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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 27

Moderne LAN-Technologien: Quality of Service, QoS

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Die vier grundsätzlichen Komponentengruppen bei RSVP

Es gibt vier grundsätzliche Komponentengruppen bei RSVP, die die Rolle der jeweiligen Komponenten im Verfahren festlegen: Sender, Empfänger, Hosts und Router. Damit RSVP überhaupt weiß, was zu tun ist, müssen alle in Frage kommenden Anwendungen als Sender registriert werden.

Dabei werden ihre Verkehrscharakteristika, wie z.B. eine gewünschte minimale Bandbreite, Paketgröße, Durchsatz oder eine maximal erträgliche Verzögerungszeit festgehalten. Eine Station mit sendenden Anwendungen schickt dann sog. Path Messages an alle potentiellen Empfänger der Nachrichten der betreffenden Anwendungen. In dieser Path Message stehen insbesondere die Verkehrscharakteristika.

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Bei den Empfängern müssen diese Informationen in der Schnittstelle abgelegt werden, die eine Anwendung in den Empfängern später benutzt, um unter Zuhilfenahme einer RSVP-Reservierung mit einer sendenden Anwendung zu kommunizieren. Will ein Empfänger nun mit dem Sender kommunizieren und von ihm einen Datenfluss empfangen, schickt er über die genannte Schnittstelle die entsprechenden Parameter an die nächste lokale RSVP-Instanz.

Dies ist meist ein Prozess in einem Router. Es müssen nicht alle Parameter übergeben werden, der Empfänger kontrolliert die anzustrebende Qualitätsstufe. Die Menge der möglichen Parameter und die Menge der ausgewählten Parameter ergeben die Flussspezifikation.

RSVP beginnt dann mit der Reservierung der Betriebsmittel in den Routern und zwar in Form von Reservierungs-Anfragen, die als IP-Pakete Punkt-zu-Punkt bis zum Sender hin durchgeführt werden, also genau entgegen der Richtung, in der die Sendung später abläuft. Im Verlaufe des Netzes können gleichartige Reservierungen auftreten, die dann entsprechend gesammelt werden.

Router nehmen, wenn sie RSVP-fähig sind, die Reservierungsanfragen entgegen und versuchen, ihre Betriebsmittelzuordnung entsprechend zu modifizieren. Ist dies möglich, so senden sie in die Richtung des Anfragenden eine Bestätigung und leiten die Reservierungs-Anforderung in Richtung des nächsten Routers auf dem Weg weiter.

Integrierte Dienste über LANs nach 802.1 D/p

Die Gruppe 802.1 ist bei IEEE 802 vor allem für Definitionen des unmittelbaren Umfeldes zuständig. Es gibt eine Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Spezifikationen hinsichtlich der Einführung integrierter Dienste: ISSLL (Integrated Services over Specific Link Layer. Die heutigen LLC Typen können Reservierungswünsche, wie sie von RSVP kommen, überhaupt nicht richtig verarbeiten. Das liegt daran, dass diese Anforderung vor ca. 25 Jahren, als die LLCs, wie wir sie heute benutzen, definiert wurden, nicht existiert hat oder in irgendeiner Weise absehbar war.

Die ISSLL-Gruppe geht nunmehr davon aus, dass moderne LANs im wesentlichen aus Switches bestehen und nicht mehr aus Shared Segmenten. Für die Switches nimmt man ein Grundmodell an, in dem vor der eigentlichen Switching Fabrik bzw. Switching Matrix eine Menge von Warteschlangen existiert.

Funktionen für Priorisierung und bestimmte Qualitätsstufen möchte man nun so durchsetzen, dass man ausgehend von der Spezifikation unterschiedlicher Dienstklassen diese auf Funktionen der LLC abbildet, die wiederum hauptsächlich durch Manipulationsfunktionen an den Warteschlangen realisiert werden. So denkt man daran, pro Port zwei Queues mit statischer Priorisierung, oder 2-8 Queues mit statischer Priorisierung oder 8 Queues mit dynamischer Priorisierung oder mehrere Queues mit Flussklassifizierung durch die Layer-3-Header nach unterschiedlichen Policies vorzunehmen.

weiter mit: Warteschlangenhäufung

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