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Netzbetreiber ruft in einem Bericht zum Handeln auf RETN: Die Kabelausfälle im Roten Meer sind schlimmer als angenommen

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Die Auswirkungen der Unterbrechung der Kabelverbindungen über das Rote Meer werden stark unterschätzt: Bis zu 70 Prozent des Datenflusses zwischen Europa und Asien seien unterbrochen gewesen, schätzt RETN. Der Netzbetreiber warnt vor der aktuellen Schwäche des Ökosystems.

Mit der wachsenden Bedrohung für Unterseekabel steigt auch die Gefahr, dass ganze Länder digital nicht mehr erreichbar sind.(Bild:  © Multiverse – stock.adobe.com / KI-generiert)
Mit der wachsenden Bedrohung für Unterseekabel steigt auch die Gefahr, dass ganze Länder digital nicht mehr erreichbar sind.
(Bild: © Multiverse – stock.adobe.com / KI-generiert)

RETN hat bekannt gegeben, dass die Auswirkungen der Kabelunterbrechungen im Roten Meer im Februar 2024, die Berichten zufolge 25 Prozent des europäisch-asiatischen Datenverkehrsflusses beeinträchtigt haben, stark unterschätzt wurden. Anhand eigener Netzdiagnosen und des Feedbacks von Kunden, großen Verbraucher-ISPs in Südostasien, schätzt RETN die tatsächliche Unterbrechung des Datenverkehrs auf eher 70 Prozent. Weitere Erkenntnisse hat der Netzbetreiber im Whitepaper „Building the networks of tomorrow: Engineering reliability for long-term success“ veröffentlicht.

Tony O'Sullivan, CEO von RETN, ruft die Branche zum Handeln auf: „Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase der Netzkonnektivität, und um es ganz offen zu sagen, die Branche ist nicht in der Lage, die aktuellen Anforderungen zu erfüllen. Angesichts von geopolitischen Ereignissen, Naturkatastrophen, Kabelausfällen, Konstruktionsfehlern, Angriffen auf die Cybersicherheit und einem Mangel an neuen Kabeln sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass ganze Länder digital nicht mehr erreichbar sind, wenn ein oder zwei Kabel ausfallen, die sie verbinden.“

Die Schaffung einer globalen Infrastruktur zur Bewältigung dieser Herausforderungen erfordere branchenweite Investitionen, aber das bedeute eine weitreichende Bewegung, die den Kunden Vorrang vor kurzfristigen Gewinnen einräumt. Zweifellos gebe es einige wichtige Akteure, die die Macht haben, sofort umsetzbare Schritte zu unternehmen, um etwas zu bewirken.

O'Sullivan fährt fort: „Ich hoffe, dass unser Whitepaper allen, die es lesen, diesen Anstoß gibt, der auch unser Engagement bei RETN für den Aufbau der widerstandsfähigen Netze der Zukunft unterstreichen soll.“

In dem Bericht werde auch RETNs Reaktion auf die Schwachstellen des Netzes dargelegt. So habe der Netzbetreiber die Kapazität in China und Zentralasien verdoppelt, nachdem die Unterseeleitungen in dieser Region gekürzt worden waren. Dazu gehöre auch, dass terrestrischen Routen Vorrang eingeräumt und sichergestellt werde, dass mehrere Unterseekabelsysteme vorhanden sind, anstatt zu versuchen, den Verkehr über weniger Kabel mit höherer Kapazität zu leiten.

In einer sich schnell entwickelnden Welt, in der geopolitische Spannungen, ökologische Veränderungen und technologische Fortschritte die globale Landschaft umgestalten, sei der Bedarf an einer widerstandsfähigen und sicheren Netzinfrastruktur noch nie so groß gewesen, so RETN.

Die Themen des Whitepapers sind:

  • Geopolitische Risiken und Anfälligkeit der Infrastruktur: Geopolitische Volatilität, einschließlich Vorfällen wie Kabelunterbrechungen im Roten Meer und in der Straße von Malakka, unterstreicht die Notwendigkeit diversifizierter Netzwerkrouten, um Single Points of Failure in kritischen Regionen wie Ägypten und Südostasien zu vermeiden.
  • Herausforderungen für die Lieferkette: Globale Unterbrechungen der Lieferkette, einschließlich eines Mangels an Halbleitern und Hochspannungskabeln, haben den Aufbau neuer Infrastrukturen verzögert und die Anfälligkeit der Netze erhöht, während die für die Kabelverlegung erforderliche Spezialausrüstung und Schiffe stark nachgefragt werden, was Projekte und Reparaturen weiter verzögert.
  • Kooperativer Wettbewerb und regulatorischer Wandel: Die Rolle der Regulierungsbehörden und der großen Technologieunternehmen bei der Gestaltung der künftigen Konnektivität ist von entscheidender Bedeutung, da Europa mit regulatorischen Unstimmigkeiten und der Dominanz großer Akteure konfrontiert ist, die die künftige Innovation und den Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt gefährden könnten.
  • Strategische Bedeutung von diversifizierten Routen: RETN ist ein Beispiel für eine diversifizierte Netzstrategie, etwa mit Projekten wie TRANSKZ, einem terrestrischen Kabel, das Europa mit Asien verbindet und geschützte Dienste mit niedrigen Latenzzeiten bereitstellt. Dies ermöglicht es RETN, die Leistung bei Störungen aufrechtzuerhalten, und dient als Modell für die künftige Netzresilienz.

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