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Remotedesktop in Windows 10/11 und Windows Server 2019/2022 RDP auf verschiedene Arten aktivieren und konfigurieren

Von Thomas Joos

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Um Windows aus der Ferne über das Netzwerk zu steuern, kommt vor allem der Remotedesktop mit RDP zum Einsatz. Um den Dienst zu aktivieren, zu steuern und auch zu verwenden, stehen verschiedene Wege zur Verfügung, zum Beispiel die grafische Oberfläche, die PowerShell, das Windows Admin Center oder die Gruppenrichtlinien. Wir geben einen Überblick zu den Möglichkeiten.

Eine Remotedesktop-Verbindung ist für die Client-Server-Administration extrem nützlich – und kann über verschiedene Wege initiiert werden.(Bild:  © Dmitry - stock.adobe.com)
Eine Remotedesktop-Verbindung ist für die Client-Server-Administration extrem nützlich – und kann über verschiedene Wege initiiert werden.
(Bild: © Dmitry - stock.adobe.com)

Der Remotedesktop kann auf verschiedene Arten in Windows 10/11 und Windows Server 2019/2022 aktiviert werden. Wir zeigen die schnellsten und einfachsten Wege. Eine spezielle Lizenz ist für den Zugriff nicht möglich. Per RDP (Remote Desktop Protokoll) ist nur eine Verbindung auf die Editionen Pro, Enterprise und Education von Windows 10/11 möglich. In Windows Server 2016/2019 und Windows Server 2022 können sich insgesamt zwei Admins ohne besondere Lizenzierung verbinden.

Die Verbindung ist auch zu Core-Servern möglich. Dazu wird auf dem Core-Server über „sconfig.exe“ der Remotedesktop aktiviert. Der Zugriff auf Core-Servern funktioniert genauso wie bei herkömmlichen Servern. Bei bestehender RDP-Verbindung öffnet sich in Windows Server 2022 die PowerShell, bei älteren Versionen öffnet sich die Eingabeaufforderung.

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Remotedesktop in der grafischen Oberfläche aktivieren

In den meisten Fällen nutzen Admins die grafische Oberfläche, um den Remotedesktop auf einem Server zu aktivieren. Am schnellsten lässt sich diese mit „sysdm.cpl“ starten. Über die Registerkarte „Remote“ kann bei „Remotedesktop“ die Option „Remoteverbindung auf diesem Computer zulassen“ aktiviert werden. Danach können alle Benutzer aus der lokalen Gruppe „Remotedesktopbenutzer“ und natürlich auch alle Administratoren des Servers auf den Remotedesktop des Computers zugreifen.

Durch die Aktivierung der Option „Verbindung nur von Computern zulassen, auf denen Remotedesktop mit Authentifizierung auf Netzwerkebene ausgeführt wird“, ist sichergestellt, dass sich Benutzer nur per RDP verbinden können, wenn der Computer sich an Active Directory angemeldet hat. Die Aktivierung des Remotedesktops geht in Windows auch über die Einstellungs-App im Bereich System\Remotedesktop. Um eine Remoteverbindung in Windows aufzubauen, steht wiederum der Remotedesktop-Client zur Verfügung. Dieser startet am schnellsten durch die Eingabe von „mstsc.exe“.

Das Windows Admin Center und der Remotedesktop

Im Windows Admin Center kann nach dem Aufrufen eines Servers ebenfalls der Remotedesktop aktiviert werden. Das erfolgt über den Menüpunkt „Remotedesktop“ ganz unten im Fenster. Die Änderungen müssen mit „Speichern“ noch bestätigt werden. Der Zugriff per RDP über einen Webbrowser ist mit dem Windows Admin Center wiederum über den Bereich „Remotedesktop“ möglich. Die Aktivierung des Remotedesktops geht im Windows Admin Center auch für Arbeitsstationen mit Windows 10/11.

Die PowerShell und der Remotedesktop

Auch von der PowerShell aus kann der Remotedesktop auf einem Computer aktiviert werden. Diese Aktivierung lässt sich auch über das Netzwerk ausführen. Dazu steht zwar kein Cmdlet zur Verfügung, aber die Aktivierung lässt sich über das Anpassen der Registry auf dem Computer durchführen. Um auf einem Computer lokal über die Befehlszeile oder die PowerShell RDP zu aktivieren, kommt der folgende Befehl zum Einsatz:

reg add "HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Terminal Server" /v fDenyTSConnections /t REG_DWORD /d 0 /f

Das Deaktivieren erfolgt über:

reg add "HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Terminal Server" /v fDenyTSConnections /t REG_DWORD /d 1 /f

In der PowerShell kann die Aktivierung ebenfalls über das Anpassen der Registry erfolgen:

Set-ItemProperty -Path 'HKLM:\System\CurrentControlSet\Control\Terminal Server' -name "fDenyTSConnections" -value 0

Um die notwendigen Firewallregeln zu aktivieren, kommt folgender Befehl zum Einsatz:

Enable-NetFirewallRule -DisplayGroup "Remote Desktop"

Das Deaktivieren der Firewallregeln wird wiederum über den folgenden Befehl durchgeführt:

Disable-NetFirewallRule -DisplayGroup „Remote Desktop“

Auf deutschen Servern muss die Option „Remotedesktop“ zum Einsatz kommen. Über die PowerShell kann die Einstellung auch aus der Registry ausgelesen werden:

Get-WmiObject -Class Win32_TerminalServiceSetting -Namespace root\CIMV2\TerminalServices -Computer <IP-Adresse> -Authentication 6

Gruppenrichtlinien für das Freischalten des Remotedesktops nutzen

Das Freischalten des Remotedesktops lässt sich auch über Gruppenrichtlinien vornehmen. Die Einstellungen dazu sind bei Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\ Remotedesktopdienste\ Remotedesktopsitzungs-Host\Verbindungen zu finden. Die Option dazu heißt „Remoteverbindungen für Benutzer mithilfe der Remotedesktopdienste zulassen“. Damit lässt sich der Remotedesktop in Windows 10/11 aber auch auf Servern mit Windows Server 2016/2019 und Windows Server 2022 aktivieren.

Bei der Aktivierung über diesen Weg ist es aber auch wichtig, die entsprechenden Firewallregeln zu aktivieren. Auch das geht über die Gruppenrichtlinien. Die Regeln sind bei „Windows Firewall: Eingehende Remotedesktopausnahmen zulassen“ zu finden.

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