Direkte Integration in Windows 10 und Windows Server 2019

Linux und Windows gemeinsam betreiben

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Microsoft öffnet seine Produkte immer weiter für einen gemeinsamen Einsatz mit Linux-Derivaten.
Microsoft öffnet seine Produkte immer weiter für einen gemeinsamen Einsatz mit Linux-Derivaten. (Bild: © Anastasia Asnia - stock.adobe.com)

Microsoft packt immer mehr Funktionen zur direkten Integration von Linux in Windows. Das ermöglicht den gemeinsamen Betrieb der beiden Betriebssysteme und verbessert damit die Flexibilität von und die Möglichkeiten für Unternehmen. Wir stellen acht Funktionen von Windows 10 und Windows Server 2019 zur direkten Integration von Linux vor.

Windows-Subsystem für Linux

Microsoft bietet mit dem Windows-Subsystem für Linux eine Funktion, mit der sich Linux-Distributionen in Windows 10 und Windows Server 2019 integrieren lassen. Das ermöglicht das Verwenden von Linux-Befehlen direkt in Windows. Ein Beispiel dafür ist die Integration von Kali-Linux in Windows. Dadurch lassen sich auch Sicherheits-Analysen in Windows mit Linux durchführen. Das Windows-Subsystem für Linux wird als Windows-Feature installiert. Danach erfolgt die Installation der entsprechenden Linux-Distribution. In Windows 10 erfolgt die Installation in der PowerShell zum Beispiel mit:

Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName Microsoft-Windows-Subsystem-Linux

In Windows Server 2019 kann das Windows-Subsystem für Linux mit dem folgenden Befehl installiert werden:

Install-WindowsFeature -Name Microsoft-Windows-Subsystem-Linux

Die Installation der Linux-Distributionen erfolgt über den App-Store in Windows 10, oder über den Downloadlink der unterstützten Distributionen:

Linux mit Hyper-V virtualisieren

Mit jeder neuen Version von Hyper-V lassen sich Linux-Computer besser mit Hyper-V virtualisieren. In Windows Server 2019 lassen sich Linux-Server bereits als Generation 2-VMs betreiben. Dadurch erhalten auch Linux-Server die Vorteile der Generation-2-VMs; darunter die Möglichkeit, direkt von UEFI zu starten, Secure Boot zu nutzen, und von virtuellen SCSI-Festplatten zu starten.

Auch die Verwendung des dynamischen Arbeitsspeichers ist Linux-Computern in Hyper-V möglich. Seit Windows Server 2019 können virtuelle Linux-Computer zudem auch als Shielded-VMs betrieben werden. Das war bisher nur Windows-Computern vorbehalten.

Linux-Server mit Windows verwalten

Sobald das Windows-Subsystem für Linux auf einem Windows 10-Computer oder in Windows Server 2019 installiert ist, kann mit „bash“ die Linux-Shell in Windows aufgerufen werden. In der Shell lassen sich danach die Linux-Befehle nutzen, zum Beispiel zur Verwaltung von Windows, aber auch für die Verwaltung von Linux-Computern im Netzwerk.

PowerShell für Linux in Microsoft-Netzwerken

Microsoft bietet die neue Version 6.x und 7.x des PowerShell Core auch für Linux und macOS an. Hier kann die Open Source-Shell von Microsoft direkt im Betriebssystem installiert werden. Das ermöglicht die Verwendung von PowerShell-CMDlets in Linux. Mit der PowerShell lassen sich auf diesem Weg wiederum Linux-Computer, aber auch Windows-Computer im Netzwerk von Linux-Rechnern aus verwalten.

Linux parallel zu Windows installieren

Natürlich ist es schon lange möglich, dass Anwender oder Administratoren parallel zu Windows auch Linux auf einem Computer als Dualboot-System betreiben. Auch das ist mit Windows Server 2019 und Windows 10 weiterhin möglich – parallel zum Windows-Subsystem für Linux.

Linux-Container in Windows mit Kubernetes

In Windows Server 2019 und Windows 10 können Linux-Container und Windows-Container parallel zum Einsatz kommen und mit Kubernetes verwaltet werden. Für Entwickler und Administratoren ist es sogar möglich, in Windows 10 über Docker für Desktop schnell und einfach einen Test-Kubernetes-Cluster zu installieren, mit dem sich auch Linux-Container in Windows erstellen lassen.

Prüfpunkte/Checkpoints für Linux-Server in Hyper-V

In Windows 10 und Windows Server 2019 lassen sich Produktionsprüfpunkte erstellen. Bei diesem Vorgang werden nicht nur die Daten der VMs gesichert, sondern auch das Betriebssystem in der VM in die Sicherung mit einbezogen. Bei Windows-Computern wird das mit dem Schattenkopiedienst durchgeführt, auf Linux-Servern nutzt Hyper-V den Systempuffer, um das Betriebssystem darüber zu informieren, dass eine Sicherung stattfindet.

Linux-Befehle in der Eingabeaufforderung

Microsoft hat die beiden Linux-Befehle „Curl“ und „Tar“ in die Befehlszeile integriert. Damit lassen sich diese beiden Befehle ohne Umwege in Windows nutzen. Für die Verwendung muss nichts installiert werden. Es reicht aus, wenn auf einem Computer Windows Server 2019 oder Windows 10 installiert ist. Mit den beiden Befehlen lassen sich auch Linux-Containern auf Docker verwalten, die zum Beispiel in Windows 10 oder Windows Server 2019 betrieben werden.

Windows Terminal – Linux-Befehle gemeinsam mit PowerShell und Eingabeaufforderung

Mit dem neuen Windows-Terminal bietet Microsoft eine verbesserte Shell an, mit der die PowerShell, die Eingabeaufforderung, die Azure Cloud Shell und die Linux Bash parallel genutzt werden können. Die verschiedenen Shells werden über verschiedene Registerkarten verwaltet und können auch parallel gestartet werden.

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