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Die (R)Evolution der Rechenzentren; Teil 29

Neue Switch-ASICs – DCB und noch viel mehr!

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Das technisch Machbare

Die beiden Beispiele zeigen eindrucksvoll, was heute schon möglich ist. Die Stärke der Broadcom-Familie liegt eindeutig in der Vielfalt der Konvergenzfunktionen. Die Stärke der Fulcrum Familie liegt in der geringen Latenz und der hohen Portzahl. Dennoch liegen beide Familien enger zusammen, als man vielleicht glaubt. Auch die Broadcom Chips haben eine sehr geringe Latenz und die Fulcrum Chips sind nicht nur schnell, sondern haben auch viele Zusatzfunktionen.

Nach Moore’s Law können wir damit rechnen, dass sich die Anzahl der Transistorfunktionen, die auf einem zur Verfügung stehenden Platz realisiert werden können, ca. alle 18 Monate verdoppelt. Wozu wird man das aber nutzen? Natürlich könnte Fulcrum in diesem Zeitraum einen 48-Port Chip entwickeln und Broadcom die Funktionsvielfalt auf 8 Ports erweitern. Das wird auch geschehen, denn zum Zeitpunkt der Manuskripterstellung sind die Fulcrum Chips schon ein Jahr auf dem Markt und die Broadcom Chips haben auch schon mindestens ein Jahr auf dem Buckel, wenn sie jetzt ganz offiziell für jedermann zu beziehen sind.

Aber, das wäre alles zu harmlos, denn manchmal macht die Evolution auch einen Sprung. Bei integrierten Schaltkreisen ist das genau dann der Fall, wenn es gelingt, die nächste Stufe der „Miniaturisierung“ in der Fertigung zu erreichen. Bei den Prozessoren war es der Übergang zur 35 bzw. 40 nm Technologie, die die Implementierung der Nehalem-Architektur, wie wir sie heute mit den Intel-XEON-Prozessoren kennen, erst möglich gemacht hat.

Bislang waren Switch-ASICs demgegenüber eher grob gestrickt. Das wird sich aber jetzt ändern.

Mit Spannung erwartet wird der Trident-Chipsatz von Broadcom. Über ihn war bislang nur wenig zu erfahren. Ende März gab es aber eine Investorenkonferenz von Broadcom, und da sagte Scott McGregor, President und CEO von Broadcom: „wir freuen uns, unsere ersten Lieferungen von (Chips mit der) 40nm-Technologie mit unserem 64-Port, 10 Gig Trident-Chip anzukündigen und wir erwarten, dass wir in diesem Quartal mit der Auslieferung weiterer Chips in 40nm-Technologie beginnen können.“ (Quelle: Transcript der Investorenkonferenz auf seekingalpha.com/article/232500-broadcom-ceo-discusses-q3-2010-results-earnings-call-transcript)

Dieser Nebensatz verändert die Welt der Netzwerke dauerhaft und nachhaltig! Es ist prinzipiell der gleiche Schritt, der bei Prozessoren die Multi-Core-Systeme und damit die Virtualisierung im industriellen Maßstab möglich gemacht hat. Und jetzt endlich kommen auch die dazu genau passenden Kommunikationschips.

Denn: der Trident-Chip ist eine „Black Box“, die wir zur Senkung der Komplexität der Switches und Strukturen in RZ-Netzen dringend benötigen.