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Fixed-Mobile-Convergence im Test – Teil 2

Siemens HiPath Mobile Connect vs. Avaya one-X Mobile

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Avaya one-X Mobile

Die Fixed-Mobile-Convergence-Lösung von Avaya nennt sich one-X Mobile Dual Mode und besteht im Wesentlichen aus dem one-X-Mobile-Client und dem one-X-Mobile-Server. Als proprietäre Lösung wird der Avaya Communications Manager sowie ein SIP Enablement Server (SES) vorausgesetzt.

Bisher unterstützt Avaya one-X Mobile Dual Mode keine Verschlüsselung der Kommunikation zwischen Mobiltelefon und TK-Anlage. Wird die Client-Applikation aktiviert, zeigt diese ähnlich wie die Tischtelefone der Avaya one-X Serie, die verfügbaren Leitungen im Display (vgl. Abbildung 3). Sie bietet zwei PSTN-Leitungen und – nach Verbindung mit dem WLAN – drei WLAN-Leitungen.

Um SIP-Kompatibilität herzustellen, benötigt die Avaya-Lösung den Avaya SIP-Enablement-Server (SES) als Übersetzer. Alle Gespräche der FMC-Lösung müssen den SES zumindest für die Signalisierung, also den Gesprächsaufbau und -abbau verwenden. Auch bei Gesprächen zwischen SIP-Telefonen und Nicht-SIP-Telefonen übernimmt der SES die Vermittlung.

Der Avaya one-X Mobile Server verwaltet die Nummern der mobilen Endgeräte. In der Server-Applikation werden die einzelnen Funktionalitäten durch Kurzwahlnummern angesteuert. Mobiltelefone werden in der Konfiguration der PBX als so genannte Off-PBX-Stationen deklariert, um eine Unterscheidung zu den normalen IP-Telefonen zu schaffen. In Abbildung 4 ist der grundlegende Aufbau der Avaya-Lösung dargestellt.

Auch beim Test der Avaya-Lösung wurde die Client-Applikation Avaya one-X Mobile Dual Mode auf einem Nokia E60 mit Symbian S60 3rd Edition installiert. Sie nutzt eines der vorinstallierten SIP-Profile des Mobiltelefons. Bei der Installation wird die bevorzugte Anrufart des Mobiltelefons auf VoIP-Anruf umgestellt. Deaktiviert man die Client-Applikation, so bleibt diese Einstellung aktiv, was dazu führt, dass nur Gespräche über die Avaya-TK-Anlage geführt werden können.

Empfängt der Avaya Communication Manager ein Gespräch für das Mobiltelefon, so kontaktiert er den SES und den one-X Mobile Server, um festzustellen ob das Mobiltelefon im WLAN eingebucht ist. Bei einem WLAN-Gespräch kontaktiert der Server das Mobiltelefon über das WLAN unter der im Server hinterlegten internen Telefonnummer. Der RTP-Strom geht bei diesem Anruf über den one-X Server, der als RTP-Proxy agiert. Abbildung 5 zeigt den Verlauf einer Sitzung mit einem Roaming von WLAN nach GSM.

Communication Manager und SES befinden sich in einem Chassis mit nur einem LAN-Interface aber zwei IP-Adressen. Die Kommunikation zwischen den beiden Komponenten geschieht innerhalb des Chassis, so dass sie am LAN-Interface nicht analysiert werden konnte.

Die Avaya one-X Mobile Dual Mode Client Applikation führt in definierten Abständen mit Hilfe des Mobiltelefons Messungen bezüglich der Stärke des WLAN-Signals durch. Sobald der eingestellte Schwellwert unterschritten wird führt das Mobiltelefon das Roaming durch. Beim Roaming von WLAN nach GSM ruft nach Unterschreitung des Schwellwertes das Mobiltelefon den Avaya one-X Server unter der Extension 200 über das GSM-Netz an und baut so eine zweite Verbindung auf. Es findet übergangsweise eine Konferenz statt. Teilnehmer dieser Konferenz sind das IP-Telefon, der Avaya Communication Server und zweimal das Mobiltelefon. Das Mobiltelefon nimmt mit WLAN und GSM an der Konferenz teil, bis das GSM-Gespräch komplett eingerichtet ist, dann beendet es das WLAN-Gespräch.

In umgekehrter Richtung, d.h. beim Roaming von GSM nach WLAN ist die Vorgehensweise ähnlich. Nachdem sich das Mobiltelefon ins WLAN eingebucht und an der TK-Anlage registriert hat, tätigt die Client-Applikation einen Anruf an die Kurzwahl 200. Dieser Anruf wird über das WLAN ausgeführt und so wieder die Konferenz mit den Teilnehmern IP-Telefon, Communication Server und zweimal Mobiltelefon eingerichtet. Wenn das WLAN-Gespräch aufgebaut ist, wird das GSM-Gespräch durch das Mobiltelefon beendet.

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