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Desktops und Anwendungen im Netzwerk und der Cloud streamen Praxis: Remotedesktopdienste in Windows Server 2022

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Mit den Remotedesktop-Services können Unternehmen auf Basis von Windows Server 2022 auf einem Server entweder virtuelle Desktops für die Benutzer bereitstellen oder Anwendungen veröffentlichen, die das System über das Netzwerk streamt.

Mit den Microsoft Remote Desktop Services (RDS) lassen sich unkompliziert komplette Desktops oder ausgewählte Apps aus der Entfernung beim User bereitstellen.(Bild:  © leowolfert - stock.adobe.com)
Mit den Microsoft Remote Desktop Services (RDS) lassen sich unkompliziert komplette Desktops oder ausgewählte Apps aus der Entfernung beim User bereitstellen.
(Bild: © leowolfert - stock.adobe.com)

Vor der Installation von RDS auf einem Server mit Windows Server 2022 sollte darauf geachtet werden, dass für die Benutzer neben den CALs für den Zugriff auf den Server zusätzlich RDS-CALs notwendig sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen CALs wird die Integration von RDS-CALs über einen Lizenzserver geprüft. Sind nicht genügend RDS-CALs eingetragen, verweigert der Server die Anmeldung der Benutzer.

Installation mit dem Server-Manager

Die Remotedesktopdienste verfügen im Server-Manager über einen eigenen Einrichtungsassistenten und werden nach der Installation über einen eigenen Bereich des Server-Managers verwaltet. Starten Sie den Server-Manager und fügen neue Rollen hinzu, steht die Installation der Remotedesktop-Dienste als eigener Menüpunkt zur Verfügung. Dabei lassen sich alle notwendigen Serverdienste auf mehreren Servern verteilen, oder im Rahmen des "Schnellstart" auf einem einzelnen Server zentralisieren. Zweiteres ist aber nur für sehr kleine Umgebungen empfehlenswert.

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Um die Serverrollen auf mehrere Server zu verteilen, müssen diese zuvor über "Verwalten/Server hinzufügen" dem lokalen Server-Manager hinzufügt werden. Erst danach stehen diese Server über den Assistenten zum Hinzufügen bereit. Die Einrichtung erfolgt ebenfalls über den Assistenten zur Installation der Serverrolle. Wichtig ist hier der Remotedesktop-Verbindungsbroker, da dieser die Verbindung und Verteilung der Benutzer auf die einzelnen Remotedesktop-Sitzungshosts durchführt. Dabei handelt es sich um die Server, mit denen sich die Benutzer schlussendlich verbinden.

Über den Assistenten werden auch die anderen Rollen ausgewählt. Nach der Auswahl des Verbindungsbrokers erfolgt die Auswahl des Servers, auf dem der Webdienst für die Umgebung bereitgestellt werden soll. Benutzer können sich dazu über einen Webbrowser mit der Umgebung verbinden und aus der Liste die Anwendungen oder den Desktop direkt starten.

Wenn alle Server ausgewählt sind, erfolgt mit "Bereitstellen" der Abschluss der Installation. Der Assistent installiert danach automatisch auf den ausgewählten Servern die jeweiligen Serverdienste und bindet diese im Server-Manager ein.

Einrichten einer Sitzungssammlung

Sobald die Serverdienste auf den beteiligten Servern installiert sind, erfolgt die Erstellung einer Sitzungs-Sammlung. Hier werden schlussendlich die Anwendungen oder Desktops konfiguriert, die für bestimmte Benutzergruppen zur Verfügung stehen, wenn deren Mitglieder sich per Webzugriff oder über Verknüpfungen im Startmenü verbinden. Die Verwaltung dieser Aufgaben werden im Server-Manager über den Bereich "Terminaldienste" vorgenommen. Mit "Aufgaben -> Sitzungssammlung erstellen" erfolgt die Einrichtung der Sammlung. Hier werden auch die Server ausgewählt, die in der Umgebung dafür zur Verfügung stehen, und die Benutzergruppen, die das Recht erhalten sollen sich mit diesen Servern zu verbinden. Die Gruppen werden in diesem Fall aus dem Active Directory ausgewählt.

Anwendungen als RemoteApp bereitstellen

Benutzer können sich entweder über den RDP-Desktop mit dem Server verbinden, oder direkt mit einzelnen Anwendungen in Kontakt treten, die sich auf dem lokalen Rechner des Benutzers dann so bedienen lassen wie lokal installierte Anwendung. RemoteApps basieren auf Sammlungen. Im ersten Schritt nach der Erstellung der Server-Umgebung erfolgt daher die Erstellung der Sammlung. Danach lassen sich im Server-Manager über "Remotedesktopdienste" bei "Sammlungen" über "Aufgaben" bei der jeweiligen Sammlung mit "RemoteApp-Programme -> RemoteApp-Programme veröffentlichen" und "Durchsuchen" Anwendungen auswählen, die auf den Servern installiert sind.

Hier müssen Sie aber darauf achten, dass die Lizenzierung für diese Anwendungen passt und diese in Sitzungen funktionieren. Sobald die Apps erstellt sind, stehen sie bereits über die Webdienste auf dem Server mit der URL https://<Servername>/rdweb zur Verfügung. An dieser Stelle lassen sich jederzeit weitere Anwendungen bereitstellen, die danach ebenfalls automatisch über die Webdienste zur Verfügung stehen. Haben sich Benutzer verbunden, ist das über "Verbindungen" bei jeder Sammlung im Server-Manager zu erkennen.

Remotedesktoplizenzierung beachten

Wie bereits oben geschrieben, müssen in RDS-Umgebungen RDS-CALs im Lizenzserver eingetragen sein. Ansonsten verweigert der Server nach der Testphase den Benutzern die Verbindungen. Wenn ein Lizenzserver installiert wird, stellt er 120 Tage temporäre Lizenzen für die Benutzer aus. Danach müssen auf dem Server richtige Lizenzen vorhanden sein, oder der Server lehnt die Verbindungen ab.

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Es müssen so viele Lizenzen auf dem Server eingetragen sein, wie sich Benutzer gleichzeitig mit dem Server verbinden. Geht die Anzahl der Lizenzen aus, dürfen sich neue Benutzer nicht verbinden.

Die Einrichtung dazu wird im Server-Manger über "Remotedesktopdienste -> Übersicht -> Remotedesktoplizenzierung" vorgenommen. Auch hier erfolgt über den Assistenten die Auswahl des entsprechenden Severs, auf dem der Dienst installiert wird. Nach der Installation des Serverdienstes erfolgt zunächst die Anpassung der jeweiligen Sammlungen bei "Remotedesktopdienste -> Übersicht". Bei "Bereitstellungsübersicht -> Aufgaben -> Bereitstellungseigenschaften bearbeiten" wird festgelegt, wie die Lizenzierung erfolgen soll. Mit "Anwenden" setzt der Assistent die Einrichtung um.

Danach erfolgt auf dem jeweiligen Server die Konfiguration der Lizenzierung mit dem Remotedesktoplizenzierungs-Manager (licmgr). Über das Kontextmenü wird der Server zunächst aktiviert. Danach erfolgt das Eintragen der Lizenznummern. Vorher sollte über das Kontextmenü des Servers noch die Konfiguration überprüft und der Server in die Gruppe der Lizenzserver in Active Directory aufgenommen werden.

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