNS gearbeitet wird, kann es durchaus passieren, dass auch Malware am UDP-Port 5353 lauscht und Informationen einliest. Das birgt auch die Gefahr von DNS-Spoofing. Wer eine noch umfangreichere Abfrage machen will, welcher Prozess auf einem Rechner auf den Port UDB 5353 lauscht, kann folgenden PowerShell-Befehl verwenden:
Im internen Netzwerk sollte die Namensauflösung mit mDNS keine Probleme bereiten. Allerdings sollte in Windows 10 und Windows 11 für das Netzwerkprofil „Öffentlich“ der mDNS-Verkehr blockiert werden. Das lässt sich relativ leicht in den erweiterten Einstellungen der Windows-Firewall erreichen. Diese startet mit „wf.msc“. Für mDNS-Responses ist die Regel „mDNS (UDP-In)“ verantwortlich. Um mDNS-Abfragen zu blockieren, sollte in der Regel die Option „Verbindung blockieren“ für das jeweilige Profil genutzt werden. Diese Regeleinstellung lässt sich lokal setzen aber auch über Gruppenrichtlinien, wie alle anderen Firewall-Regeln auch. Microsoft empfiehlt aber nur das Blockieren eingehender Verbindungen, bei ausgehenden mDNS-Abfragen besteht normalerweise keine Sicherheitsgefahr.
Stand: 08.12.2025
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Das Verhalten eines Rechners bezüglich mDNS lässt sich in den Gruppenrichtlinien über die Einstellung „Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Netzwerk“ ändern. Dazu steht bei DNS-Client die Richtlinie „NetBIOS-Einstellungen konfigurieren“ zur Verfügung. Hier lässt sich NetBIOS deaktivieren oder in den Lernmodus versetzen. Für LLMNR gibt es derzeit noch keine solche Möglichkeit, Microsoft hat aber bereits angekündigt, dass in Zukunft für die Namensauflösung ohne DNS-Server nur noch mDNS zum Einsatz kommen soll.