Die Fachleute von Extreme Networks blicken auf die Trends der Netzwerktechnologie 2024. Sechs Verantwortliche aus unterschiedlichen Bereichen im Unternehmen widmen sich u.a. den Themen Cloud Computing, Einsatz von künstlicher Intelligenz und Cybersecurity.
Welche Netzwerktrends werden 2024 prägen? Experten von Extreme Networks geben ihre Einschätzungen bekannt.
KI und Cloud Computing ergänzen sich symbiotisch. Obwohl ML und KI keine neuen Technologien und Konzepte sind, hat die Verfügbarkeit großer Rechen- und Speicherkapazitäten über die Cloud die jüngsten Entwicklungen von KI beschleunigt. Die Einführung von ChatGPT im November 2022 markiert den Höhepunkt dieser Entwicklung. GenAI ist ein ausgesprochen wichtiges Thema des Jahres 2023, das nicht nur für das Cloud Computing, sondern auch für alle Organisationen und unsere Gesellschaft insgesamt von Bedeutung ist. Es ist deutlich zu erkennen, dass auch das Ökosystem stark davon profitiert hat, was sich in der Bewertung von Unternehmen wie Nvidia widerspiegelt.
Die Fähigkeit der großen Cloud-Anbieter, GenAI LLMs als Service anzubieten, ermöglicht es Herstellern und Unternehmen, neue GenAI-basierte Services schnell zu testen und auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2024 wird eine Flut von GenAI-basierten Lösungen in Produktion gehen und sich durchsetzen, was zu hohen Umsatzsteigerungen führen wird. Gleichzeitig werden Anforderungen an Datenhoheit, Datenschutz, Kosten und Latenz die Nachfrage nach Cloud-Edge-Implementierungen weiter antreiben. Dadurch entsteht ein weiterer Wachstumstreiber für die Industrie und für Anbieter, die Lösungen speziell für das Cloud-Kontinuum entwickelt haben.
Cybersecurity und (vielleicht) das Ende von LAN
von Phil Swain, CISO, Vice President of Information Security
Phil Swain.
(Bild: Extreme Networks)
Künstliche Intelligenz wird zweifelsfrei weiterhin für Aufsehen sorgen – sowohl als neues Konzept als auch durch reale Anwendungsbeispiele, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen verdeutlichen.
Im Jahr 2023 haben Cyberkriminelle bereits KI eingesetzt, um effektivere und schwer zu erkennende Phishing-E-Mails zu verbreiten und Zero-Day-Angriffe zu generieren. 2024 werden sich KI-basierte Sicherheitstools der zweiten und dritten Generation durchsetzen, die KI-basierte Angriffe in Echtzeit abwehren und bekämpfen. Dies könnte die KI-Version von Battle Bots werden.
Möglicherweise bedeutet dies auch das Ende des LAN-Ports. Ich frage mich, ob Unternehmen aufgrund von vermehrter Automatisierung, uneingeschränkter Flexibilität und Segmentierung (Zero Trust) vermehrt dazu tendieren werden, von LAN-basierten Netzwerken auf 100-prozentige drahtlose Netzwerke umzusteigen, insbesondere wegen der weiter wachsenden Geschwindigkeiten. Mit dem Einsatz eines engmaschigen Netzes von Access Points (APs) kann das Netzwerk remote gesteuert und administriert werden. Eine Konfiguration vor Ort ist nicht mehr erforderlich.
Netzwerkbranche und Netzwerksicherheit
von Luis Ocaña Gómez, Account Executive Southern Europe
Luis Ocaña Gómez.
(Bild: Extreme Networks)
Die Wi-Fi-Infrastruktur hat sich im B2B-Umfeld größtenteils von einer praktischen Annehmlichkeit zu einem Grundpfeiler des gesamten Unternehmens bzw. der Organisation entwickelt. Funktionalität, Sicherheit und Servicebereitstellung stehen ebenso im Mittelpunkt wie die Netzabdeckung. Dabei wird Edge Computing immer wichtiger, denn Schnelligkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Kunden verlangen Services mit extrem niedrigen End-to-End-Latenzzeiten. Diese Schnelligkeit ist eng mit dem Ausbau der 5G-Infrastruktur verbunden.
