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Glasfaser endet oft im Keller Nur jedes dritte Unternehmen hat Glasfaser bis zum Arbeitsplatz

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt voran, doch innerhalb der Firmengebäude bleibt die Highspeed-Leitung stecken. Laut einer YouGov-Studie im Auftrag von 1&1 Versatel verfügen nur 31 Prozent der Unternehmen über eine durchgängige Glasfaserverkabelung im Gebäude. Die größte Hürde: Kosten.

„Der Glasfaseranschluss im Keller ist nur die halbe Miete“, sagt Frank Rosenberger, CEO von 1&1 Versatel. Der Engpass beim Glasfaserausbau verschiebe sich vom Außennetz ins Gebäudeinnere.(Bild:  1&1 Versatel)
„Der Glasfaseranschluss im Keller ist nur die halbe Miete“, sagt Frank Rosenberger, CEO von 1&1 Versatel. Der Engpass beim Glasfaserausbau verschiebe sich vom Außennetz ins Gebäudeinnere.
(Bild: 1&1 Versatel)

Glasfaser kommt in Deutschland schneller an als vor zwei Jahren. Doch bei vielen Unternehmen endet die Highspeed-Leitung am Hausanschluss im Keller. Nur 31 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine durchgängige Glasfaserverkabelung bis zum Arbeitsplatz. Das zeigt die YouGov-Studie „Digitalisierung 2026“ im Auftrag von 1&1 Versatel, für die 533 Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen vom 5. bis 13. Januar 2026 online befragt wurden.

Verfügbarkeit steigt, Gebäudeverkabelung hinkt hinterher

Die Studie liefert zwei gegenläufige Befunde. Auf der Zugangsseite verbessert sich die Lage: Nur noch 25 Prozent der Unternehmen bemängeln eine fehlende Glasfaser-Verfügbarkeit am Standort. In einer früheren Erhebung auf Basis derselben Studienreihe lag dieser Wert bei 37 Prozent.

Gleichzeitig stagniert die Infrastruktur innerhalb der Gebäude: 69 Prozent der Unternehmen nutzen keine durchgängige Glasfaser im Haus. Das Problem ist nicht neu und betrifft auch Privathaushalte. Laut einer Verivox-Analyse bleibt jeder fünfte verfügbare Glasfaseranschluss in Deutschland ungenutzt.

Investitionskosten als größte Hürde

Die Studie benennt fünf zentrale Barrieren für die Modernisierung der Gebäudeinfrastruktur: 42 Prozent der Befragten nennen hohe Investitionskosten, 29 Prozent befürchten Betriebsunterbrechungen während der Umrüstung, und 28 Prozent sehen bauliche Einschränkungen als Hindernis. Fehlende Zustimmung des Gebäudeeigentümers (19 Prozent) und mangelndes internes Know-how (19 Prozent) ergänzen das Bild.

Die Hürden sind damit überwiegend organisatorischer und finanzieller Natur, nicht technischer. Gerade bei Mietobjekten stellt die Eigentümer-Zustimmung eine Abhängigkeit dar, die Unternehmen nicht allein auflösen können.

Verfügbarkeitslücke schrumpft von 37 auf 25 Prozent

Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2024, für die YouGov noch 1.275 Entscheidungsträger befragt hatte, zeigt sich ein Rückgang bei der Verfügbarkeitslücke: Nur noch 25 Prozent der Unternehmen bemängeln fehlende Glasfaser-Verfügbarkeit am Standort. 2024 lag dieser Wert bei 37 Prozent.

Der Außenausbau zeigt also Wirkung. Gleichzeitig würden 78 Prozent der Befragten einen Standortwechsel in Betracht ziehen, wenn am aktuellen Standort kein leistungsstarkes Internet verfügbar ist.

Zwei Drittel der Unternehmen ohne Glasfaseranschluss rechnen damit, diesen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu benötigen. Als Treiber nennt die Studie Cloud-Anwendungen, KI-Workloads, mobiles Arbeiten und standortübergreifende Zusammenarbeit.

Symmetrische Bandbreite und Ausfallsicherheit gefragt

Bei der Frage nach den gewünschten Eigenschaften eines Internetanschlusses priorisieren die Befragten schnellere Datenübertragung (41 Prozent), unbegrenzte Leistungsanpassung (39 Prozent) und symmetrische Up- und Download-Geschwindigkeiten (31 Prozent). 82 Prozent stufen leistungsstarkes Internet als überlebenswichtig für die deutsche Wirtschaft ein. Als Treiber für den steigenden Bandbreitenbedarf benennt die Studie Cloud-Anwendungen, KI-Workloads, Videokonferenzen und standortübergreifende Zusammenarbeit.

„Der Glasfaseranschluss im Keller ist nur die halbe Miete“, erklärt Frank Rosenberger, CEO bei 1&1 Versatel. „Wer Cloud-Dienste, KI-Anwendungen und Videokonferenzen effizient und mit erstklassiger Customer-Experience nutzen will, braucht durchgängig hohe Bandbreiten bis zum Endgerät.“

Knapp ein Viertel plant kurzfristigen Umstieg

Fast ein Viertel der befragten Unternehmen plant den Umstieg auf Glasfaser im Gebäude innerhalb der nächsten zwei Jahre. Weitere 12 Prozent setzen auf hybride Lösungen aus Glasfaser und Kupfer.

Mit der wachsenden Glasfaser-Verfügbarkeit im Außennetz und gleichzeitig steigenden Anforderungen durch Cloud- und KI-Workloads verschiebt sich der Engpass zunehmend von der letzten Meile zum Netzabschluss ins Gebäudeinnere.

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