Suchen

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 27

Moderne LAN-Technologien: Quality of Service, QoS

Seite: 2/4

RSVP, das Resource ReSerVation Protocol

Diese Klassifizierung dient sozusagen als Arbeitsanweisung für das Reservierungsprotokoll RSVP, welches eine dynamische Ende-zu-Ende-Reservierung vornehmen kann, aber noch mehr Fähigkeiten hat, wie z.B. die Unterstützung von Multicasts.

RSVP ist die Abkürzung für Resource ReSerVation Protocol und ist im Zusammenhang mit Realisierungsfragen für Multimedia-Anwendungen aufgekommen. Es steuert eine Voraus-Reservierung von Betriebsmitteln für Unicast oder Multicast-Anwendungen, wobei auch die Gruppen-zu-Gruppen-Kommunikation unterstützt werden kann.

Bildergalerie

Die Reservierungen erfolgen immer unidirektional; RSVP ist ein Simplex-Protokoll. Das ist durchaus sinnvoll, denn gerade bei Multimedia hat man oftmals Informationsquellen wie einen Video-Server und Informationssenken wie Endgeräte. Vom Video-Server zum Endgerät kann die Reservierung einer Qualitätsklasse sinnvoll sein, in der Rückrichtung ist dies nicht erforderlich.

Dennoch hat man sich entschlossen, die Reservierung vom Empfänger ausgehen zu lassen. Wenn also eine Workstation eine Videoübertragung durch eine bestimmte Dienstklasse unterstützen soll, teilt sie dies dem Netz mittels RSVP mit. RSVP sorgt dann dafür, dass vom Video-Server bis zur empfangenden Station die gewünschte Dienstqualität durchgeschaltet wird, wenn dies möglich ist. Der Grund für diese Vorgehensweise ist darin zu sehen, dass RSVP überhaupt nicht für den Einsatz in LANs, sondern für Stadtnetze und WANs entwickelt wurde.

Ein Empfänger muss in diesem Zusammenhang die Möglichkeit haben, die Qualität einer Verbindung und damit das, was er für diese Verbindung bezahlen muss, zu steuern. Ist er mit einer schlechteren Qualität zufrieden, muss er auch weniger bezahlen.

Dies haben sich die Schöpfer des Verfahrens zumindest so vorgestellt, eine Realisierung ist dem Autor allerdings nicht bekannt. Im LAN-Bereich wird man normalerweise keine Abrechnung vornehmen, aber auch hier ist die Wahlmöglichkeit von der Workstation aus ganz praktisch. Wenn man z.B. als Standard eine geringe Dienstgüte vereinbart, die für die üblichen Anwendungen ausreicht, kann man, sobald man in eine Anwendung wechselt, die eine höhere Dienstgüte verlangt, die Änderung der Dienstqualität veranlassen.

Das RSVP-Protokoll, ein Zusatz für das Routing

Das RSVP-Protokoll ist ein Zusatz für die Routing-Protokolle. Es kann selbst nicht routen. Geräte, die RSVP unterstützen, werden aufgrund von RSVP-Reservierungen die Zuordnung ihrer Betriebsmittel (Speicher, Prozessor, Leitungskapazität) zu den Verkehrsflüssen ändern bzw. anpassen. Geräte, die RSVP nicht unterstützen, werden einfach transparent durchlaufen und denken sich nichts weiter dabei. Kommt es allerdings in diesen Geräten zu Engpässen, nützt es auch nichts mehr, dass die anderen Geräte sich den Qualitätswünschen angepasst haben. Eine Kette ist eben immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Wenn eine Anwendung einen Qualitätswunsch an das Netz äußert, wird zunächst mit der Policy Control nachgeprüft, ob ihr das überhaupt zusteht. Als nächstes wird mit der Admission Control geprüft, ob die Reservierung möglich ist. Die Reservierung kann nur dann durchgeführt werden, wenn ein spezieller Datenfluss auch über eine Klassifizierung als Flow verfügt, sonst verstößt man schon gegen die Policy Control.

Die Klassifizierung als Flow kann auf unterschiedliche Arten geschehen, z.B. durch Default, das MPLS-Verfahren (Multiprotocol Label Switching Protocol) oder im Rahmen von Prioritäten nach IEEE 802.1D/p.

weiter mit: Die vier grundsätzlichen Komponentengruppen bei RSVP

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2022720)