Welche Rolle spielt die Netzwerksicherheit? Die Sicherheit von Wi-Fi-Netzwerken hat höchste Priorität. Wir benötigen daher Werkzeuge zur Überwachung der Signale (wir nutzen Frequenzbänder, für die keine Lizenz erforderlich ist) und zur forensischen Analyse, um potenzielle Angriffe abzuwehren und deren Ursprung zu verstehen.
Die Netzwerkindustrie im Jahr 2024
von Carolina Bessega, Innovation Lead – Office of the CTO
Carolina Bessega.
(Bild: Extreme Networks)
Im Jahr 2024 wird die Netzwerkindustrie intelligenter und intuitiver sein als je zuvor. KI-gestützte Netzwerktools helfen dabei, Probleme vorherzusagen, zu verhindern und zu eliminieren, die das Nutzererlebnis, die Serviceverfügbarkeit und die Servicequalität beeinträchtigen. Maschinelles Lernen wird jedoch über die Optimierung des bestehenden Netzes hinausgehen und den Netzbetrieb vereinfachen, beschleunigen und damit verbessern. Es wird Netzbetreibern helfen, Qualifikations- und Wissenslücken und deren Auswirkungen zu verringern. IT-Einkäufern wird ML durch intelligente Empfehlungen dabei helfen, sichere Kaufentscheidungen zu treffen und Risiken zu reduzieren. Und es wird dazu beitragen, Lücken zwischen Geschäftszielen und Leistungsergebnissen durch intelligente Orchestrierung zu schließen. Groß angelegte Modelle werden mit anderen Arten des maschinellen Lernens und mit Big Data aus dem Netzwerk kombiniert, um neue Möglichkeiten für Anbieter, Kunden und Partner zu bieten und Lösungen zu schaffen, die das Netzwerk in eine strategische Ressource verwandeln. Die Rolle des Netzmanagers ist und bleibt im Mittelpunkt und wird sich noch weiterentwickeln. Zu den drei wichtigsten Technologien 2024 zählen:
Stand: 08.12.2025
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Generative KI-Interfaces: Diese Schnittstellen werden die Mensch-Computer-Interaktion revolutionieren und es Fachleuten ermöglichen, mit ihren Netzwerken zu „sprechen“ und den Managementprozess intuitiver zu gestalten.
Proaktive Netzwerke: Integrierte KI ermöglicht es Netzwerken, Probleme proaktiv zu erkennen und Maßnahmen in Echtzeit zu empfehlen, um Ausfallzeiten zu minimieren und die Benutzerfreundlichkeit zu steigern.
Adaptive Sicherheitsprotokolle: Durch den Einsatz von KI werden sich diese Protokolle in Echtzeit anpassen und aus globalen Bedrohungsinformationen lernen, um einen optimalen Schutz vor den sich ständig weiterentwickelnden Cyberbedrohungen zu bieten.
Erfolgsfaktoren für Channel-Partner und drei interessante Technologien
von Kurt Semba, Corporate Architect
Kurt Semba.
(Bild: Extreme Networks)
Aufgrund des IT-Fachkräftemangels werden für unsere Kunden Partner immer wichtiger, um ihre IT-Services zu managen. Diese müssen beim Übergang zu einem MSP-Geschäftsmodell einen starken DevOps-orientierten Ansatz verfolgen, um die steigende Arbeitslast und die neuen Serviceangebote zu bewältigen. Die Integration neuer generativer KI-Funktionalitäten zur Automatisierung von Teilen der Service- und Supportbereitstellung ist für Partner und Kunden gleichermaßen von entscheidender Bedeutung. Daher ist davon auszugehen, dass Partner neue generative KI-Funktionen nutzen, um Teile ihres Service- und Supportangebots zu automatisieren. Diese Tools könnten die Effizienz von Services wie Kundensupport in einer Weise verbessern, die mit Standard-Automatisierungstools einfach nicht möglich ist.
