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Grünes Netz - Cisco Aggregation Services Router können viel und brauchen wenig Mit „ASR 1000“ läutet Cisco eine neue Ära für Edge-Router ein

Redakteur: Ulrike Ostler

Cisco bringt im kommenden Monat eine neue Generation von Edge-Routern auf den Markt. Die „Aggregation Services Router“ (ASR 1000) sind multifunktional und leistungsstark, verfügen über eine Virtualisierungsschicht und verbrauchen nur wenig Strom. Der Einstiegspreis liegt bei 35.000 Dollar.

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Die Router-Serie ASR 1000 ist sowohl für Edge-Netze in Unternehmen gedacht als auch bei Service-Provider. Für Provider biete die ASR-1000-Serie nicht nur schnellere, Applikations-bezogene Services, sondern erhöhe die Service-Kapazität insgesamt, weil das System schichtweg flexibler, effizienter und kosten-effektiver einsetzbar sei. Schließlich könnten die Provider damit nahezu alle Kundenwünsche bedienen, egal ob als Hosted oder als Managed Service.

Im Unternehmensumfeld hingegen adressiert die ASR-familie das WAN-Edge – die Geräte ließen sich als das Haupt-Gateway nutzen, um überall im Unternehmen dort Information, Teamarbeit und Kommunikation anzubieten, wo sie gebraucht würden oder auch E-Commerce.

Es gibt die Geräte für Racks mit zwei, vier und sechs Höheneinheiten. Die Multifunktions-Systeme sind mit neuer Hardware und Software ausgestattet.

Das Super-Chipset

Der neue Prozessor „Quantum Flow“, um den herum das System ASR 1000 gebaut wurde, besteht aus 40 Kernen auf einem einzelnen Chip. Diese erlauben es, bis zu 160 Prozessen simultan auszuführen. (Archiv: Vogel Business Media)

Dafür sind in mehr als fünf Jahren rund 250 Millionen Dollar in die Entwicklung der ASR-1000-Serie geflossen, teilt Cisco mit. Rund 100 Millionen Dollar davon investierte der Netzwerkgigant in einen neuen Prozessor, den „Quantum-Flow-Prozessor“ (QFP).

Diese neue Recheneinheit bildet die Hardware-Grundlage der neuen Router-Generation. Es handelt sich laut Cisco um die erste vollends integrierte, programmierbare Prozess-Engine. Entwickelt wurde das Chipset von mehr als 100 Cisco-Ingenieuren. Mehr als 40 Patente seien dafür angemeldet, teilt der Hersteller mit.

Zum Teil handle es sich bei den Entwicklern um dieselben, die schon im dem Team waren, das den Silicon Packet Processor (SPP), der 2004 herauskam, und das Carrier Routing System (CRS-1) für Cisco entwickelt haben. Sie konnten seither unter anderem die Transistor-Dichte auf dem Chip erhöhen, von 185 Millionen auf dem SPP auf über 800 Millionen auf dem Quanatum-Flow-Prozessor.

Nun sitzen auf einem einzelnen Chip 40 Kerne, die gleichzeitig bis zu 160 Prozesse ausführen können. Damit soll das Chipset in der Lage, insbesondere die neuen und vielfältigen Herausforderungen an den Netzwerkverkehr zu erfüllen.

Die Software-Ausstattung

Die Recheneinheit wird ergänzt um reichhaltige Software-Features. Da ist zum Beispiel IOS XE Software, eine virtualisierte IOS-Implementierung, die für kompakte Router optimiert wurde. Zu den Features, die insbesondere für Edge-Router sinnvoll erscheinen, gehören eine IOS-Kommandozeilen-Kontrolle, die den Administratoren gebräuchlich erscheinen dürfte.

Virtualisierung heißt auch in der Router-Serie „ASR 1000“ das Zauberwort. Eine Abstarktionsschicht erlaubt es, während des Betriebs neue Services ohne Paketverluste freizuschalten. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Abstraktion durch die Virtualisierung, erlaubt quasi ein „Instant-Provisioning“. Im laufenden betrieb lassen sich neue Anwendungen einspielen oder austauschen. Die Unterbrechungen bewegen sich im Millisekundenbereich, auch für diesbezüglich sensitive Anwendungen wie Voice over IP, kaum wahrnehmbar.

Dank eines leistungsfähigen Prozessors, Virtualisierungsschicht und Energieeffizienz sollen sich Unternehmen und Service-Provider das Gerät „ASR 1000“ so verschieden einrichten können, wie sie es brauchen. (Archiv: Vogel Business Media)

Außerdem erlaubt diese Architektur ein weites Spektrum an Netzwerk-Applikationen beziehungsweise Funktionen: Firewall, IP Security Virtual Private Networks (IPsec VPNs), Deap Packet Inspection (DPI) und Session Border Control (SBC) beispielsweise. Dedizierte Geräte – von anderen Herstellern – würden damit praktisch überflüssig, so Cisco.

Der Ernergieverbrauch

Aber das hat viele Vorteile: „Ein solches Gerät, das mit einem derart breiten Spektrum an Möglichkeiten ausgestattet ist, erübrigt weitere Appliances. Das aber hat dramatische Kapitaleinsparungen und Reduktion der operativen Ausgaben zu Folge. Zudem sinken nicht nur die Kosten, sondern auch der Energieverbrauch und damit der Ausstoß von Kohlendioxid“, heißt es von Cisco-Seite.

Die „ASR-1000“-Grundlage bildet der neue „Quantum-Flow“-Processor von Cisco. Dieser soll nur wenig Energie benötigen: 0,51 Watt pro Thread. (Archiv: Vogel Business Media)

Würden die Multifunktionsmöglichkeiten der Router-Familie ausgeschöpft, reduziere sich die Komplexität der Netzarchitektur drastisch, so das Cisco-Argument. Analysen, die von dem Institut Synergy Research stammen, zeigten, das jede Implementation eines Cisco-ASR-100-Geräts im Vergleich zum Einsatz von Mitbewerberangeboten bis zu 3754 Gallonen Gas (rund 14.228 Liter) oder 17 Tonnen Kohle pro Jahr einsparen könnten.

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