Über welche drei Technologien wird im Jahr 2024 am meisten gesprochen?
Fabric Everywhere: Kunden setzen die Fabric-Technologie bereits heute verstärkt ein. Durch die Möglichkeit, eine Fabric über SD-WAN auf alle Standorte auszuweiten, und Wi-Fi, das Fabric unterstützt, wird diese Technologie 2024 für die meisten Kunden die beste Option sein. Die automatisierte Konfiguration, Identifikation und Sicherheitsfunktionen sind besonders wichtig in einer Umgebung, die durch einen Mangel an IT-Fachkräften und zunehmende Sicherheitsbedrohungen geprägt ist.
Ausbau des Wi-Fi-Netzwerks: Die Einführung des 6-GHz-Bandes in Kombination mit der hervorragenden Performance und Zuverlässigkeit von Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 treibt den Trend zu Wi-Fi-zentrierten Strategien in zahlreichen Branchen voran. Diese Entwicklung optimiert nicht nur die Leistungsfähigkeit der Zugangsnetze, sondern senkt die damit verbundenen Kosten für Verkabelung, Installation und Konfiguration signifikant.
AI Everywhere: Wir haben einen großen Fortschritt bei Text- und Bilderzeugungsmodellen in den Jahren 2022 und 2023 gesehen. Diese werden nicht nur in zahlreiche SaaS-Produkte integriert, die wir täglich nutzen. Wir können davon ausgehen, dass im Jahr 2024 auch neue grundlegende Modelle für die Text-zu-Video- und Bild-zu-Video-Transformation ihren „ChatGPT-Moment“ haben werden. 2024 werden solche neuen Tools vermutlich (noch) einfacher zu handhaben sein und zugleich preisgünstiger werden.
3 Schlüssel zum Erfolg für Channel-Partner
von Bob Zemke, Director Channel Marketing
Bob Zemke.
(Bild: Extreme Networks)
1. Verlagerung der Vertriebsstrategien von Upgrade-Zyklen hin zu beratungs- und ergebnisorientierten Vertriebsmethoden: Dies erfordert eine viel stärkere Fokussierung der Sales- und Sales-Engineering-Teams auf den Gesamtnutzen für den Kunden. Vertikale Kompetenz wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Partner, die sich durch ihre Erfahrung qualifiziert haben, werden im Wettbewerb um neue Kunden die besseren Karten haben. Channel-Partner sollten ihr gesamtes Geschäft unter die Lupe nehmen, um diese Verkaufsstrategie zu unterstützen.
2. Differenzierung durch Know-how und ergebnisorientierte Beratung: Wie kann man sich von Mitbewerbern differenzieren? Anstatt sich auf einen Preiskampf einzulassen, liegt die Lösung in der Differenzierung der Kompetenzen. Die Vermittlung der eigenen technischen Fähigkeiten, die Veröffentlichung von Referenzen und ergebnisorientierte Lösungen tragen dazu bei, sich von der Masse abzuheben. Ein Unternehmen kann sich besser positionieren, wenn es über Referenzen verfügt, auf die potenzielle Kunden leicht zugreifen können. Warum ist dies wichtig? Auch wenn Preissenkungen als einfache Verkaufstaktik erscheinen mögen, ist dies nicht der richtige Ansatz. Vielmehr sollten die Risikominimierung und der Projekterfolg im Vordergrund stehen.
3. Nachhaltigkeit: Konsumgüter sind richtungsweisend, die Erwartungen der Kunden hier werden schnell auf Unternehmen übertragen. Nachhaltigkeit, das Verständnis des Einflusses eines Unternehmens und die unternommenen Bemühungen werden eine immer wichtigere Rolle bei Marketingaktivitäten, Ausschreibungen und Kundenerwartungen spielen. Dies gilt auch für die Auswahl von Lieferanten für den Wiederverkauf und die Projektumsetzung, wo Faktoren wie die Minimierung von Elektroschrott eine wichtige Rolle spielen werden. Reseller, die sich nicht auf diese Entwicklung vorbereiten, werden bald einen Wettbewerbsnachteil haben.